Koblenz braucht ein Wunder

Gestern, am 01.06.2011 um 15:30 Uhr, war Stichtag für alle Vereine der dritten Fußball Liga. Alle Vereine die vom DFB mit Lizenzauflagen bedacht wurden, mussten ihre bereinigten Etats vorlegen. Auch die TuS aus Koblenz ist unter diesen Vereinen.  Ausgerechnet im Jahr des 100. Geburtstages der TuS, steht der Verein vor dem Aus. Im Etat der Koblenzer klafft ein Loch von 1,6 Millionen Euro da sich der Mäzen der TuS, Walterpeter Twer, aus dem Sponsoring zurückgezogen hat. Zudem möchte er die Summe von 800.000 Euro, die er der TuS für die kommende Saison zugesagt hat, nicht mehr zahlen.

Stark abgespeckter Etat

Der Präsident der TuS Werner Hecker, äußert sich wie folgt: „Es ist uns leider nicht gelungen, die vom DFB erhobenen Forderungen in wirtschaftlicher Hinsicht zu erfüllen. Insbesondere haben wir keinen Partner gefunden, der uns eine erforderliche Bürgschaft zur Verfügung gestellt hat. Wir haben uns daher entschlossen, beim DFB einen stark „abgespeckten“ Etat einzureichen und haben den DFB in diesem Zusammenhang auf die besondere Situation der TuS Koblenz hingewiesen. Jetzt bleibt es abzuwarten, ob der DFB die Lizenz doch noch erteilt.“. Am vergangenen Freitag fand zwischen den Verantwortlichen der TuS, dem Oberbürgermeister der Stadt Koblenz und Vertretern des Landes Rheinland-Pfalz ein Krisentreffen statt. Bei diesem Treffen wurde allerdings klar, welche Forderungen die TuS also noch bis zum 01.06. zu erfüllen hatte. Weder das Land Rheinland-Pfalz, noch die Stadt Koblenz waren bereit, für die TuS die erforderliche Bürgschaft zu übernehmen.

Stadionmiete wird halbiert

Die Stadt Koblenz hat zwar die Bürgschaft nicht übernommen, verzichtet aber in der nächsten Saison auf die Hälfte der Stadionmiete, die die TuS an die Stadt Koblenz für das Stadion Oberwerth zahlen muss. Hecker: „Dafür sind wir dem Oberbürgermeister auch sehr dankbar. Leider waren aber die Möglichkeiten der Stadt aufgrund der eigenen Haushaltslage begrenzt. Diese Tatsache hat ihren Tribut gefordert.“

Personalplanungen laufen

Die Personalplanungen für die kommende Saison bei der TuS laufen. So steht auch schon die erste Personalie fest. Geschäftsführer Wolfgang Loos und die TuS gehen ab dem 01.07. getrennte Wege. Präsident Hecker: „Geschäftsführer Wolfgang Loos und ich sind uns seit einiger Zeit darüber einig, dass wir ab dem 1. Juli getrennte Wege gehen werden. An dieser Stelle möchte ich Herrn Loos für sein wirklich überragendes Engagement, das er gerade in den letzten Wochen an den Tag gelegt hat, danken. Was Herr Loos insbesondere auch in den letzten Wochen in den Verein investiert hat, war keineswegs selbstverständlich. Mein Dank gilt auch allen übrigen Mitarbeitern, die ebenfalls schwierige Wochen zu überstehen hatten. Mit dem Trainer werden wir natürlich die Situation auch erörtern. Natürlich werden wir auch so schnell wie möglich mit den Spielern über ihre Zukunft bei der TuS sprechen.“

Retter-Aktion bringt mehr als 10.000 Euro

Die Verantwortlichen der TuS riefen auch zu einer Retter-Aktion auf. Fans und Freunde der TuS wurden aufgerufen für ihren Verein zu spenden. Hierbei kamen bis jetzt mehr als 10.000 Euro zusammen.  Hecker äußert sich wie folgt zur Retter-Aktion: „Das stimmt. Auch die Unterstützung durch unsere Fans – nicht nur in finanzieller Hinsicht – war für alle Verantwortlichen ein stetiger „Kraftspender“. Und Kraft haben wir in den letzten Wochen alle über alle Maßen benötigt. Ich möchte mich in diesem Zusammenhang auch bei alle unseren Sponsoren bedanken, die uns immer wieder ihre Solidarität bekundeten. Selbstverständlich benötigen wir die Unterstützung der Fans und der Sponsoren auch jetzt noch und in der Zukunft, geht es doch in erster Linie darum, die TuS am Leben zu erhalten.

Es bleibt zu hoffen, dass die TuS am 08.06. eine positive Nachricht vom DFB erhält und weiterhin in der dritten Liga verbleiben kann. Die TuS wäre nach Rot-Weiß Ahlen die zweite Mannschaft, die keine Lizenz für die nächste Spielzeit bekommt. Wenn dem so ist, bleibt die Mannschaft von Werder Bremen II in der kommenden Spielzeit der dritten Liga, trotz sportlichem Abstieg, erhalten.

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