Kobylanski: "Vielleicht tat die Niederlage gegen Halle gut"

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Im Interview mit liga3-online.de spricht Preußen-Stürmer Martin Kobylanski über den Medienhype um ihn, die Niederlage gegen Halle, die bisher erfolgreiche Saison der Adlerträger, das anstehende Spiel in Karlsruhe und über Weihnachtswünsche.

"Glänze lieber auf dem Platz"

liga3-online.de: Im letzten Spiel gegen Halle hat es Sie im rechten Oberschenkel gezwickt, am Mittwoch waren Sie zur Routineuntersuchung und auch im MRT. Wie wahrscheinlich ist Ihr Einsatz im Spiel gegen den KSC?

Martin Kobylanski: Das MRT hat keine strukturelle Verletzung angezeigt. Ich bin sehr optimistisch und wir werden sehen, wie sich das Ganze die nächsten Tagen verhält. Ich denke, dass ich das bis Samstag hinbekomme.

Sie haben in den letzten Wochen einige Medientermine hinter sich gebracht. Ist das ein schöner Hype für Sie oder auch mal zu viel Wirbel um Ihre eigene Person?

Ich bin gar nicht so der große Fan von Interview- und TV-Terminen. Ich glänze lieber auf dem Platz. Natürlich ist es eine schöne Aufgabe, die ich auch gerne mal mache. Aber generell falle ich lieber durch guten Fußball auf.

Ihr Vater, Ex-Bundesliga-Profi Andrzej Kobylanski, ist Ihre größte Stütze aber auch Ihr größter Kritiker. Wie intensiv analysiert er Ihre Spiele und wie kritikfähig sind Sie?

Mein Papa versucht so oft es geht da zu sein, aber nach Hause in Polen sind es rund 1.000 Kilometer. Leider kann er nicht jedes Spiel sehen. Gegen Cottbus und Braunschweig war er aber im Stadion und ich habe fünf Tore gemacht. Da hatte er nicht ganz so viel zu meckern. (lacht) Gegen Braunschweig hat er mich dann aber auch mit zwei bis drei Sachen überrascht, die ich nicht so auf dem Schirm hatte. Ich nehme mir sein Feedback und auch seine Kritik sehr zu Herzen.

Wie hart kann die Kritik Ihres Papas ausfallen?

Früher hatte ich mehr Angst nach einem schlechten Spiel nach Hause zu kommen als mit einer schlechten Schulnote. (lacht) Die Analyse dauerte schon manchmal eine halbe Stunde. Mittlerweile ist sie zwar nicht mehr so lang aber immer noch genauso ehrlich.

Aktuell stehen sieben Tore in 17 Spielen zu Buche, in der letzte Saison haben Sie insgesamt zehn für Preußen Münster geschossen. Wenn Sie so weitermachen, könnte es Ihr torreichstes Jahr im Profifußball werden. Wieso läuft es aktuell so gut bei Ihnen?

In erster Linie spielen wir einen richtig guten Fußball und sind ein sehr gutes Team. Es passt einfach in der Mannschaft, ich verstehe mich mit jedem gut. Der Trainer versucht mir auch noch mehr Sachen mitzugeben auf dem Platz. Ich denke, das funktionierende Umfeld ist einer der Hauptgründe dafür, dass es so gut läuft.

 

"Dürfen auf gar keinen Fall wieder die Anfangsminuten verpennen"

Zuletzt gab es einen herben Dämpfer, die 1:2-Niederlage gegen Halle war nicht unverdient. In der Tabelle ging es von Platz zwei auf sechs runter. Was tat mehr weh: Der Blick auf die Tabelle oder der Blick auf 1. Halbzeit?

Der Blick auf die 1. Hälfte! Die war echt nicht gut und auch nicht das, was wir uns vorgenommen hatten. Wenn wir so wie in der 2.Hälfte die ganzen 90 Minuten gespielt hätten, wäre mehr möglich gewesen.

Diese letzte Leistung lässt den Eindruck zu, Euch würde die Puste ein wenig ausgehen. Ihr Trainer Marco Antwerpen sagte, es wäre nur Kopfsache gewesen. Was war es für Sie?

Da hat jeder so seine Meinung. Ich denke aber nicht, dass uns die Puste ausgeht. Klar ist, dass wir einen vergleichsweise kleinen Kader haben und es passieren kann, dass es Ausfälle gibt. Ich glaube aber, dass wir solche Dinge kompensieren werden können.

Am Samstag trifft man mit dem KSC auf einen direkten Konkurrenten im Aufstiegskampf. Allerdings konnte Preußen Münster noch nie im Wildparkstadion gewinnen und letztes Jahr musste ihr dort eine 0:3-Klatsche einstecken. Welche Reaktion erwarten Sie nach der Niederlage gegen Halle?

Wenn wir am Wochenende gewinnen, sind wir wieder oben drin. Wir dürfen uns nicht erlauben, nachzulassen und müssen über 90 Minuten zeigen, was in uns steckt. Es gilt auf die 2. Hälfte gegen Halle aufzubauen. In uns steckt mehr Potenzial als Platz 12 oder 13 – das muss man auf dem Platz sehen.

Der KSC konnte zehn Tore in den letzten vier erfolgreichen Partien verbuchen. Wie entscheidend wird es sein, dass Defensive diesmal von Beginn an besser steht?

Wir dürfen auf gar keinen Fall wieder die Anfangsminuten verpennen. Wir müssen schon beim Aufwärmen den vollen Fokus haben. Die Karlsruher haben ihre Stärken unter anderem im Umschaltspiel und sind schnell im Spiel in die Spitzen. Diese Partie wird sicher eine Herausforderung für uns, aber wir sollten uns auf unsere Stärken besinnen und uns auf uns konzentrieren.

 

"Bringt nichts, sich verrückt zu machen"

Der Aufstiegskampf ist ein sehr spannender in dieser Saison. Stehen Sie auf diese Spannung oder hätten Sie es lieber ein bisschen ruhiger?

Wir haben zwar versucht, uns nicht mit dem Thema Aufstieg zu beschäftigen, aber wenn man da oben ist, will man auch da oben bleiben. Ich finde es besser, wenn mehrere Mannschaften um den Aufstieg mitspielen. Bis zum letzten Spieltag wird es spannend bleiben, das gefällt mir.

Ihr Restprogramm in diesem Jahr lautet Karlsruhe, Zwickau und Köln. Wie viele Punkte möchten Sie sich untern Baum legen?

Wir haben kein Punktziel ausgegeben, wir schauen tatsächlich von Spiel zu Spiel. Das klingt jetzt nach einer Floskel, aber es bringt nichts, sich verrückt zu machen. Vielleicht tat uns die Niederlage gegen Halle auch gut, damit wir in den letzten drei Spielen nochmal alles geben müssen. Die 3.Liga ist keine, die man einfach so runterspielt.

Was steht auf Ihrem Wunschzettel?

Für Preußen Münster wünsche ich mir, dass wir so lange wie möglich oben mitspielen. Wir haben viel Potenzial und sind auf einem richtig guten Weg. Das Spiel gegen Karlsruhe wird enorm wichtig, weil wir oben dran bleiben wollen. Für mich persönlich wünsche ich mir ein ähnlich spannendes und sehr gutes Jahr wie es 2018 war. Ich hoffe, dass ich verletzungsfrei bleibe und so viele Tore wie in diesem Jahr schieße.

   
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