Kwasniok: "Kann man nicht Woche für Woche mitmachen"

Strahlende Sieger sehen anders aus: Nach dem 2:1 des 1. FC Saarbrücken im Aufsteiger-Duell mit Türkgücü München war Trainer Lukas Kwasniok restlos fertig mit sich und der Welt. So sehr zehrte die abermalige Zitterpartie an seinen Nerven, dass sich der Coach augenzwinkernd schon seine schon beschlossene Ablösung am Saisonende durch Uwe Koschinat herbeisehnte.

"Das ist Wahnsinn"

"In den Schlussminuten habe ich mir fast schon gewünscht, dass der Uwe schon Trainer ist“, unkte Kwasniok in der Pressekonferenz nach dem Ende der Negativserie von fünf Spielen ohne Sieg über die wiederholt allgemeine Verunsicherung seiner Spieler nach einer sogar klaren 2:0-Führung: "Das kann man nicht Woche für Woche mitmachen. Das ist Wahnsinn." Den zunehmenden Einbruch trotz der schnellen Treffer von Manuel Zeitz (2.) und Nicklas Shipnoski (14., Foulelfmeter) führte der Ex-Profi auf angeschlagene Psyche der Platzherren nach den Misserfolgen der vergangenen Wochen zurück. "Das ist schon entscheidend", analysierte Kwasniok im "MagentaSport"-Interview: "Wir haben zum zwölften Mal in den 15 Spielen seit Januar geführt, aber wenn Du das Spiel nicht komplett entscheiden kannst, macht sich irgendwie der Bollen in der Hose bemerkbar. Minütlich wurde er immer größer, aber glücklicherweise ist er in der Hose. Unter dem Strich zählen die drei Punkte fürs Gemüt."

Kwasniok gewährt zwei freie Tage

Zur Bestätigung der Zustandsbeschreibung seines Teams fasste Kwasniok den Spielverlauf kritisch zusammen. "Das 2:0 hat nie für ein Gefühl von Zufriedenheit gesorgt. Es war zwar auch nie brenzlig, aber von Minute zu Minute wurde die Angst größer und waren wir froh, nicht den Ball zu haben. Aber Angst und Verunsicherung lähmen, und deswegen ist das Spiel nach Münchens Tor völlig gekippt, so dass wir froh sein können, das Spiel über die Zeit gebracht zu haben und nicht wieder ein Gegentor in letzter Sekunde kassiert zu haben." Aus seiner Sicht war die Begegnung bezeichnend für die bisherige Spielzeit: "Wir spielen eine spektakuläre Saison, und warum sollen da einzelne Spiele eine Ausnahme sein?" Seine Konsequenz: "Der eine oder andere ist richtig durch, deswegen habe ich der Mannschaft zwei Tage frei gegeben.“

DFB-Pokal-Platz weiter in Sichtweite

Die Erleichterung über den ersten Erfolg seit Anfang März (4:1 gegen den MSV Duisburg) war allerdings auch angesichts des unveränderten Sichtkontaktes zu 1860 München auf dem fünf Zähler entfernten DFB-Pokal-Platz spürbar. Theoretisch ist sogar bei neun Zählern Rückstand auch noch der Relegationsplatz möglich. Doch mit Rechenspielen wollte sich Kwasniok nicht aufhalten und richtete den Fokus auf das Südwest-Derby am Samstag beim abstiegsbedrohten Rivalen 1. FC Kaiserslautern: "Der Sieg war gerade für das Derby sehr wichtig. Ob der Zug nach oben abgefahren ist oder nicht, interessiert mich dabei nicht. Wir werden bis zum Schluss alles raushauen. Deswegen freuen wir uns auch schon auf Kaiserslautern.“

 
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