Kommentar: Marchese-Verbannung birgt Risiko

Die Stuttgarter Kickers haben am Montag Kapitän Enzo Marchese und Stürmer Gerrit Müller in die in die U23-Mannschaft versetzt. Beide können der Mannschaft im Moment sportlich nicht weiterhelfen, heißt es offiziell. Auf der einen Seite eine konsequente Entscheidung des Trainers Tomislav Stipic, die sich schon länger andeutete. Auf der anderen Seite birgt es jedoch auch viel Risiko, mit Marchese den Kapitän und das Gesicht der Kickers in die zweite Mannschaft zu verbannen – ein Kommentar.

Stipic setzt auf die Neuzugänge

Wenn ein neuer Trainer in einen Verein kommt, sind personelle Veränderungen gang und gäbe. So war es auch bei den Stuttgarter Kickers. Deshalb verpflichtete man in der Winterpause schon fünf neue Spieler, während auch fünf Akteure den Verein verließen. Mit dabei auch der absolute Stammspieler Elia Soriano, der mittlerweile für Würzburg auf Torjagd geht. Nun, nach dem Sieg gegen Hansa Rostock, sortierten Stipic und Zeyer gleich noch zwei weitere Spieler aus. Neben dem Kapitän Enzo Marchese, erwischte es auch Gerrit Müller. "Der Verein ist zu der Erkenntnis gekommen, dass die beiden Spieler in der jetzigen Verfassung die Mannschaft und die sportliche Leitung nicht so unterstützen können, wie es für den Kampf um den Klassenverbleibnotwendig ist“, begründet Zeyer die Entscheidung. Marchese hatte verletzungsbedingt nicht am Winter-Trainingslager teilnehmen können und Müller war schon länger mit seiner Reservistenrolle unzufrieden. Ebenfalls ist bekannt, dass beide keine großen Fans der Entlassung von Ex-Trainer Steffen waren. Dies war auch verständlich, da beide unumstrittene Stammspieler unter Steffen waren. Unzufriedene Spieler kann Stipic nun im Abstiegskampf sicherlich wenig gebrauchen, zumal er sehr überzeugt von seinen fünf Neuzugängen ist. Nun möchte er mit einem kleineren Kader weiter daran arbeiten, dass der Tabellenletzte den Klassenerhalt noch erreicht. Zwar gelang mit dem Sieg gegen Hansa Rostock der erste Schritt, dennoch ist es noch ein weiter Weg bis dahin.

Keine Rücksicht auf Einzelschicksale

Er verzichtet dabei also freiwillig auf die Dienste von Marchese, Müller und den in der Winterpause schon abgewanderten Soriano erreichen. Marchese, der das Gesicht der Stuttgarter Kickers ist, dürfte die Entscheidung hart getroffen haben. Seit 2002 (mit dreijähriger Unterbrechung)  spielt er für die Degerlocher und war in den letzten Jahren unumstrittener Kapitän. Sein Vertrag läuft am Ende der Saison aus. Wie es mit dem 32-Jährigen weitergeht, ist bisher noch unklar. Im Moment kann und darf Marchese seinen geliebten Kickers jedoch nichtmehr helfen, den Klassenerhalt zu erreichen. Zeyer, Stipic und das Präsidium nehmen aber keine Rücksicht auf Einzelschicksale, denn es zählt nur der Erfolg des Vereins. Auf der einen Seite eine nachvollziehbare Entscheidung im „harten“ Fußballgeschäft, doch auf der anderen Seite ist dies auch sehr gewagt. Denn sollte am Ende der Klassenerhalt nicht gelingen, wird die Versetzung des Kapitäns wohl zu noch mehr Kritik an den am Duo Stipic/Zeyer führen.

   

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