Jahn: Kommt jetzt endlich das neue Stadion?

Nach jahrelangen Diskussionen und sportlichem Auf und Ab des SSV Jahn scheint sich das Thema „Neues Stadion“ tatsächlich auf ein positives Ergebnis hin zu bewegen! Am 28. Juli soll der Stadtrat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause über das Projekt entscheiden, ob man beabsichtigt, das Stadion zu bauen oder nicht.

"Breite Mehrheit wird dafür sein"

Der frischgebackene Jahn-Aufsichtsratvorsitzende Christian Schlegl, der für die CSU im Stadtrat sitzt, ist sich sicher, dass eine breite Mehrheit dafür sein wird. Wenn das der Fall ist, wird Regensburgs Oberbürgermeister Hans Schaidinger (CSU) den „Letter of Intent“ unterschreiben, die Absichtserklärung zwischen Stadt und Verein im Stadtteil Oberisling mit dem Stadionneubau zu beginnen. Wer in diesem Fall das Bauen übernehmen soll ließ Schaidinger nach Zeitungsberichten auch schon durchsickern. Angeblich sollen die Regensburger Badebetriebe (RBB), die zum Beispiel das Regensburger Westbad gebaut haben, mit dem Stadion beauftragt werden. „Die RBB als städtische Tochter weiß, wie man große Freizeitprojekte baut und unterhält“, so Schaidinger.

Dass „Ob“ und das „Wer“ sind also bereits ziemlich geklärt. Bleibt die Frage „Wie“. Über das „Wie“ hat man weder beim Jahn noch bei der Stadt eine genaue Ahnung, mehr als dass der Audi-Sportpark in Ingolstadt Vorbild sein soll ist nicht bekannt.

Mulifunktionelles Stadion?

Dafür hat man sich woanders schon Gedanken gemacht. FDP-Fraktionsvorsitzender Horst Meierhofer hat sich mit Alexander Ruscheinsky, Geschäftsführer 24-Autobahn-Raststätten GmbH, einen erfahrenen Mann ins Boot geholt. Der Unternehmer hat bereits klare Vorstellungen für die neue Arena, die mit Hilfe des Diplom Ingenieurs Johannes Zettel bereits in eindrucksvollen Animationen bildlich dargestellt wurden. So soll es sich nicht um ein reines Fußballstadion handeln, sondern um ein mulifunktionelles Stadion. Erst einmal ist Ruscheinsky für ein Stadion ohne Ecken, denn diese Plätze seien bei den Fans unbeliebt und wären schwer zu verkaufen, noch dazu sind sie mit das Teuerste an einem Stadionbau. Weiter soll in das Stadion ein Hotel integriert werden, so wie beim deutschen Vizemeister Bayer Leverkusen.

"Hoffen auf doppelt so viele Zuschauer"

Dadurch würden die Fassadenkosten der Haupttribüne wegfallen, außerdem könnte man somit mit den Zimmern, die an Spieltagen als Logen dienen,  sogar noch zusätzliches Geld verdienen. Daneben soll auch ein Medizin- bzw. Rehazentrum mit Arztpraxen mit dabei sein, ein Schnellrestaurant, ein Sportartikelverkäufer und eine Tankstelle. Dadurch würde das Stadionareal nicht nur alle zwei Wochen bei Heimspielen belebt sein, sondern Tag und Nacht könnten am „Besten Standort für ein Stadion deutschlandweit“ (Ruscheinsky) insgesamt 200.000 bis 250.000 € pro Jahr erwirtschaftet werden. Den Namen weiß der Unternehmer auch schon: „Ostbayern-Arena“ soll sie heißen, die neue Heimat des SSV Jahn Regensburg direkt an der A3.

Das Stadion müsse für die ganze Region bedeutend werden, dadurch erhofft er sich doppelt so viele Zuschauer. Auch hat Alexander Ruscheinsky nach eigenen Angaben bereits 10 Investoren an der Hand, die bereit wären, in das Projekt  zu investieren. Kontakte genug hat er durch seine erfolgreichen Autobahnraststätten. Diese Idee wird vom Bundestagsabgeordneten Meierhofer massiv unterstützt, da er mit dem Bau die Bürger nicht unnötig belasten möchte. Bis zu 6 Millionen Euro soll Ruscheinsky sparen können, im Gegensatz zu dem 22 € teurem Vorbild in Ingolstadt.

Aussehen der neuen Arena noch unbekannt

Und genau hier dürfte in Zukunft das Problem liegen. Dass die Arena kommt, ist ziemlich sicher. Nur wie sie aussehen wird, darin scheiden sich die Geister. So klasse die Entwürfe und Vorstellungen sind, die Koalition in Regensburg und auch der Jahn lehnen so eine Variante ab. Der neue Jahn-Chef Ulrich Weber sagt: „Multifunktionalität ist hinderlich auf dem Weg, auf dem wir uns jetzt befinden. Da wollen wir jetzt keine neue Baustelle aufmachen.“ Auch Regensburgs zweiter Bürgermeister Joachim Wolbergs (SPD), der im Aufsichtsrat vom Jahn sitzt, sagte am Montag bei der Mitgliederversammlung, man wolle das Stadion jetzt durchziehen und nicht noch einmal zurück zu einer Konzeptplanung gehen, was den Bau zurückwerfe. Aus diesem Grund schrieb Meierhofer seinem Stadtratskollegen Schlegl einen offenen Brief, in dem er noch einmal die Vorteile einer Multifunktionsarena aufzeigt und ihn und den Jahn umzustimmen versucht.

 Turm soll mit ins neue Stadion ziehen

Auch die Fans sind sich nicht einig. Einerseits wollen sie nicht mit einem Billigstadion, einem Betonklotz ohne Wiedererkennungswert, wie es für sie das Ingolstädter Stadion ist, abgespeist werden. Auch der berühmte Turm aus dem alten Jahnstadion, wo die Heimat der Fans ist, soll ins neue Stadion mit umziehen. Das ist auch in Ruscheinskys Planungen bedacht und umgesetzt. Andererseits wollen sie ein reines Fußballstadion, kein Schnickschnack mit Hotel und Tankstelle. Diese Diskussion also, wie das Stadion umgesetzt wird, ist noch zu führen. Und daran entscheidet sich, ob es bereits 2013 stehen kann oder Regensburg weitere Jahre mit Diskussionen verbringt und das Stadion auf sich warten lässt.

   
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