KSC startet in die Vorbereitung: Euphorie ist verflogen

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Nur knapp vier Wochen nach dem verlorenen Relegationsrückspiel gegen Erzgebirge Aue hat der Karlsruher SC wieder den Trainingsbetrieb aufgenommen. Dass diese Saison wohl deutlich schwieriger wird als die letzte, zeigte schon der Auftakt der Vorbereitung.

250 Fans verfolgen Auftakt

Rückblick: Als der KSC im vergangenen Jahr nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga die Mission Wiederaufstieg angegangen ist, herrschte eine bemerkenswerte Euphorie rund um den Wildpark. Beim Trainingsauftakt kamen fast 2.500 Fans, um der Mannschaft ihre Unterstützung für die Saison eindrucksvoll unter Beweis zu stellen. Alle waren sich sicher, dass es nur ein Ziel geben kann – den direkten Wiederaufstieg. Somit konnte der KSC schon mit einem gehörigen Motivationsschub in die Saison starten. Die Spieler zeigten sich beeindruckt und nahmen den Schwung mit in die Vorbereitung. Dominik Stroh-Engel zum Beispiel äußerte sich im Gespräch mit unserer Redaktion damals sehr angetan von der Unterstützung der Fans: "Sie haben uns damit einen großen Gefallen getan und den größten Druck genommen, sodass wir uns in der Vorbereitung jetzt voll auf uns konzentrieren können.“

Doch seitdem hat sich einiges geändert. Die Euphorie ist verflogen, zum Auftakt kamen mit 250 Fans gerade einmal zehn Prozent der Anzahl im Vorjahr. Stroh-Engels Zukunft im Wildpark ist mehr als ungewiss und der KSC muss erstmals ein zweites Jahr in der Dritten Liga bestreiten.

Noch keine Aussagen zum Saisonziel

Somit hielten sich auch die Verantwortlichen mit Prognosen und Kampfansagen zurück. Präsident Ingo Wellenreuther äußerte sich gegenüber der "Pforzheimer Zeitung" defensiv, wollte kein genaues Saisonziel nennen, gab aber trotzdem zu verstehen, dass man wieder oben mitspielen wolle. Sportdirektor Oliver Kreuzer erinnerte an die Stärke der Liga, die mit den Absteigern Braunschweig und Kaiserslautern sowie ambitionierten Aufsteigern wie dem KFC Uerdingen nochmals an Qualität zugenommen hat, sodass eine Vielzahl an Mannschaften Richtung Aufstieg schielt.

Kader soll verkleinert werden

Wohin es für den KSC geht, bleibt abzuwarten. Vielleicht sagen die Verantwortlichen mehr, wenn der Kader steht. Bis dato hat man mit 30 Spielern noch zu viele Akteure unter Vertrag, Cheftrainer Alois Schwartz und Oliver Kreuzer planen mit einem Kader von 25 Spielern, darunter drei Torhüter. Somit werden den KSC auch noch einige Spieler verlassen. Beim Trainingsauftakt fehlten mit Nathaniel Amamoo, Severin Buchta und Malik Karaahmet drei Akteure, die sich schon auf Vereinssuche begeben sollten.

Mit derzeit sieben externen Neuzugängen ist aber auch dort die Planung noch nicht abgeschlossen. Mindestens ein Innenverteidiger und eventuell ein Angreifer sollen noch dazustoßen. Sind die Kaderplanungen abgeschlossen und die ersten Eindrücke aus den Testspielen gegeben, kann eventuell auch prognostiziert werden, wo der Karlsruher SC in der kommenden Saison landen könnte. Eins ist jedoch sicher: Der Druck, der große Favorit zu sein wie in der vergangenen Saison ist so nicht mehr gegeben. Das könnte wiederum auch ein Vorteil sein.

   

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