Kein Punktabzug bei Insolvenz – Saison-Verlängerung möglich

Wie erwartet hat sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) der DFL angeschlossen und den üblichen Neun-Punkte-Abzug bei Eröffnung eines Insolvenzverfahrens bis zum Saisonende ausgesetzt. Zudem hat der Verband die Spielordnung dahingehend geändert, dass die Spielzeit über den 30. Juni hinaus verlängert werden könnte.

Verlängerung der Saison möglich

Seit 2014 galt: Meldet ein Verein Insolvenz an, bekommt er in der laufenden Saison neun Punkte abgezogen – so geschehen zuletzt bei Rot-Weiß Erfurt und dem Chemnitzer FC in der Saison 2017/18. Um die Vereine aufgrund der finanziellen Folgen der Coronakrise zu entlasten, wird bei Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in dieser Saison nun kein Punktabzug verhängt – das gab der DFB am Freitag bekannt. In der kommenden Saison würden drei Punkte abgezogen werden. Eine Lösung, von der nun unter anderem der 1. FC Kaiserslautern profitieren könnte. Bei möglichen Geisterspielen will der DFB zudem auf die Abgaben der Vereine verzichten.

Die zweite Änderung: Für die kommenden 15 Monate ist der Grundsatz, dass ein Spieljahr zum 1. Juli eines Jahres beginnt und zum 30. Juni des folgenden Jahres endet, aufgehoben. "Das bedeutet, die laufende Saison kann, sofern nötig und kein Abbruch gewollt ist, (…) über den 30. Juni 2020 hinaus verlängert werden und das Spieljahr 2020/2021 zu einem späteren Zeitpunkt beginnen oder notfalls sogar ganz oder teilweise entfallen", erklärt Vizepräsident Dr. Rainer Koch.

Die möglicherweise entstehenden Auswirkungen auf Spielberechtigungen, Wechselperioden, das Aufrücken in höhere Altersklassen im Jugendbereich sowie auf Verträge von Vertragsspielern "können ebenfalls angepasst werden, sollten sich Ende und Anfang der Spieljahre 2019/2020 und 2020/2021 verschieben", teilte der DFB mit. Zu klären ist etwa, wie mit Verträgen verfahren wird, die am 30. Juni enden. Insgesamt spricht der Verband von einem der weitreichendsten Eingriffe in die Spielordnung in der Geschichte des DFB. Durch die Möglichkeit einer über den 30. Juni hinaus verlängerten Saison könnten Geisterspiele oder ein Abbruch vermieden werden. Gute Nachrichten also für die Klubs, die in dieser Frage gespalten sind.

Verschlanktes Zulassungsverfahren geplant

"Wir haben mit diesem Beschluss einen großen und sehr wichtigen Schritt gemacht", sagt Vizepräsident Peter Frymuth. "Die Erarbeitung folgte zwei übergeordneten Zielsetzungen: Zum einen ging es um größtmögliche Flexibilität in der aktuellen Krisensituation, zum anderen um Erleichterungen für die Vereine. Damit ist eine gute Grundlage geschaffen, um die nächsten Herausforderungen in dieser besonderen Zeit anzugehen."

Im nächsten Schritt will der DFB das Zulassungsverfahren der 3. Liga optimieren. Frymuth kündigt Anpassungen an, die "sofort greifen und die Vereine entlasten". Zwar soll das Zulassungsverfahren nicht komplett ausgesetzt oder aufgehoben werden, aber in der in der aktuellen Situation die "gewohnten Maßstäbe" anzusetzen, "wäre absurd", so Frymuth. "Denn dies würde später, wenn wieder Normalität im Fußball einkehrt, eine Rückkehr in den geregelten Betrieb wirtschaftlich und organisatorisch erschweren und könnte für Folgeprobleme sorgen – sowohl bei den Klubs selbst als auch für die gesamte Liga. Deshalb ist ein verschlanktes Zulassungsverfahren die sinnvollste Lösung."

 

 
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