Welche Chancen eine Trainerentlassung mit sich bringen kann

"Leider hat sich die Situation der ersten Mannschaft so entwickelt, dass wir Handlungsbedarf gesehen haben. Wir hoffen, durch einen Wechsel auf der Position des Trainers eine positive Trendwende erreichen zu können", so äußerte sich Saarbrücken-Präsident Paul Bogard am Mittag auf einer Pressekonferenz zur Entlassung von Trainer Jürgen Luginger. Dieser Satz passt aber nicht nur auf den nun entlassenen Saarbrücker Chefcoach, sondern auch zu Pavel Dotchev und Georgi Donkov, die am Donnerstag ebenfalls ihren Hut nehmen mussten. Es waren die ersten Trainerentlassungen aus rein sportlichen Gründen in dieser Saison, nachdem zuvor bereits Jens Kiefer sein Amt bei der SV Elversberg freiwillig abgab.

Dotchev konnte die Blockade nicht lösen

Anders als in den beiden Bundesligen warten die genannten Drittligisten immerhin bis zum siebten Spieltag, um diesen Schritt zu vollziehen. Zurück bleibt die Frage, welche Chancen mit den jeweiligen Trainerentlassungen verbunden sind. Beim SC Preußen Münster wird der Nachfolger in schweres Erbe antreten, da der Verein sich den Aufstieg in die 2. Bundesliga öffentlich zum Ziel gesetzt hat. Dieser Druck lastete nicht nur auf Dotchev, sondern auch auf den Spielern. Den Akteuren war bereits zum Endspurt der vergangenen Spielzeit anzumerken, dass die Köpfe nicht wirklich frei waren. Es schien sich eine Art Blockade entwickelt zu haben, die nicht gelöst werden konnte. Genau hier setzt nun der Trainerwechsel an: Nachdem es Dotchev nicht gelungen ist, diese Blockade zu lösen, darf sich nun der noch unbekannte Nachfolger dieser Aufgabe stellen.

Luginger fand nicht den richtigen Weg

Sicherlich gilt der Trainer allgemein als schwächstes Glied der Kette und muss bei sportlichen Misserfolgen den Kopf hinhalten (oftmals auch zu Unrecht), doch wenn die Situation wie in Münster festgefahren ist, scheint dies der letzte Ausweg zu sein. Man darf gespannt sein, wie die Mannschaft in den kommenden Wochen auftreten wird. Gleiches dürfte auch für den 1. FC Saarbrücken gelten. Auch hier schien der Druck von außen zu groß zu sein. Nach zwei mittelmäßigen Spielzeiten sollte es nun wieder nach oben gehen. Die Mannschaft wurde dementsprechend verstärkt, doch Luginger fand nicht die richtigen Wege, der Mannschaft einen Weg aufzuzeigen. Dass in dem Team durchaus Potential steckt, zeigte es im DFB-Pokal, als Bundesligist Werder Bremen ausgeschaltet wurde.

Beim SV Wacker Burghausen spielten ganz andere Faktoren eine Rolle. Wie liga3-online.de bereits zu Beginn der Woche berichtete, herrschte im Hintergrund eine störende Unruhe, die es Donkov nicht leicht machten. Hinzu kamen finanzielle Probleme, die den Abgang vieler Leistungsträger forderten.

Eine echte Chance

Fazit: Dass Trainerwechsel zwar nicht immer sinnvoll und vor allem zeitlich nicht immer richtig sind, leuchtet sein. Doch in diesen drei Fällen können sie eine echte Chance für die Mannschaft darstellen. Sicherlich entscheiden die elf Spieler auf dem Platz die Partie und nicht unbedingt der Trainer an der Seitenlinie. Doch wenn das Band zwischen Mannschaft und Trainer zerrissen ist, bestehen kaum noch Chancen auf eine positive Zukunft. Diese Chancen soll nun der Trainerwechsel mit sich bringen. Ob dies klappen wird, lässt sich schon in ein paar Wochen sagen.

 

 

   
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