Kolumne „Am längeren Hebel“ #4: Werbung für die 3. Liga!?

Januar 2013 – Die 3. Liga hat ihren Spielbetrieb wieder aufgenommen, einer sitzt wieder „Am längeren Hebel“. Viel hat sich ja nicht verändert. Wir berichten über Spielabsagen, wegen weißen Rasen und kühler Temperaturen. Nun ja, immerhin die Quote der stattfindenden Spiele steigt. Wenn auch das Spiel von Saarbrücken gegen Bielefeld zum zweiten Mal dem Wetter zum Opfer fiel, so wurde doch gespielt am Wochenende–und wie. Von Winterschlaf keine Spur.

„Totgesagte leben länger“

Der Gewinner des Spieltages hat sich diesen Titel durchaus verdient, gab es diese Woche doch wirklich mehrere. Bei der Nr.1 könnte man beinahe sagen: „Totgesagte leben länger“. Die Alemannia aus Aachen hat noch vor einer Woche dem großen FCB zwei Tore eingeschenkt und nun den zweiten Dreier in Folge eingesammelt. Von wegen tot, wie Uwe Scherr auch nicht müde wurde, zu betonen, bei den Kollegen von Sport1. Das Spitzenspiel Osnabrück gegen den KSC war ebenso top-besucht (nachdem das Hinspiel ja ein Geisterspiel war), wie auch turbulent. Aber dazu später noch mehr.

Einen möchte ich an dieser Stelle besonders hervorheben. Christoph Burkhard vom SV Wacker Burghausen. Sein Team spielte zwar „nur“ Unentschieden, aber Burkhard hat gewonnen. Den Kampf gegen die Verletzung. Er stand zum ersten Mal seit Mai 2012 wieder auf dem Platz – die vollen 90 Minuten. Jeder der selber einmal eine schwere Verletzung hatte, wird wissen, welcher Stein „Burki“ vom Herz gefallen sein muss. Es stand ja gar die Karriere auf dem Spiel. Und sind wir doch mal ehrlich: Da werden viele Dinge gleich mal zweitrangig.

Vorsicht vor Schneebällen!

Die rote Karte gibt es diesmal für den Schiedsrichter der Partie VfL Osnabrück gegen den Karlsruher SC. Guido Winkmann ist der Verlierer des Spieltages. Los ging es mit dem Platzverweise gegen Osnabrücks Debütanten im Tor, Marcus Rickert. Rickert hatte zwar gefoult, war aber nicht letzter Mann – gut, dass kann schon mal passieren. Auch der Elfmeterpfiff einige Minuten danach war nicht ganz unumstritten. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Spielleiter bereits „dunkelgelb“, wie man so schön sagt. Nach „Schneeball-Würfen“ unterbrach Winkmann die Partie für 15 Minuten.  Wo in England Spieler und Schiedsrichter lachen, wird in Deutschland eine neues Feld der Randale vermutet. Da kann man schon mal ein Spiel unterbrechen. Ist eigentlich geklärt, wer die Übeltäter waren? Ach ja,  am Ende wurde auch noch Fußball gespielt. Ein dramatischer 2:3-Sieg für den KSC. Werbung für den Drittliga-Fußball. Schade nur, dass man beim Rückblick zu diesem Spiel nur an den Schiedsrichter denkt. Einen, der eigentlich unauffällig sein sollte.

Ich bin normalerweise kein Freund von Schiedsrichter-Diskussionen. Aber dieser Spielleiter war ein Schneeball mitten in mein Fußballer-Herz. Während der eine also die Verletzung überwand, beugte der andere jene vor. Wenn der Wettergott sich erbarmt, gibt es am kommenden Wochenende keinen Schnee mehr. Dann machen wir mal wieder einen Spieltag „voll“ und vielleicht bekommt Winkmann dann eine neue Chance.

Bis dahin „stay tuned“ und Vorsicht vor Schneebällen

Uli Hebel

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FOTO: Lennart Ebersbach

 

 

   

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