Karsten Neitzel: "Ein echter Nackenschlag, der uns allen weh tut"

In einem von Einsatz und Leidenschaft geprägten Spiel begegneten sich die Tabellennachbarn Jahn Regensburg und Holstein Kiel auf Augenhöhe. Am Ende setzen sich die Hausherren mit 1:0 durch. Den Zuschauern bot sich über die komplette Spielzeit ein wechselseitiges Angriffsspiel, welches jedoch ohne hochklassige Strafraumszenen auskommen musste. Die Gäste aus dem 800 Kilometer entfernten Kiel konnten beim Jahn nicht an die bisherige Offensivstärke anknüpfen und fielen vor allem durch viele ungewohnte Ballverluste im letzten Drittel des Feldes und eine gewisse Ordnungslosigkeit im Spielaufbau auf. Gleichwohl durch den kurzfristigen Ausfall von Topscorer Tim Siedschlag (zwei Tore, vier Vorlagen) geschwächt, darf das nicht als Grund für die Niederlage der Störche gelten. Immerhin rückte für ihn der frühere Bundesliga-Akteur Marcel Schied in die Startelf. Der mittlerweile 30-Jährige, der bei Hansa Rostock seine Profikarriere begann, spielte solide, konnte sich aber nur durch einen ungefährlichen Fallrückzieher am Fünfmeterraum und einen Distanzschuss in der Schlussviertelstunde für einen Stammplatz empfehlen. Ebenso blass blieb in diesem Spiel der für die Kieler Offensive so wichtige Marc Heider (vier Tore, zwei Vorlagen). Für ihn kam in der 63. Minute Fiete Sykora. Doch weder Sykora noch der drei Minuten späte für Kazior eingewechselte George Kelbel konnten die Angriffsbemühungen Holsteins zwingender gestalten.

Riedmüller unglücklich, Dressler mit dem späten Siegtreffer

Die Defensive der Kieler wirkte auch in diesem Spiel nicht hundertprozentig sattelfest, konnte jedoch über weite Strecken die Angriffe des Jahn abwehren. Spätestens nachdem Regensburgs Aosman in der 27. Minute zum eingesprungen Seitfallzieher ansetzte, war die Kieler Abwehr hellwach und besann sich auf ihre Tugenden in der Zweikampfführung. Aosmans Schuss übrigens pflückte Riedmüller sicher aus der Luft. Überhaupt hatte sich der Kieler Schlussmann bis zur 87. Minute nicht viel vorzuwerfen, hielt er doch mehrere Male die Störche durch starke Paraden im Spiel. Wie nach einer knappen halben Stunde gegen Romas Dressler, der aus fünf Metern unbedrängt den Ball Richtung Tor köpfte. Drei Minuten vor Schluss war es wieder Dressler, der mit einem Fernschuss Riedmüller dazu zwang zur Ecke zu klären. Riedmüller verlor im Gedränge die Übersicht und ließ den folgenden Eckball nur prallen. Knapp zwei Meter vor der Torlinie ließ sich erneut der Regensburger Stürmer Romas Dressler nicht lange bitten und schob zum ersten Saisontor ein. Die wütenden Kieler Angriffe in den letzten Zügen des kräftezehrenden Spiels brachten nichts zählbares mehr ein.

"Wir sind sehr enttäuscht"

Trainer Karsten Neitzel analysierte nach dem Partie: „Wir haben in dieser Saison schon bessere Spiele abgeliefert, das ist klar. Wir hätten unser Minimalziel mit einem Remis erreichen können. Wir sind sehr enttäuscht und das späte Tor ist ein echter Nackenschlag, der uns allen weh tut. Jetzt gibt es vielleicht einen Jammertag, aber dann werden wir sofort dran gehen, die Fehler und Schwächen zu analysieren und zusehen, dass wir wieder Spiele gewinnen.“ Es bleibt abzuwarten, ob es dem gebürtigen Dresdner gelingt seine Truppe nach dieser erneuten Pleite wieder aufzurichten.

FOTO: calcio-culinaria.de

   
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