Kwasniok: "Bin überzeugt, dass 18 Feldspieler ausreichen"

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Im Interview mit liga3-online.de spricht Jenas Trainer Lukas Kwasniok über das torlose Remis gegen Münster zum Jahresauftakt, die geplante Verkleinerung des Kaders und das kommende Spiel beim drittplatzierten Aufstiegsaspiranten Hallescher FC am Samstag.

"Kann zu mehr Zusammenhalt im Verein führen"

liga3-online.de: Zum Jahresauftakt gab es für Ihr Team ein 0:0 gegen Preußen Münster. Wie fällt Ihr Fazit zum Spiel aus, Herr Kwasniok?

Lukas Kwasniok: Unentschieden bewertet man oft mit einem lachenden und einem weinenden Auge – so war es auch diesmal. In der ersten Hälfte haben wir stark gespielt, es aber trotz mehrerer hochkarätiger Chancen nicht geschafft, in Führung zu gehen. Nach der Halbzeitpause haben wir dann zu viel zugelassen und Münster hatte Oberwasser. Deshalb konnte ich nach Abpfiff mit dem Punktgewinn auch sehr gut leben. Wir sind seit meinem Amtsantritt weiterhin unbesiegt und haben fünf von neun möglichen Zählern geholt. Das ist absolut positiv.

Dennoch steht weiterhin ein Abstiegsplatz zu Buche. Trotz des Abstiegskampfes kündigten Sie an, den Kader perspektivisch auf 18 Feldspieler und drei Torhüter verkleinern zu wollen. Welcher Plan steckt dahinter?

Wird der Kader kleiner, nimmt die Wichtigkeit eines einzelnen Spielers zu. Jeder im Team soll mehr denn je das Gefühl haben, wertvoll zu sein. Bei einer Kadergröße von 26 Spielern, die wir aktuell haben, ist das schwieriger umzusetzen. Es gibt zu viele Jungs, die nur selten zum Einsatz kommen. Das bringt weder dem Verein noch den Spielern etwas.

Glauben Sie nicht, dass der Kader dadurch zu klein wird? Es müssten ja nur mal drei oder vier Spieler gleichzeitig verletzungsbedingt ausfallen und schon kämen Sie in Bredouille.

Ich bin davon überzeugt, dass 18 Feldspieler ausreichen. Es ist extrem unwahrscheinlich, dass davon gleichzeitig vier Jungs verletzt sind. Aber selbst, wenn das so wäre, gäbe es kein Problem. Die offenen Kaderplätze füllen wir dann mit Nachwuchsspielern auf, die ohnehin auch im Trainingsbetrieb hin und wieder mitwirken sollen. Das hat nicht nur den Vorteil, dass wir unseren Talenten die Möglichkeit geben, Profiluft schnuppern zu dürfen, sondern kann auch zu mehr Zusammenhalt im gesamten Verein führen. Bis wir aber wirklich einen Kader von 18 Feldspielern und drei Torhütern haben, wird es noch dauern. Das ist ein Prozess und geht nicht von heute auf morgen.

 

"Wir sind gewarnt"

In der Hinserie war unter anderem die anfällige Defensive ein Schwachpunkt. Nur Schlusslicht Eintracht Braunschweig (39 Gegentore) kassierte mehr Gegentreffer als Jena (37). Wurde der Fokus in der Vorbereitung darauf gelegt, hinten stabiler zu stehen?

Schon an meinem ersten Tag als Jena-Trainer haben wir darauf den Fokus gelegt. In der Vorbereitung haben wir daran angeknüpft und weiter daran gearbeitet, weniger Torchancen zuzulassen. Das ist uns gegen Münster bereits ganz gut gelungen. Jetzt geht es aber auch darum, das Spiel mit Ball zu forcieren. Wir möchten kompakt stehen und gleichzeitig mehr fußballerische Qualität in unser Spiel implementieren.

Würden Sie denn sagen, dass das 0:0 gegen Münster ein weiterer Schritt in die richtige Richtung war?

Durchaus. Wir haben gegen einen Gegner gepunktet, der in der Tabelle deutlich weiter oben als wir steht. Es war für uns das erste von drei Bonusspielen in Folge. Münster konnten wir schon einmal ärgern, jetzt kommen Partien gegen die beiden Aufstiegsaspiranten Hallescher FC und Karlsruher SC. Wir haben richtig Lust, auch diesen beiden Hochkarätern ein Bein zu stellen.

Zunächst gastieren Sie mit Ihrem Team am Samstag beim Halleschen FC, der fünf der letzten sechs Spiele gewonnen hat und mittlerweile Tabellendritter ist. Was macht den HFC derzeit so stark?

Meiner Meinung nach ist durch die jüngste Erfolgsserie des HFC ein unglaublicher Glaube entstanden. Als Außenstehender bekommt man das Gefühl, dass die Geschlossenheit in der Mannschaft hervorragend ist. Jeder marschiert und kämpft für jeden. Hinzu kommt die individuelle Klasse von einzelnen Spielern, die immer dazu in der Lage sind, mit Einzelaktionen eine Partie zu entscheiden. Aktuelles Beispiel ist Bentley Baxter Bahn, der beim jüngsten 1:0-Erfolg bei Fortuna Köln wenige Minuten vor dem Schlusspfiff ein Traumtor aus der Distanz erzielte. Jetzt hat der HFC auch noch Ex-Bundesligaprofi Christian Tiffert verpflichtet, der womöglich schon gegen uns zum Einsatz kommt. Wir sind also auf jeden Fall gewarnt und wissen, was für ein Brocken uns erwartet.

   

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