Jena: Stadtrat beschließt europaweite Stadionausschreibung

Gute Nachrichten für den FC Carl Zeiss Jena: Der Jenaer Stadtrat hat am Donnerstagabend die europaweite Ausschreibung des Stadionprojektes beschlossen. Es ist ein Meilenstein in Richtung Stadionneubau. Schon im Frühjahr 2019 könnten die Bagger anrollen.

Nord- oder Südkurve noch offen

"Das neue Stadion kommt! Jetzt gilt es, im Verfahren ein möglichst gutes Ergebnis für die Jenaer Bürgerinnen und Bürger, den FCC und die Fans zu erzielen", sagte Oberbürgermeister Albrecht Schröter nach der Abstimmung des Stadtrates. Das Vergabeverfahren beginnt mit der Veröffentlichung im europäischen Amtsblatt. In dem Online-Portal werden die entsprechenden Unterlagen voraussichtlich am Montag veröffentlicht und sind dort für jedermann einsehbar.

 

Ob die Heimfans künftig in der Nord- oder Südkurve untergebracht werden, steht noch nicht fest. Die interessierten Investoren werden aufgefordert, für beide Varianten einen Vorschlag einzureichen. Hierbei seien bestimmte Sicherheitsaspekte zu berücksichtigen, teilte die Stadt mit. Etwa, dass die Gästefans aus südlicher und die Heimfans aus nördlicher Richtung ins Stadion gelangen und gegebenenfalls im Stadion kreuzungsfrei aneinander vorbei geführt werden. Die Trennung der Fans müsse dabei gewährleistet werden. "Diesen Vorschlag, die Südkurve für die Heimfans zu erhalten, haben wir gerne aufgegriffen. Wir sind nun sehr auf die Vorschläge der Investoren zur Umsetzung gespannt", sagte Stadion-Projektleiter Martin Berger. Welche Variante schlussendlich den Zuschlag erhält, wird unter anderen von Sicherheitsaspekten und den Kosten abhängen.

Baubeginn im Frühjahr 2019? Kosten bei 40 Millionen Euro

Bei einem guten Verlauf des Verfahrens ist die Vergabe Ende des Jahres möglich, sodass der Baubeginn im Frühjahr 2019 erfolgen könnte. Eine Fertigstellung der Arena würde dann bis Ende 2020 angestrebt werden. Die voraussichtliche Gesamtinvestition, die nicht nur den Neubau des Stadions, sondern auch den Bau einer Leichtathletikanlage sowie die Gestaltung des Stadionumfeldes umfasst, liegt bei über 40 Millionen Euro. Das Land Thüringen hat vor, die Arena mit 11 Millionen Euro und die Leichtathletikanlage mit 1,4 Millionen Euro zu fördern. Im Vergabeverfahren wird eine Obergrenze für die späteren laufenden Kosten vorgegeben, die von den Bietern eingehalten werden muss.

 

Beim FCC zeigte man sich erfreut, dass mit der Ausschreibung ein "langer, aber letztlich nötiger Prozess nach vielen Jahren intensiver Diskussion ein erfolgreiches Ende" habe: "Wir sind froh und glücklich, dass nunmehr die Weichen für ein neues, modernes Stadion an historischer Stätte in unserer Heimat – dem Paradies – gestellt wurden", so Geschäftsführer Chris Förster. In einer Mitteilung der Thüringer heißt es weiter: "Für den Jenaer Fußball und den FC Carl Zeiss Jena, der als letzter Profifußballverein Ostdeutschlands über keine moderne Spielstätte verfügt, bedeutet die heutige Entscheidung für eine moderne, reine Fußballarena im Ernst-Abbe-Sportfeld einen Meilenstein!" Wie Förster betonte, sei ein "unverzichtbare Grundstein" dafür gelegt, den FC Carl Zeiss Jena dauerhaft im Profifußball zu etablieren. "Wir freuen uns riesig, Teil dieses spannenden Projekts zu sein, bei dessen Bewältigung wir durch die Entscheidung des Stadtrats nun enormen Rückenwind und zusätzliche Motivation erfahren."

   
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