KFC Uerdingen rutscht weiter ab: "Schläfrig und extrem mutlos"

Der KFC Uerdingen hat das erste Spiel nach der Entlassung von Stefan Krämer mit 0:3 gegen den SC Verl verloren und ist in der Tabelle nach der dritten Pleite in Folge weiter abgerutscht. Entsprechend enttäuscht zeigten sich alle Beteiligten nach dem Spiel. Dabei überwog vor allem die Verwunderung über die gezeigte Leistung in der ersten Halbzeit.

Eine Halbzeit zum Vergessen

"Wir hatten uns viel vorgenommen heute", gestand KFC-Interimstrainer Stefan Reisinger nach dem Spiel bei "MagentaSport". Und auch Abwehr-Hüne Assani Lukimya versicherte, dass er nach einer "guten Trainingswoche" mit einem positiven Gefühl ins Spiel gegangen sei. Mutig hätten die Krefelder sein wollen, doch viel war davon zu Beginn der Partie nicht zu sehen. Nach nicht einmal 20 Minuten stand es nach dem bereits dritten Torschuss des heimischen Sportclubs aus Verl 1:0 für die Gastgeber (19.), die im weiteren Verlauf des ersten Durchgangs auch noch den zweiten Treffer erzielen sollten (38.).

"Die erste Halbzeit war eine Vorentscheidung", resümierte Reisinger und hielt fest: "Wir waren so vorbereitet, wie wir es eigentlich gebraucht haben. Aber wir haben es vor allem in der ersten Halbzeit so nicht umgesetzt." Die Quittung habe das Team in der Halbzeit kassiert, als Reisinger mit gleich vier Wechseln zu Durchgang zwei nochmals neue Impulse setzte. Doch auch diese sollen nicht mehr vollends greifen, auch wenn der Auftritt durchaus ansehnlicher wurde. "Ich persönlich hätte nie gedacht, dass wir so ins Spiel reingehen", zeigte sich Lukimya überrascht vom Auftritt der Krefelder. So habe die Analyse unter der Woche die offensive Agilität des SCV fokussiert, der mit einem hohen Anlaufen oder tiefen Reinrücken hätte begegnet werden sollen. "Herausgekommen ist eine Mischung davon", analysierte der Routinier frustriert und so sei die Enttäuschung "riesengroß".

"Die Mannschaft ist im Kopf stabil"

Dass der gastgebende SC Verl mit einem Konter in der Schlussviertelstunde noch das 0:3 erzielen konnte (77.) und der KFC nach einer gelb-roten Karte für Haktab Omar Traoré in Unterzahl agieren musste (79.), rundete den missglückten Nachmittag der Gäste ab. Ein Ruck nach der erfolgten Trainer-Entlassung schien nicht unbedingt durch die Mannschaft gegangen zu sein. "Wenn man da das Ergebnis sieht mit 0:3, sieht das schon deutlich aus", zeigte sich Reisinger enttäuscht, der noch nicht bestätigen konnte, ob er auch beim kommenden Spiel gegen Türkgücü, das aufgrund der Dresdner Quarantäne erst am übernächsten Spieltag stattfinden kann, auf der Bank sitzen wird. Dies müssten "andere entscheiden". Gefehlt haben ihm die "Basics". So sei sein Team "etwas schläfrig aufgetreten und vorne zu harmlos. Das war extrem mutlos."

Doch obwohl der KFC auf den drittletzten Tabellenplatz abgerutscht ist, dachte natürlich niemand ans Aufgeben. So trennt den KFC lediglich ein Punkt vom rettenden Ufer, durch die Zwangspause unter der Woche könnte der Rückstand allerdings weiter anwachsen. "Es gibt noch sechs Spiele, da ist noch alles möglich", gab sich Reisinger abschließend kämpferisch. Auch die Fans scheinen noch hinter der Mannschaft zu stehen. Rund 30 von ihnen reisten mit nach Verl, feuerten das Team außerhalb des Stadions und richteten nach dem Schlusspfiff einige Worte an die Mannschaft. "Die Fans haben uns zu verstehen gegeben, dass sie hinter uns stehen", gab Lukimya Eindrücke. Allerdings müsse jetzt nicht mehr viel geredet werden, sondern das Ziel sei es nun "Punkte zu sammeln". Was den ehemaligen Bundesliga-Spieler positiv stimme, sei dass "die Mannschaft im Kopf stabil sei". In der Tat schaffte es der KFC trotz aller Umstände der vergangenen Wochen und Monate mindestens den Anschluss zu wahren. Um die Hoffnung aufrechtzuerhalten, scheint ein Erfolg gegen Türkgücü München allerdings unausweichlich – und hierfür ein anderer Auftritt als noch im ersten Durchgang in Verl. "Das Spiel ist sehr wichtig. Wir brauchen die Punkte", sagte Christian Dorda beim Vereins-TV.

   
Back to top button