Knackpunkt Stadion: Wackeln Türkgücüs Regionalliga-Pläne?

Eigentlich schien alles klar: Nach dem Rückzug aus der 3. Liga wird Türkgücü München in der kommenden Saison in der Regionalliga an den Start gehen. Die Stadionfrage war geklärt, die Lizenz sei nur noch "reine Formsache", hieß es. Doch jetzt gibt es neuerliche Probleme, die Türkgücüs Pläne für die 4. Liga ins Wanken bringen könnten.

Stadt war nicht in Kenntnis gesetzt

Noch am Donnerstagabend meldete der Klub per Pressemitteilung stolz: "Türkgücü München freut sich auf die Regionalliga." Demnach war bereits alles klar, dem Start in der Regionalliga stand nichts mehr im Weg. Seine Heimspiele will Türkgücü zum einen im Grünwalder Stadion und zum anderen beim SC Fürstenfeldbruck austragen. Doch während die Verträge zwischen den Münchnern und SC Fürstenfeldbruck bereits ausgehandelt werden, grätscht nun die Stadt dazwischen und bemängelt, nicht über die Pläne in Kenntnis gesetzt worden zu sein.

Gegenüber der "tz" verweist Oberbürgermeister Erich Raff auf den Nutzungsvertrag für das Stadion: So dürfe der Verein das Stadion "nur für sportliche Zwecke im Rahmen seiner Vereinsarbeit" nutzen. "Das Stadion andere Vereine nutzen zu lassen, gehört mit Sicherheit nicht zur Vereinsarbeit." Zwar habe die Stadt grundsätzlich nichts dagegen, dass ein weiterer Verein seine Spiele im Stadion des Kreisligisten austrägt, wolle aber vorher gefragt werden und müsse zudem seine Zustimmung geben. Problem: Der nächste Sportausschuss ist erst für den 19. Juli angesetzt. So lange kann Türkgücü allerdings nicht warten, da die Lizenzbedingen bereits bis Ende Juni erfüllt werden müssen. Und ohne Stadion – im Grünwalder Stadion kann TGM maximal zwölf Spiele austragen – gibt es keine Lizenz.

Appell der Klubs

"Das zeitliche Problem haben die Vereine zu verantworten", will sich Raff nicht unter Druck setzen lassen. "Warum sprechen sie nicht schon vor vier Wochen mit mir?", fragt der Oberbürgermeister: "Außer einer Mail hatte ich überhaupt noch keinen persönlichen Kontakt mit Verantwortlichen von Türkgücü." Es komme jetzt darauf an, was genau im Stadion gemacht werden müsse "und ob die baulichen Maßnahmen so groß sind, dass der Stadtrat das absegnen muss". Unter anderem muss ein Gästeblock errichtet werden. Die Pläne dafür hat der SC Fürstenfeldbruck schon seit einiger Zeit in der Schublade.

"Der Gästekäfig ist so konzipiert, dass er ohne Weiteres wieder demontiert werden kann und zwar ohne, dass Veränderungen an der Bausubstanz vorgenommen werden müssen oder mussten", sagt SCF-Präsident Jakob Ettner und will für Türkgücü kämpfen: "Wir werden alles dafür tun, dass Türkgücü überleben kann. Wir werden, um den Verein nicht zu gefährden, das Gespräch mit der Stadt suchen. Türkgücü darf nicht sterben." Auch Türkgücü-Präsident Taskin Akkay appelliert: "Es geht um den Sport. Wir sollten nicht wegen einer Diskrepanz zwischen Stadt und SC Fürstenfeldbruck zu den Verlierern werden. Der Region würde es gut tun, wenn ein Regionalliga-Verein kommt. Das belebt den Sport und für die türkische Community in Fürstenfeldbruck wäre es schön." Ob es tatsächlich dazu kommt, werden die nächsten Wochen zeigen.

   
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