Kommentar: Beim 1. FC Saarbrücken brennt der Baum

Es sollte ein Fest für den Saar-Fußball werden. Mit der Erwartung, zwei Mannschaften zu sehen, die sich gegenseitig alles abverlangen, waren die 8200 Zuschauer am Samstag ins neue Stadion Kaiserlinde gekommen. In der Hauptsache zeigte schließlich nur Gastgeber Elversberg die erwarteten Anlagen. Die Mannschaft von Trainer Dietmar Hirsch kämpfte um jeden Ball und erwies sich als hungrig und kämpferisch. Saarbrücken hingegen war zwar bemüht, im weiteren Spielverlauf aber mit zu wenig Durchschlagskraft und zu vielen verlorenen Zweikämpfen. Am Ende stand ein hochverdienter 3:1-Sieg für eine Elversberger Mannschaft, die sich mit Macht gegen den Abstieg stemmte und als einzige den großen Erwartungen gerecht wurde. Dem FCS sah man dies trotz schwer bespielbaren Rasens nur vereinzelt an.

Abstiegsgefahr größer den je

Stattdessen waren neben zu schwachen Einzelleistungen Probleme in Taktik und Abstimmung zu sehen. Die Geschichte des Spiels ist damit schnell erzählt. Hoffnung für saarländische Fußballfans bereitet derzeit nur die SVE, die den Abstiegskampf angenommen hat und sich langsam, aber sicher Punkte und weitere Anerkennung erarbeitet. Für den 1. FC Saarbrücken ist der Rückstand zu Platz 17 auf sieben Punkte angewachsen und die Abstiegsgefahr größer denn je. Mit der Vereinsführung möchte deshalb kaum jemand tauschen, ist doch der Spagat zwischen Geduld nach der Neuordnung der Mannschaft und dem Zeitdruck angesichts der weniger werdenden Spiele zur Zwickmühle geworden. Was von aussen schwer auszumachen ist, können die Verantwortlichen aber ohne Weiteres besprechen. Wichtigste Möglichkeit zu Fortschritten und zur Sicherung der Zukunft des Vereins ist das interne Gespräch mit allen Beteiligten. Nur so kann geklärt werden, ob der Baum, der beim FCS derzeit lichterloh in Flammen steht, begründet brennt, oder die von Umbrüchen geprägte Mannschaft tatsächlich noch mehr Zeit braucht.

FOTO: Dieter Schmoll

   
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