"Können ab jetzt befreit aufspielen": VfB taumelt Richtung Abstieg

Für den VfB Lübeck ist der Klassenerhalt nach dem 0:3 in Halle in weite Ferne gerückt. Durch das sechste sieglose Spiel und der dritten Niederlage in Folge sind die Norddeutschen sechs Punkte hinter das rettende Ufer zurückgefallen und taumeln damit dem direkten Wiederabstieg entgegen. Trainer Florian Schnorrenberg übte sich in Zweckoptimismus. 

Fans stellen Spieler zur Rede

Sie waren mächtig sauer nach der erneuten Niederlage, die mitgereisten Fans des VfB Lübeck – und stellten das Team am Zaun emotional zur Rede. Aus der Mannschaft ganz vorne mit dabei war Kapitän Mirko Boland, der im anschließenden Interview mit "MagentaSport" Verständnis für die Reaktion zeigte: "Die sind genauso enttäuscht und frustriert wie wir. Es tut unfassbar weh." Dem 36-Jährigen tat es zudem "unfassbar leid für die Anhänger. Sie nehmen sich den ganzen Tag frei, um uns zu unterstützen, aber wir können nichts zurückgeben". Jeder könne sich vorstellen, wie sich das anfühlt. "Wir wussten um die Bedeutung des Spiels", versicherte Boland.

Doch erneut leistete sich der Aufsteiger mehrere individuelle Fehler und lag schon nach nichtmal 20 Minuten infolge eines Doppelschlags binnen 90 Sekunden (16. / 17.) mit 0:2 hinten. Das Bemühen konnte dem VfB zwar nicht abgesprochen werden, doch mit dem 0:3 in Minute 76 war die Partie endgültig entschieden. Es waren die Gegentore 11, 12 und 13 in den letzten drei Partien. Insgesamt steht Lübeck nun bei 52 Gegentreffern. Nur der HFC musste in der bisherigen Saison noch mehr Gegentreffer hinnehmen (55). "Das sind Sachen, die uns schon seit mehreren Spielen auf die Verliererstraße bringen", haderte Boland mit dem schwachen Abwehrverhalten. Da half es auch nichts, dass Einsatz und Bereitschaft "nicht komplett schlecht" gewesen seien, wie der Verteidiger festhielt.

Trainer Florian Schnorrenberg verwies indes darauf, dass genügend Chancen vorhanden gewesen seien, um einen anderen Spielverlauf herzustellen. "Wir haben es ordentlich gemacht. Es war schon so, dass wir dran waren. Aber wir nutzen unsere Möglichkeiten einfach nicht, auch nicht aus kurzer Distanz", spielte er auf einen Pfostentreffer aus der 55. Minute an. "Das ist schon eine Last, die wir auf den Schultern tragen." Halle wiederum sei "sehr effektiv" gewesen. "Das ist der große Unterschied." Eine Mannschaft, die um drei Treffer schlecht war, habe er aber nicht gesehen.

Boland: "Es sind noch genügend Spiele"

Dennoch musste Lübeck die dritte Pleite in Folge hinnehmen, ist nun seit sechs Partien sieglos und ist sechs Zähler hinter das rettenden Ufer zurückgefallen. Hinzukommt das um 13 Treffer schlechtere Torverhältnis gegenüber dem HFC, mit dem Lübeck bei einem Sieg hätte gleichziehen können. Schnorrenberg übte sich in Zweckoptimismus. "Der Vorteil ist, dass wir ab jetzt ganz befreit aufspielen können, weil wir erstmal ein Stück hinten dran sind. Keiner rechnet mehr mit uns, vielleicht kann uns das ein bisschen helfen." Elf Partien bleiben noch, um den direkten Wiederabstieg zu verhindern. Allerdings bräuchte es mindestens sechs Siege, um noch eine realistische Chance zu haben. Zum Vergleich: Bisher ging Lübeck in 27 Partien lediglich viermal als Gewinner vom Platz.

Boland hat die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben: "Es sind noch genüg Spiele, auch wenn sich die Lage natürlich komplett beschissen anfühlt und das Selbstvertrauen mit jeder Niederlage schwindet. Wichtig ist, dass wir Leute auf dem Platz haben, die damit umgehen können. Trotzdem sind wir alles Menschen." Schnorrenberg betonte: "Wir haben nur eine Chance, wenn wir alle zusammenhalten. Allerdings brauchen wir jetzt zeitnah ein Erfolgserlebnis." Die nächste Möglichkeit dazu gibt es am kommenden Samstag gegen den 1. FC Saarbrücken – dann allerdings ohne Ulrich Taffertshofer und Manuel Farrona Pulido, die beide zum fünften Mal Gelb gesehen haben.

   
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