Kommentar: FCM-Fans, gebt Leopold Zingerle Zeit und Ruhe!

Mit der Entscheidung, Leopold Zingerle zum Stammkeeper des 1. FC Magdeburg zu befördern, löste Trainer Jens Härtel kurz vor dem Start der Rückrunde große Diskussionen aus. Und in der Tat erwies sich der 22-Jährige noch nicht wie erhofft als sicherer Rückhalt. Doch bei aller Kritik: Was Zingerle jetzt vor allem braucht, sind Zeit, Ruhe und die Unterstützung aller Fans. Ein Kommentar.

Unzufriedenheit einiger Fans macht Zingerle nicht besser

Erst ein unglückliches Eigentor beim Elfmeter gegen Fortuna Köln, dann ein übermütiger Ausflug beim Spiel gegen den FSV Zwickau, der prompt zum Rückstand führte: Die ersten beiden Spiele von Leopold Zingerle als Stammkeeper hätten deutlich besser verlaufen können – da gibt es nichts schönzureden. Auch abgesehen von den genannten Fehlern machte der junge Torhüter teilweise einen nervösen Eindruck, die Ruhe und Souveränität eines Jan Glinkers hat der 22-Jährige noch nicht. Verwunderlich ist das allerdings nicht, schließlich kam Zingerle vor seiner Zeit beim FCM ausschließlich in der Regionalliga zum Einsatz. Leistete er sich dort mal einen Fehler, blieb dies der breiten Masse in der Regel verborgen. Nicht so am Sonntag beim Spiel des FCM gegen Zwickau. Nach seinem verhängnisvollen Fehler, der zum 1:0 für den FSV führte, ging ein Raunen durch das Stadion, in den sozialen Netzwerken waren Kommentare wie "Mein Gott, stellt den Glinker wieder ins Tor. So einen Fliegenfänger braucht keiner im Tor" zu lesen. Genau diese Reaktionen kann Zingerle trotz des folgenschweren Fehlers jedoch am wenigsten gebrauchen, wie auch Trainer Jens Härtel auf der Pressekonferenz bemerkte: "Natürlich muss er jetzt Stabilität in seine Leistungen bekommen. Das wird aber nicht einfacher, wenn die Zuschauer unruhig werden."

Hoher Druck, Potential aber vorhanden

Die Botschaft ist also: Gebt Zingerle Zeit und Ruhe. Klar ist aber auch: Zu lange darf die Eingewöhnungszeit des 22-Jährigen nicht dauern. Schließlich ist der FCM in der Tabelle als Dritter nach wie vor glänzend positioniert und darf sich weiterhin berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg in der 2. Bundesliga machen. Ob sich so eine Chance in der kommenden Saison noch einmal ergibt, ist offen. Umso ärgerlicher wäre es daher, wenn ausgerechnet der Torhüter-Wechsel entscheidende Punkte kostet. Schließlich leistete sich Glinker in der Hinrunde kaum einen Fehler und blieb in 17 Einsätzen sieben Mal zu Null. Der Druck, der angesichts dieser Tatsache auf den Schultern von Zingerle lastet, ist also nicht klein. Doch als künftiger Stammkeeper wird er damit umgehen müssen. Und weiß er um den Rückhalt aller Fans, wird er sich sicherlich schnell auf die Situation einstellen können. Denn dass der ehemalige Jugendkeeper des FC Bayern das Potential für den Stammplatz zwischen den Pfosten hat, deutete er als Glinker-Vertretung in der Hinrunde mehrfach an – und das wissen auch seine Kritiker.

   

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