Kevin Wölk und das neue Glück für Darmstadt

Geschehen am 27. Spieltag der dritten Liga beim Spiel Wacker Burghausen gegen den SV Darmstadt 98: In der 65. Spielminute tritt Kevin Wölk zum Freistoß an: Der Ball fliegt aus rund 30 Metern vom rechten Halbfeld in den Strafraum, springt einmal im Fünfmeterraum auf und landet von anderen Spielern unberührt zum 1:1 Ausgleich im Tor. Ein bezeichnender Treffer für Mittelfeldakteur Wölk, der ein Spieler ist, der jederzeit den Unterschied ausmachen kann:

Direkt  verwandelter Freistoß

Dank dem Auge für den Mitspieler als auch eigener Torgefährlichkeit bringt es der feine Techniker bis zum jetzigen Zeitpunkt der Saison auf neun Scorerpunkte (vier Tore und fünf Vorlagen). Das Spiel des sechsundzwanzigjährigen Oldenburgers, immer an der Grenze der Fairness, ist geprägt von einer gewissen Schlitzohrigkeit: Ein Beispiel ist ein direkt verwandelter Freistoß in die Torwartecke beim 5:1 gegen Arminia Bielefeld gleich in seinem ersten Spiel für die „98er“. Dieses Tor beziehungsweise seine gesamte Leistung in jenem Spiel, nahm der Personalie Wölk etwas die Brisanz:

Provokationen gegen die „Lilien“

Nach nur einem Punkt aus den ersten drei Partien reagierte der Verein mit seiner Verpflichtung, welche in der Fanszene allerdings sehr umstritten war. Der Grund: Während seiner Zeit bei Hessen Kassel (2008 – 2010) machte er sich mit Provokationen gegen die „Lilien“ zur absoluten Reizfigur im Darmstädter Lager. Auch seine Nähe zur Kasselaner Ultra-Szene, deren T-Shirt er einmal bei einem Torjubel unter dem Trikot hervorholte, führte zu diesen schwierigen Voraussetzungen. Seine fußballerischen Qualitäten waren allerdings von Anfang an unbestritten und man wartete mit Rücksicht auf die restliche Mannschaft seine Arbeit auf dem Platz ab. „Soll er doch mit Leistung überzeugen“, so der Tenor.

Ein Wölk-Tor im Derby?

Und diese stimmte bisher sehr oft. Sein Problem ist jedoch die fehlende Konstanz, die einem guten Auftritt oftmals einen unauffälligen folgen lässt. Mit dem 1:1 in Burghausen hat Kevin Wölk nun aber einen ganz wichtigen Treffer gelandet und der Mannschaft somit einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf gesichert. Bleibt zu hoffen, dass er seine Leistung nun noch regelmäßiger abruft. Denn die Fähigkeiten, regelmäßig der Matchwinner zu sein, besitzt der Spieler mit der Nummer 24 ohne Zweifel. Die nächste Möglichkeit bietet sich ihm schon am kommenden Dienstag – da steht das Hessenpokal-Viertelfinale in Offenbach auf dem Programm. Über ein Wölk-Tor im Derby würden sich vermutlich auch die größten noch verbleibenden Kritiker freuen.

FOTO: www.o-m-d.org

 

 

 

 

   
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