Kommentar: Flüchtet Zwanziger vor der Kritik ?

"Diese Entscheidung ist seit langem vorbereitet. Ich sehe in Deutschland für mich persönlich ehrlich gesagt keine große Herausforderung mehr" – mit diesen Worten gab Theo Zwanziger, Präsident beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) am gestrigen Abend seinen Rücktritt im Oktober 2012 bekannt. All zu viel Verständnis sollte er aber nicht erwarten. Es drängt sich ein Mal mehr der Eindruck auf, dass der 66-jährige vor der zunehmenden Kritik an seiner Person in den letzten Monaten und Jahren flüchten möchte.

Tag der Verkündung kommt wenig überraschend

Seine Haltung zu FIFA-Boss Sepp Blatter, der Schiedsrichter-Skandal rund um Manfred Amerell, die Debatte um die Legalisierung von Pyrotechnik und nicht zuletzt die Gewalt-Diskussion in den deutschen Stadion. All diese Themen haben dem Ansehen von Theo Zwanziger geschadet. Auch der Zeitpunkt, an dem er seinen Rücktritt bekannt gab, war alles andere als gut gewählt – wird man zunächst denken. Doch Zwanziger liebte es in der Vergangenheit immer wieder sich den Vordergrund zu drängen. Dass er seine Entscheidung nun ausgerechnet am Tag der Gruppenauslosung für die Europameisterschaft 2012 verkündete, kommt da wenig überraschend. Nun beginnt also die Suche nach dem Nachfolger, der in große Fußstapfen treten wird. Als größter Favoriten gelten derzeit DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach und Liga-Präsident Reinhard Rauball. Man darf gespannt sein, wie Zwanziger nun seine letzten Monate als Präsident beim DFB bestreiten wird.

   
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