Kwasniok konnte sich Verbleib auch bei Nicht-Aufstieg vorstellen

Weil er seinen auslaufenden Vertrag nur im Aufstiegsfall verlängern wollte, der Verein diesen Weg aber nicht mitging, trennen sich der 1. FC Saarbrücken und Lukas Kwasniok am Saisonende – das ist seit Februar bekannt. Dabei konnte sich der 39-Jährige einen Verbleib auch im Falle des Nicht-Aufstiegs durchaus vorstellen, wie er nun in einem "Kicker"-Interview verrät.

"Dann sagst du doch nicht: Wir trennen uns jetzt"

Es war eine ungewöhnliche Herangehensweise von Kwasniok, den Zweitliga-Aufstieg zur Bedingung für seinen Verbleib zu machen. "Ich wollte damit etwas bewegen, die Euphorie, die es schon zu Saisonbeginn gab, neu entfachen", begründet er und spricht von einem "völlig selbstlosen Agieren im Sinne des Erfolgs". Kwasniok wollte den Kader "in der Spitze optimieren, in der Breite ausdünnen und durch eine professionelle Herangehensweise die letzten Prozentpunkte rausholen, um dann zu sagen: Lasst es uns ernsthaft versuchen, jetzt ist die Ausgangssituation deutlich besser, als wenn wir im Sommer wieder bei null starten". Ende letzten Jahres habe er die "Gefahr der Stagnation vernommen". Aus dieser "sich entwickelnden Trägheit" wollte er "sofort raus" und "sofort neuen Schwung nehmen". Deshalb sein Vorpreschen. Zunächst ging der Plan auf: Die ersten vier Spiele nach der öffentlichen Bekanntgabe Anfang Februar hat Saarbrücken allesamt gewonnen, nachdem zuvor nur ein Sieg aus elf Partien herausgesprungen war.

Dass der Aufsteiger zum Zeitpunkt von Kwasnioks Entscheidung im Dezember auf dem dritten Platz stand, lag aber auch daran, dass der FCS zu Saisonbeginn "am Limit gespielt" habe und in knappen Situationen "oftmals den Lucky Punch auf unserer Seite" hatte, muss der 39-Jährige einräumen. Entsprechend blieben die Verantwortlichen um Sportdirektor Jürgen Luginger realistisch, träumten im Gegensatz zum Coach und vielen Fans nicht vom Durchmarsch – und lehnten Kwasnioks Bedingung ab. Die Folge: Trennung am Saisonende. "Ich kann die Vereinssicht (…) nachvollziehen, da gibt es keinerlei Groll", betont Kwasniok, der sich als risikofreudig bezeichnet. "Es geht mir dabei auch um eine positive Verrücktheit. Hätte der Verein Ja gesagt, hätte ich gewusst, hier passe ich auf Jahre hin."

Und wenn der Aufstieg dann doch nicht geklappt hätte, hätte man "ja auch im April oder Mai immer noch schauen können, ob man nicht eine andere Lösung findet", so der 39-Jährige. Heißt: Kwasniok konnte sich einen Verbleib in der 3. Liga durchaus vorstellen: "Das war Teil meiner Idee, meines Gedankengangs: Wir gehen jetzt zusammen all-in, versuchen gemeinsam alles – und wenn es am Ende nicht reicht, du Tabellenvierter oder -fünfter wirst, aber alle mit der Konstellation zufrieden sind, dann sagst du doch am Ende nicht: Wir trennen uns jetzt …" Doch nach den Entwicklungen hält Kwasniok einen Verbleib "zum jetzigen Zeitpunkt für ausgeschlossen".

2. Liga nicht zwingend das Ziel

Dass er seine Zukunft beim FCS an den Aufstieg geknüpft hat, will Kwasniok jedoch nicht damit verstanden wissen, dass er sich in der 2. Liga sieht: "Ich habe nie gesagt, dass ich mich in der 2. Liga sehe – ich wollte mit Saarbrücken in die 2. Liga." Er sei ein "sehr ehrgeiziger Mensch", strebe grundsätzlich nach Höherem und dem maximalen Erfolg. "Das heißt aber nicht, dass ich mir nicht vorstellen kann, einen Regionalligisten mit einer Vision zu übernehmen – wie Ende 2019 den FCS. Denn dafür kann ich mich genauso begeistern." Wenn er das Gefühl habe, mit einem Team, dem Klub, den Fans und dem gesamten Umfeld etwas bewegen zu können, "dann spielt die Klassenzugehörigkeit eine untergeordnete Rolle", so der FCS-Coach.

Im Sommer endet nun eine eineinhalbjährige Zusammenarbeit, die Kwasniok als "spektakulär" bezeichnet: "Wir sind nach einem Saisonabbruch aufgestiegen, haben mit dem Erreichen des DFB-Pokal-Halbfinales etwas Einzigartiges erreicht und in der 3. Liga einen Startrekord eines Aufsteigers hingelegt. Da denke ich sicher auch in 20 Jahren noch gerne dran zurück." Ein großes Ziel bleibe aber noch: "Wir (…) wollen mit Platz 4 unbedingt die direkte DFB-Pokal-Qualifikation erreichen." Nach zuletzt fünf sieglosen Spielen in Folge und dem bitteren 2:2 nach 2:0 gegen Wiesbaden liegen die Saarländer derzeit jedoch fünf Zähler hinter Platz vier. Ob Kwasniok für den Schlussspurt nochmals in die Motivationstrickkiste greift?

   
  • PeterPlys

    Das riecht nach manischer Depression.
    Er sollte seine Tabletten wirklich regelmäßig nehmen…

  • Tobi

    Kwasniok leidet an maßloser Selbstüberschätzung und der Verein täte wohl gut daran, sich von ihm zu trennen als umgekehrt. Ich sehe es so, dass Saarbrücken etwas Besseres verdient hat als solch einen Schwätzer und Selbstdarsteller.

  • Michael Vogel

    Nein, ich hoffe, unsere Verantwortlichen knicken nicht ein. Kwasniok hat sich wahrscheinlich verpokert und kriegt nirgends einen besser dotierten Vertrag als bei uns und will deshalb plötzlich doch bleiben.

  • Falk Schmiedeknecht

    Das ist einfach nur noch unendlich peinlich und wirft die Frage auf, was kommt nach Fremdscham?🙈😵

  • muschaka

    Was er in Wirklichkeit damit sagen will:

    "Irgendwie will mich in der 2.Liga gar keiner, weil ich gar keine großen Erfolge vorzuweisen habe. Daher halte ich mir mal lieber eine Hintertür in Saarbrücken offen."

    Hoffentlich sind die Saarbrücker so schlau und nutzen die Chance sich von dieser Laberbacke zu trennen.

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