In Stuttgart: Saarbrücken dominiert, verliert aber dennoch

„Oh wie ist das schön“ klang es nach dem 1:0-Erfolg gegen Saarbrücken aus der Kickers-Kabine. Schön war an diesem Freitagabend auf Kickers Seite allerdings nur das Ergebnis und der damit gelungene Klassenerhalt.  Marco Calamita sorgte in der Nachspielzeit für den neunten Heimsieg. Dieser kam allerdings sehr glücklich zu Stande, da die Gäste aus dem Saarland in einer mäßigen Drittliga-Partie durchgehend die bessere Mannschaft waren. Im folgendem erklärt liga3-online.de, warum Saarbrücken am Ende trotzdem mit leeren Händen da stand.

FCS lässt zahlreiche Torchancen aus

Die Saarländer lieferten die beste erste Halbzeit seit Langem ab, ließen jedoch auch beste Tormöglichkeiten aus. „Normalerweise müssen wir mit 1:0, 2:0, 3:0 führen. Wir haben uns sehr viele Chancen kreiert, aber wenn du unten stehst, triffst du vor dem Tor die falschen Entscheidungen", erklärte FCS- Trainer Fuat Kilic auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Alleine Rafael Korte hatte in der ersten Halbzeit vier Großchancen, um das 1:0 für den Tabellenletzten zu erzielen. Nach neun Minuten schoss er aus 15 Metern völlig freistehend übers Tor,  nach zwölf Minuten schob er den Ball aus fünf Metern am linken Pfosten vorbei. Drei Minuten später wurde sein Lupfer kurz vor der Linie von einem Stuttgarter Abwehrspieler geklärt und in Minute 35 lief er alleine auf SVK-Keeper Mark Redl zu, schoss den Ball jedoch knapp am linken Pfosten vorbei. Vier Großchancen – kein Tor. "Klar musste ich Korte in der Halbzeit aufbauen, aber wenn du unten stehst fehlt halt auch das nötige Glück im Abschluss", sagte Saarbrücken-Trainer Kilic. Ansonsten war er mit dem Auftreten seiner Mannschaft zufrieden. "Die Mannschaft hat heute alles umgesetzt was ich gefordert habe, ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen. Bis auf die Chancenauswertung hat heute alles gestimmt, es ist unfassbar, dass wir am Ende wieder mit null Punkten dastehen.“ Korte war jedoch nicht der einzige, der Großchancen ausließ. Ziemer lief gleich zweimal alleine aufs Tor zu, scheiterte aber am starken SVK- Rückhalt Redl, der auch den Kopfball von Kevin Pezzoni in der 67.Minute aus fünf Metern abwehren konnte.

Starker SVK-Keeper Redl

Redl war mit Abstand bester Stuttgarter und blieb auch in seinem dritten Heimspiel ohne Gegentor. „Ich freue mich natürlich über den Sieg und das wir zu Null gespielt haben. Für einen Torwart ist es immer gut wenn er sich auszeichnen kann", sagte der junge Keeper nach der Partie. Sein Kapitän Enzo Marchese war stolz auf die Leistung des dritten Torhüters. „Den Sieg haben wir heute ihm zu verdanken, er hat Klasse gehalten.“ Die Kickers fanden heute ansonsten überhaupt nicht statt. Kein Spielaufbau, viele Fehlpässe und bis auf den Kopfball von Nick Fenell in der 48 Minute auch keine Torchancen. Auch die Standards von Marchese und Baumgärtel landeten meist weit über dem Tor. „Da hat heute bei uns vieles nicht gestimmt, wir haben viel zu viele Torchancen zugelassen, hatten Probleme uns richtig zu Staffeln und in der Offensive fanden wir heute gar nicht statt", kommentierte Steffen die Leistung seiner Mannschaft. „Ich habe der Mannschaft in der Kabine gesagt, das wir unsere Chance noch bekommen werden, da Saarbrücken auf Sieg spielen muss“, sagte er weiter. So kam es dann auch. In der Nachspielzeit stand Marco Calamita im Gästestrafraum nach einer Marchese Ecke völlig frei und hatte keine Probleme zum 1:0 Siegtreffer einzuschieben.

Glücklicher Heimsieg

Am Ende zählte nur das Ergebnis. „Ich bin froh das wir mit 46 Punkten den Klassenerhalt geschafft haben, auch wenn das heute ein glücklicher Arbeitssieg war“, sagte SVK- Spieler Fabio Leutenecker. Nur eine Rückrundenniederlage in 14 Spielen und der frühzeitige Klassenerhalt, damit hätte nach dem verpatzen Saisonstart mit nur zwei Punkten aus acht Spielen wohl kaum jemand gerechnet. Doch vielleicht geht für die Blauen ja noch mehr, man schielt noch auf den vierten Tabellenplatz. Zunächst wartet aber das wichtige Pokalspiel am kommenden Mittwoch in Großaspach auf die Kickers. Für die Gäste aus Saarbrücken schwindet die Hoffnung auf den Klassenerhalt immer mehr. Dabei präsentierten sich die Gäste heute keinesfalls wie ein Absteiger, bis auf erwähnte Chancenauswertung. „Mir bleibt nichts anderes übrig als die Mannschaft jetzt wieder auszubauen, sodass wir gegen Halle die drei Punkte holen“, blickt FCS-Trainer Kilic voraus. Es klang wie eine Durchhalteparole.

FOTO: Stefan Kukral

 

   

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