"Komplett lächerlich und daneben": Hüning schimpft über Futkeu
Er ist geplatzt, der Traum von Rot-Weiss Essen, nach 19 Jahren in die 2. Liga zurückzukehren. Bei 0:2-Niederlage im Rückspiel der Relegation bei der SpVgg Greuther Fürth haderte RWE mit der Chancenverwertung – und dem Auftreten von Noel Futkeu. Ben Hüning fand diesbezüglich klare Worte.
"So etwas geht einfach nicht"
Die Partie war gerade abgepfiffen, als es zu einer Rudelbildung zwischen Spielern beider Mannschaften kam. Mittendrin: Fürths Toptorjäger Noel Futkeu. Der 23-Jährige geriet dabei auch verbal mit RWE-Coach Uwe Koschinat aneinander, wobei dieser die Szene im "Sky"-Interview herunterspielte und darauf verwies, dem 23-Jährigen lediglich zu seinem Werdegang gratuliert zu haben. Ganz anders war Ben Hüning auf den gebürtigen Essener zu sprechen, nachdem dieser im Anschluss an seinen Treffer zum 1:0 einige abfällige Gesten in Richtung des Verteidigers und der Essener Bank gemacht hatte.
"Das ist komplett lächerlich und daneben. So etwas geht einfach nicht." Hüning rief zu gegenseitigem Respekt auf. "Wenn er meint, das nicht zu tun, dann soll er es nicht machen. Ich finde, ich habe das gegen ihn gut gemacht." Futkeu selbst wollte sich nicht dazu äußern: "Ich gehe nicht auf ihn ein. Wir haben gewonnen, Klassenerhalt, fertig. Er weiß genau, was er im Hinspiel gemacht hat. Mehr muss ich nicht sagen", deutete der Zweitliga-Torschützenkönig Provokationen des 21-Jährigen an.
RWE scheitert an sich selbst
Dass es trotz des Erfolgs im Hinspiel nicht zum Aufstieg gereicht hat, sei indes "schwer zu verstehen", war der Hüning sichtlich niedergeschlagen und fühlte sich "komplett leer". Eine Ursache ist ohne Frage in der Chancenverwertung zu finden. Denn über fehlende Möglichkeiten konnten sich die Essener an diesem Dienstagabend wahrlich nicht beklagen. 13 Mal schoss RWE auf das Tor – und hatten gleich fünf Hochkaräter. Zudem wurden zwei Treffer wegen knapper Abseitsentscheidungen nicht gegeben.
Besonders bitter war die Doppelchance in der 81. Minute: Erst traf Abiama den Pfosten, dann verpasste Müsel das leere Tor. Ausgerechnet der Torschütze aus dem Hinspiel wurde damit zum tragischen Helden, zumal er wohl besser mit dem Fuß, anstatt mit dem Kopf hingegangen wäre. Koschinat nahm ihn aber in Schutz und attestierte dem 26-Jährigen, "alles richtig gemacht" zu haben. Abgesehen aber davon, dass er den Ball auf die falsche Seite gebracht habe. Nämlich genau in die Arme von Keeper Prüfrock.
"VAR hat im Fußball nichts zu suchen"
Bis auf die Chancenverwertung war Koschinat mit der Leistung seiner Mannschaft aber zufrieden und hielt ihr zugute, dass sie ihr Herz auf dem Platz gelassen und Deutschland gezeigt habe, wofür RWE stehe. Es habe nicht die schlechtere Mannschaft den Kürzen gezogen, so der 60-Jährige. Zwar tue es weh, den Aufstieg nicht geschafft zu haben, "wenn du so nah dran warst, aber wir können stolz auf die Entwicklung sein". Bezüglich des nach Videobeweis aberkannten Treffers in der 70. Minute wegen einer Abseitsposition von Cuber Potocnik merkte Koschinat an, dass der VAR im Fußball nichts zu suchen habe. "Die Entscheidungen gehören den Menschen, das hat früher auch geklappt". Gleichwohl musste er einräumen, dass eine Abseitsposition vorlag und der Treffer somit zurecht nicht gegeben wurde.
Von den über 2.000 mitgereisten Anhänger wurden die Spieler nach Schlusspfiff wieder aufgebaut, was auch Jakob Golz positiv hervorhob: "Die Fans waren überragend, wir sind eine Einheit geworden. Das müssen wir für die neue Saison mitnehmen, dann können wir daran anknüpfen." Am Ende tue es zwar "unfassbar weh", aber zumindest stehe die Erkenntnis, mit einem Zweitligisten mitgehalten zu haben. Auch generell sei die Saison "sehr gut" gewesen. In der kommenden Spielzeit soll dann ein neuer Anlauf in Richtung Aufstieg gestartet werden, um nach dann 20 Jahren die Zweitliga-Rückkehr zu feiern.