Magdeburg nur 2:2 gegen Zwickau – Irres Torfestival in Erfurt

Satte zwölf Tore gab es am Mittwochabend in den beiden Nachholspielen zu bestaunen. Während der 1. FC Magdeburg durch zwei verschuldete Elfmeter nur 2:2 gegen den FSV Zwickau spielte und damit den Sprung auf Platz zwei verpasste, lieferten sich Rot-Weiß Erfurt und der VfL Osnabrück ein wahres Torfestival – am Ende hieß es 4:4.

Magdeburg 2:2 Zwickau: Zwei Führungen reichen FCM nicht

Rund 21.000 Magdeburger Fans sahen einen Start nach Maß ihrer Mannschaft. Stürmer Christian Beck wurde auf dem linken Flügel angespielt und leitete den Ball direkt zum mitgelaufenen Nico Hammann weiter, der wiederum Marcel Costly in der Mitte fand. Der Winterneuzugang ließ sich nicht lumpen und schob nach acht Minuten zur 1:0-Führung ein. Nur zwei Minuten später war Nils Butzen nach einem Pass von Costly frei durch. Dem Magdeburger versagten jedoch vor FSV-Keeper Johannes Brinkies die Nerven. Diese vergebene Großchance sollte sich umgehend rächen. Nach einem Rückpass ließ sich Jan Glinker im Magdeburger Strafraum einen Tick zu viel Zeit, Daniel Gremsl spitzelte den Ball weg und wurde anschließend vom Magdeburger Keeper gelegt. Den fälligen Strafstoß verwandelte Bentley Baxter Bahn sicher (15.). Die Blau-Weißen schüttelten sich nur kurz und hatten in der 30., 31. und 32. Minute die Dreifachchance zur Führung. Zuerst parierte Brinkies einen Hammann-Freistoß, im Anschluss fing er einen Kopfball von André Hainault auf der Linie und zu guter Letzt verzog Schwede aus spitzem Winkel. Mit einem für die Gäste schmeichelhaften Remis ging es in die Pause.

Drei Minuten nach Wiederanpfiff wurde es kurzzeitig ganz still in der MDCC-Arena. Ronny König war nach einem Steilpass frei vor Glinker und schob den Ball ins Tor. Doch dann das Aufatmen, der Treffer zählte wegen einer knappen Abseitsstellung zurecht nicht. Dennoch schien FSV-Trainer Torsten Ziegner den richtigen Ton in der Halbzeitansprache getroffen zu haben. Seine Mannschaft präsentierte sich deutlich offensiver und aktiver zum Start der zweiten Halbzeit. Nach knapp 60 Minuten kämpfte sich der FCM zurück in die Partie und verpasste nach einem Costly-Schuss nur knapp die erneute Führung. Besser machte es in der 64. Minute Philip Türpitz, der 25-Jährige ließ im Zwickauer Strafraum drei Mann stehen und vollendete mit einem strammen Schuss zum 2:1. Die Sachsen-Anhalter ließen im Anschluss nicht locker und hatten in der 79. Minute durch den eingewechselten Florian Pick eine gute Freistoßgelegenheit. Nach einem Zweikampf im Magdeburger Strafraum zwischen Lange und Hammann ertönte in der 84. Minute erneut die Pfeife von Schiedsrichter Florian Heft – Strafstoß! Erneut trat Baxter Bahn an und erneut war der Zwickauer erfolgreich. Die Magdeburger konnten nicht mehr antworten und verpassten dadurch den Sprung auf Platz 2. Mit 61 Punkten und einem Spiel weniger stehen sie hinter Wehen Wiesbaden. Der FSV Zwickau springt dank des Punktgewinns auf Rang 13 mit 37 Punkten.

Erfurt 4:4 Osnabrück: Irres Torfestival endet Remis

Einen Start nach Maß erwischte auch der VfL Osnabrück. Marcos Álvarez leitete einen Schuss von Christian Groß in der sechsten Minute per Hacke Richtung Erfurter Tor und ließ Philipp Klewin chancenlos zurück. Nur zwölf Minuten später gelang RWE die postwendende Antwort. Merveille Biankadi setzte sich auf dem Flügel durch und lieferte eine maßgeschneiderte Flanke auf den freistehenden Elias Huth, der sich nicht zweimal bitten ließ – 1:1. Dem war jedoch nicht genug, Erfurt war nun an der Reihe mit einem richtig sehenswerten Treffer. 18 Meter vor dem Tor erreichte ein Pass Nermin Crnkic, der den Ball aus der Drehung über VfL-Keeper Marius Gersbeck chippte (25.). Nur fünf Minuten später ging das Torfestival in Halbzeit eins weiter. Tobias Kraulich verlor den Ball im Aufbau und Groß spielte den Ball direkt auf den rechten Flügel. Die Flanke von Jules Reimerink verwertete Marc Heider, nachdem Jens Möckel den Ball unhaltbar abfälschte. Auf der Gegenseite verpasste Biankadi mit einem Schuss ans Außennetz den erneuten Führungstreffer der Erfurter. Besser machte es in der 37. Minute Tim Danneberg, der eine Flanke von Reimerink am zweiten Pfosten verwertete. Die Klärungsaktion von Kraulich kam zu spät. Nach fünf Toren ging es bei strömenden Regen in die Halbzeitpause.

Das muntere Toreschießen endete auch zu Beginn der zweiten Halbzeit nicht. Nach einer Ecke kam André Laurito aus fünf Metern frei zum Kopfball und ließ Gersbeck damit keine Chance (48.). In einem daraufhin weiter ausgeglichenen Spiel sorgte der eingewechselte Emmanuel Iyoha für das nächste Ausrufezeichen. Sein Schuss strich jedoch knapp am Pfosten vorbei (60.). Tore sind jedoch viel schöner und deshalb legte Erfurt wieder vor. In der 65. Minute wehrte Gersbeck einen Freistoß von Kraulich direkt vor die Füße von Huth, der den Ball nur noch über die Linie schieben musste. Der dritte Führungswechsel der Partie. Doch die Osnabrücker hatten keine Lust auf einen Rückstand. Zwei Minuten nach dem Führungstreffer durch Erfurt sorgte Iyoha für den prompten Ausgleich. Eine Flanke von Heider drückte der Angreifer nur noch über die Linie. Fast wäre dieses Spiel um zwei Tore reicher geworden. Zuerst rettete Klewin spektakulär auf der Linie gegen Álvarez (72.) und im Gegenzug traf der eingewechselte Kusi Kwame nur die Latte (73.). Auch kurz vor Schluss verpassten beide Teams den Siegtreffer. Zuerst scheiterte Álvarez am spektakulär parierenden Klewin (85.) und im Anschluss ließ Huth seinen dritten Treffer fahrlässig liegen (86.). Somit endete diese irre Partie Unentschieden – ein verdientes Ergebnis. Osnabrück bleibt damit auf Rang 16 und verpasst einen kleinen Befreiungsschlag. Erfurt hingegen zeigt Herz und Leidenschaft auf seiner Abschiedstournee.

   
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