"Ist nicht unser Anspruch": Boyd nach 1:4-Pleite "hart enttäuscht"

Bestes Wetter, volles Stadion, das 119-jährige Vereinsjubiläum und die Verlängerung von Terrence Boyd: Es hätte ein schöner Tag werden können für den SV Waldhof Mannheim im Heimspiel gegen den MSV Duisburg. Doch nach der 1:4-Pleite war die Stimmung gedrückt.

"Peinlich"

Er musste erstmal durchatmen, als er nach Spielende zum Interview mit "MagentaSport" kam, Terrence Boyd. Vor dem Spiel noch freudestrahlend über den Platz gelaufen, nachdem seine Verlängerung bis 2027 verkündet worden war, schaute der Stürmer nun ziemlich enttäuscht drein. "Wir sind jetzt gerade alle geknickt und hart enttäuscht von uns. Du kriegst hier zuhause 1:4 auf den Sack, das tut richtig doll weh, weil es nicht unser Anspruch ist. Es hätte ein sehr schöner Tag werden können. Das ist ein Dämpfer."

Schon nach acht Minuten kassierte der Waldhof das 0:1, ehe die Zebras kurz vor und nach der Pause jeweils einen weiteren Treffer nachlegten. Mit dem 1:3 durch Lohkemper in Minute 61 "dachtest du, dass noch etwas machbar ist, gerade hier zuhause", sagte Boyd, "doch wir waren nach vorne nicht zwingend genug." So fiel kurz vor Schluss noch der vierte Gegentreffer. "Es ist einfach peinlich und enttäuschend für uns alle. Hier zuhause. Heute sah es fast ein wenig nach abschenken aus", ergänzte der 35-Jährige gegenüber der "Rhein-Neckar-Zeitung".

Trainer Luc Holtz monierte indes "zu leichtsinnige" Ballverluste, "die man sich gegen Duisburg nicht erlauben darf" – und kritisierte, dass es nach 15 Minuten keinen Elfmeter gab, nachdem Masca gegen Bulic zu Fall gekommen war. Zudem merkte der Luxemburger an, dass das dritte Gegentor "zu einfach" gefallen sei. Mit dem Ball sei zwar "viel, viel Gutes dabei" gewesen. "Aber wenn man oben in der Tabelle mitspielen möchte, muss man besser verteidigen. Das ist die nüchterne Analyse. Wir müssen das Gleichgewicht hinbekommen und abgezockter sowie ruhiger werden."

Boyd erklärt Verlängerung

Dazu soll auch Boyd in der kommenden Saison mit seiner Erfahrung weiterhin beitragen. Seine Entscheidung, das ursprünglich für Sommer angekündigte Karriereende zu verschieben, sei nach "nach reiflichen Überlegungen" gefallen. In den letzten Wochen und Monaten habe sich herauskristallisiert, dass er doch noch Blut geleckt habe und der Mannschaft auf sowie neben dem Platz helfen möchte. "Auch in einer Rolle, in der ich nicht immer von Anfang an spiele, aber trotzdem die Jungs anfeuere, ihnen etwas mit auf den Weg gebe", sagte der Stürmer. Einmal im Monat habe er einen Ausraster im Training, "wo ich dann immer Klartext rede. Sonst blödel ich auch nur rum".

Durch den – im Gegensatz zu den letzten beiden Spielen – frühzeitig erreichten Klassenerhalt habe der Waldhof nun Planungssicherheit. "Wir haben die Chance, nächste Saison einen großen Schritt zu machen. Es ist eine Entwicklung zu sehen. Wir bauen gerade was auf." Vieles gehe derzeit in die richtige Richtung. Auch Holtz zeigte sich "froh, dass Terrence bei uns bleibt. Man hat auch im Training gemerkt, dass er noch nicht bereit ist, aufzuhören. Daher ist es umso schöner, dass er noch ein Jahr bei uns bleibt." Beim Auswärtsspiel in Wiesbaden am nächsten Samstag will Boyd mit dem Waldhof dann wieder über drei Punkte jubeln.

   

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