Koschinat nach Derby-Pleite geladen: "Kotzt mich unfassbar an"

Trotz 45-minütiger Überzahl musste sich der 1. FC Saarbrücken im Derby beim 1. FC Kaiserslautern mit 1:3 geschlagen geben und ist damit raus aus dem Aufstiegsrennen. Trainer Uwe Koschinat war nach der Pleite geladen – und blickte durchaus neidisch auf den FCK.

Koschinat moniert Körpersprache

Auch wenn die Chance auf den Aufstieg schon vor der Partie nur noch gering war: Durch die Derby-Pleite ist der Traum von der 2. Liga angesichts von nun zehn Punkten Rückstand auf Rang drei bei nur noch vier Spielen endgültig geplatzt. Zudem bleibt es dabei, dass die Saarländer keine Derbys gewinnen können: Aus vier der fünf Spiele gegen Lautern, Mannheim und Homburg (im Landespokal) gab es in dieser Saison gerade mal einen Punkt. Am Sonntag reichte nicht mal eine komplette Halbzeit in Überzahl zum Sieg, nachdem Lauterns Kevin Kraus kurz vor der Pause die rote Karte gesehen hatte. Selbst der Ausgleichstreffer durch Tobias Jänicke direkt zu Beginn des zweiten Durchgangs gab dem FCS keinen Auftrieb – sehr zur Verwunderung von Trainer Uwe Koschinat, wie er bei "MagentaSport" sagte: "Eigentlich hätten wir nach dem 1:1 unfassbar viel Selbstvertrauen haben müssen." Doch das Gegenteil war der Fall. Augenscheinlich war die Angst zu groß, etwas verlieren zu können.

Und genau in diesem Punkt trennte sich an diesem Nachmittag der Spreu vom Weizen: Während Lautern trotz Unterzahl mit beeindruckender Mentalität dagegenhielt und alles reinwarf, bemerkte Koschinat bei seinem Team eine "schlechte Körpersprache". Durchaus neidisch musste der 50-Jährige anerkennen: "Der 1. FC Kaiserslautern hat so viele Typen auf dem Platz, die permanent im positiven Sinne provozieren, die mannhaft dagegengehalten und jede Situation zu ihrer Situation machen." Attribute, die dem FCS "komplett gefehlt" hätten. "Wir wurden von Minute zu Minute unsicherer. Jeder, der auf dem Platz stand, hatte nicht mehr den hundertprozentigen Glauben daran, dass das Spiel noch zu drehen ist. Und wenn das der Fall ist, dann wirst du das auf dem Betze nicht schaffen. Dafür ist der FCK zu gefestigt und dafür haben zu viele Typen auf dem Platz gestanden. Das tut unfassbar weh."

Zwar stehe der FCS mit 51 Punkten aus 32 Spielen "nach wie vor gut da, aber wir müssen auch mal in der Lage sein, Big Points zu sammeln". Das gelang den Saarländern zum wiederholten Male in dieser Saison nicht, sodass Koschinat nichts anderes übrig blieb, als dem FCK zu gratulieren: "Das mache ich auch ganz anständig, allerdings kotzt es mich unfassbar an."

"Macht mich tiefgründig traurig"

Auch Torhüter Daniel Batz bemängelte die fehlende Körpersprache und monierte, dass seine Vorderleute die Gegentore zum 1:2 und 1:3 "nicht wie eine Männermannschaft" verteidigt hätten. "Das muss man klar so sagen. So kannst du hier nicht gewinnen. Wir müssen mit allem, was wir haben, verteidigen. Das hat Lautern besser gemacht."

Dass der FCS damit ohne Derbysieg in dieser Saison bleibt, "macht mich tiefgründig traurig", so der 31-Jährige. "Ich bin wahnsinnig enttäuscht. Immer in diesen Spielen funktioniert es nicht. Da kommt man auch ins Grübeln." Für die kommende Spielzeit wird der FCS eine Antwort darauf haben müssen, wenn es dieses Mal mit dem Aufstieg klappen soll. In den restlichen vier Partien wird es nun darum gehen, mindestens Vierter zu werden, um noch in den DFB-Pokal einzuziehen. Bei einem Spiel mehr liegt Saarbrücken derzeit drei Punkte hinter dem dafür nötigen Platz. Entsprechend muss am Samstag gegen den SC Verl ein Sieg her. Ob die Körpersprache dann stimmt?

   
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