KFC-Verteidiger Christian Dorda im Thesen-Interview

Im Thesen-Interview mit liga3-online.de spricht Uerdingens Linksverteidiger Christian Dorda über seine enge Bindung zu Fohlen, Fritten in Belgien und Holland und eine für ihn verbotene Karnevalsstadt.

"Ein peinlicher Fehler"

liga3-online.de: Von 1996 bis 2011 kickten Sie für Ihren Heimatverein Borussia Mönchengladbach. Das war eine lange Zeit bei den Fohlen. Wir gehen davon aus, dass Sie großer Pferdeliebhaber sind, Herr Dorda!

Christian Dorda: Definitiv! (lacht) Ich habe bei der Borussia meine komplette Jugend verbracht und bin dort Profi geworden. Zu Gladbach habe ich weiterhin eine enge Bindung. Das wird immer mein Verein bleiben.

Danach spielten Sie in den Niederlanden und in Belgien. Spätestens nach Ihrer Zeit in Belgien müssten Sie ja jetzt ein absoluter Fritten-Feinschmecker sein!

Um ehrlich zu sein, war ich in Belgien eher selten Fritten essen. (lacht) Aber wenn ich dann mal unterwegs war und mir Pommes geholt habe, waren sie extrem lecker. Als Fritten-Feinschmecker würde ich mich aber trotzdem bezeichnen. Von Gladbach aus waren die Wege in die Niederlande sehr kurz und ich bin regelmäßig nach Roermond gefahren. Dort gab es dann so gut wie immer Fritten.

Hand aufs Herz: Wo gibt es die besten Fritten?

Die Fritten in Roermond haben es mir immer besonders angetan. (lacht) Vielleicht würde ich das anders sehen, wenn ich in Belgien häufiger welche gegessen hätte. Aber so muss ich sagen: Die Roermond-Fritten schlägt keiner!

Mal ganz ehrlich: Der Wechsel nach Belgien kam doch nur zustande, weil Sie die Flaggen von Deutschland und Belgien verwechselt haben. Eigentlich wollten Sie damals bereits zurück in die Heimat!

Vollkommen richtig. Ein peinlicher Fehler, von dem ich gehofft hatte, dass er nie an die Öffentlichkeit gelangen würde. Ich war davon überzeugt, nach Deutschland zurückzukehren und plötzlich war ich in Belgien. Aber einmal da, kommst du auch nicht mehr so schnell wieder weg. Schließlich hatte ich einen Vertrag unterschrieben. Blöd gelaufen.

Sie haben es überstanden und sind jetzt wieder in Deutschland. Seit 2017 spielen Sie für den KFC Uerdingen, bloß 45 Minuten entfernt von Ihrer Geburtsstadt Mönchengladbach. Wohnen Sie wieder in Gladbach?

Ich lebe in Kaarst, in der Nähe von Düsseldorf. Das ist sozusagen die Mitte von Gladbach und Uerdingen. So habe ich es weder zum KFC noch in die Heimat weit und bin nie lange unterwegs.

 

"Köln? Da darf ich nicht hin"

Aktuell ist Karnevalszeit. Als Gladbacher ist Köln für Sie sicher verbotene Zone.

Ja, da darf ich nicht hin. (lacht) Mit Dominik Maroh haben wir ein Kölner Urgestein in der Mannschaft. Da herrscht ohnehin schon immer eine schwierige Atmosphäre. Am 11. März ist zum Glück das große Derby Gladbach gegen Köln, die Vorfreude ist riesig. Nach unserem Sieg gegen den "Effzeh" herrscht dann in der Kabine erst einmal wieder Ruhe. Das wird herrlich. Ich sehe jetzt schon wieder seine Wut in den Augen, wenn ich ihn provoziere. (lacht)

Sie sind Linksverteidiger. Auf dieser Position spielen oft Spieler, die umfunktioniert wurden. Wir tippen einfach mal, dass auch Sie früher eine andere Position gelernt haben!

Richtig getippt. Ich war Stürmer und habe sogar ab und zu das Tor getroffen. (lacht) Als wir dann irgendwann keinen Linksverteidiger hatten, kam der Trainer auf mich zu und fragte, ob ich mir vorstellen könne, nach hinten zu gehen. Damit war es um mich geschehen. (lacht) Seitdem spiele ich hinten links in der Kette, fühle mich dort aber mittlerweile auch super wohl.

Uerdingens Präsident Mikhail Ponomarev polarisiert. Sein Kabinen-Ausraster vor einigen Monaten ging viral. Ein paar Wörter auf Russisch können Sie jetzt bestimmt auch.

Mikhail Ponomarev ist nun einmal ein sehr emotionaler Mensch, der viel mitfiebert. Wir machen es ihm auch nicht einfach. Statt hin und wieder mal früh in Führung zu gehen und deutliche Siege einzufahren, erzielen wir das Siegtor meist sehr spät. Ich bin mir sicher, dass sich der Präsident zwischendurch etwas entspanntere Spiele wünschen würde.

 
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