"Trifft uns alle sehr hart": Kniat entschuldigt sich für Derby-Pleite

Trotz Führung ging Arminia Bielefeld beim Derby in Münster am Sonntagnachmittag als Verlierer vom Platz. Trainer Mitch Kniat haderte mit der Niederlage, entschuldigte sich gar dafür und monierte ein "paar richtig dumme Aktionen" in der Schlussphase. Mael Corboz wehrte sich derweil gegen den Vorwurf, die Mannschaft habe in der Schlussphase nicht alles gegeben.

"Nicht nur kopflos, sondern auch naiv agiert"

Als Merveille Biankadi die Ostwestfalen nach 37 Minuten vom Elfmeterpunkt in Führung gebracht hatte, standen die Zeichen auf einen Auswärtssieg im Derby nicht schlecht. Doch weil Münster nur sechs Zeigerumdrehungen zum Ausgleich kam und die Partie im zweiten Durchgang schließlich komplett drehte, fuhr der Zweitliga-Absteiger mit leeren Händen nach Hause. "Wir müssen uns an die eigene Nase fassen und unsere Fehler eingestehen", legte Trainer Mitch Kniat den Finger im Interview mit "MagentaSport" in die Wunde.

Zu den Fehlern gehörte etwa, nicht das 2:1 gemacht zu haben. Die beste Chance darauf hatte Momuluh nach 49 Minuten, allerdings traf er nur den Pfosten. Bereits im ersten Durchgang war der DSC zudem in Person von Lannert an der Latte gescheitert. "Wenn du die Tore nicht machst, wirst du bestraft", hielt Kniat nüchtern fest, wobei die Chancenverwertung nicht das einzige Manko war. Gleichzeitig ärgerte er sich über den Auftritt seiner Mannschaft in der Schlussphase und sprach von ein "paar richtig dummen Aktionen". Etwa ein falscher Einwurf oder ein Pass, der beim Gegner landete. "Das baut den Gegner natürlich auf."

Nach dem 1:2 habe sein Team zudem "nicht nur kopflos, sondern auch naiv agiert", sagte er laut der "Neuen Westfälischen" bei der Pressekonferenz nach der Partie. "Einfachste Dinge haben nicht geklappt. Für diese Derby-Niederlage entschuldige ich mich. Das trifft uns alle sehr hart. Im Endeffekt haben wir uns selber geschlagen. Wir waren nicht so auf dem Platz, wie wir uns das vorgestellt haben."

"Wir haben alle Gas gegeben"

Neuzugang Mael Corboz, der direkt in der Startelf stand, pflichtete seinem Coach bei: "In der zweiten Halbzeit war es zu wenig, wir haben die Spielkontrolle verloren. Das fällt auch in meine Verantwortung, ich muss das besser machen", zeigte sich der US-Amerikaner, der seine fünfte gelbe Karte gesehen hat, selbstkritisch. "Teilweise haben wir fast bei jeder Aktion einen Fehler gemacht", meinte Corboz, nachdem der DSC eine "gute erste Halbzeit" gespielt habe, die Leistung aber nicht über 90 Minuten auf den Platz bringen konnte. An fehlender Leidenschaft habe es aber nicht gelegen, betonte der 29-Jährige und wehrte sich gegen den Vorwurf, die Mannschaft habe sich in der Schlussphase nicht mehr gewehrt: "Wir haben alle Gas gegeben. Leider hat es nicht gereicht."

Sportchef Michael Mutzel sprach gegenüber der "Neuen Westfälischen" von einer "definitiv vermeidbaren" Niederlage und meinte: "Ich hatte das Gefühl, dass wir es 70 Minuten gut gemacht hatten und auch zu Chancen gekommen sind. Münster hat dann aus relativ wenig die Tore gemacht. Die letzten Minuten waren nicht mehr gut. Da haben wir ein bisschen kopflos gespielt. Wir dürfen dieses Spiel aber auf keinen Fall verlieren."

Immerhin: Besser machen können es die Ostwestfalen bereits am Mittwochabend im Heimspiel gegen Ulm. "Das werden wir definitiv", kündigte Kniat an. Nicht zuletzt mit Blick auf die Tabelle würde ein Sieg guttun, beträgt der Vorsprung auf die Abstiegsplätze doch nur noch fünf Punkte, sodass die Blicke vorerst nach unten gehen. Arminias Coach betonte aber: "Die Blicke gehen weder nach unten noch nach oben. Wir schauen nur auf uns."

   
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