"Immer die gleiche Marschroute": Hirsch verliert sich nicht in Träumen
Zwei Spiele, sechs Tore, kein Gegentreffer und sechs Punkte – der MSV Duisburg ist das Team, das am stärksten in die Rückrunde gestartet ist. Und jetzt kommen noch Leistungsträger aus dem Lazarett zurück. Am Sonntag (13:30 Uhr) treffen die Zebras mit 1.000 Fans im Rücken auf den SSV Ulm 1846.
Borkowski, Symalla – und Bookjans zurück?
Die Zebras haben ihren Galopp wieder aufgenommen und fegten Stuttgart II (4:0) und Jahn Regensburg (2:0) vom Platz. Dazu freuten sich die Duisburger noch über einen 5:0-Sieg unter der Woche gegen den SpVg Schonnebeck aus der Oberliga. "Wir haben sogar einen Strafstoß bekommen. Und dann sogar gleich zwei Stück", schmunzelte Dietmar Hirsch, denn im Liga-Alltag blieb die Pfeife der Unparteiischen bislang – trotz manch strittiger Situation – stumm. Aber der MSV-Coach zog auch sportliche Erkenntnisse aus dem Test: "Das war speziell für Dennis Borkowski und Simon Symalla sehr gut."
Beide genannten Spieler konnten schließlich zum ersten Mal längere Einsatzzeiten nach ihren Verletzungen sammeln. Das bedeutet, dass dem MSV nebst guter Ergebnisse in den letzten Wochen auch die Rückkehr von Leistungsträgern bevorsteht – besonders im Fall von Symalla, der schon zwei Tore und fünf Vorlagen in dieser Saison beisteuerte. "Er ist voll im Training und wir gucken jetzt mal, was Sinn macht. Die 30 Minuten hat er gut verkraftet", ordnete Hirsch ein, nachdem Symalla zuletzt zwölf Wochen lang ausgefallen war. Und damit nicht genug: "Auch Jakob Bookjans ist eigentlich wieder voll im Training, wobei wir da schon noch aufpassen."
"Werden wahrscheinlich mit Viererkette spielen"
Mit Mert Göckan (Bauchmuskelzerrung), Christian Viet (Knieverletzung) und Maximilian Dittgen (Schulterverletzung) fehlen nur noch drei Akteure verletzungsbedingt. Gleichzeitig muss aber auch Can Coskun (Gelbsperre) aussetzen, was die Frage nach der Position des Linksverteidigers aufwirft. "Wir werden wahrscheinlich mit Viererkette spielen. Das ist der Hinweis", ließ sich Hirsch nicht in die Karten blicken. Nur so viel stellte der MSV-Coach klar: "Alle Spieler in unserem Kader haben eine Berechtigung auf Spielzeit. Deswegen leben wir das jetzt auch. Wir haben keine Bauchschmerzen und vertrauen auf denjenigen, der dort spielen wird."
Probespieler Dominik Becker, der im Test zum Einsatz kam und solide Eindrücke bei Hirsch hinterließ, könnte hingegen eine weitere Alternative in der Abwehrzentrale werden. Allerdings wohl erst am Ende der Transferperiode, also noch nicht im Spiel gegen den SSV Ulm 1846. Hirsch warnte vor den Spatzen: "Auf dem Papier sollten sie nicht da stehen, wo sie stehen. Sie haben einem extremen Druck in Aue standgehalten und werden dadurch mehr Selbstvertrauen haben." Das trifft allerdings auch auf den MSV zu, denn kein anderes Team startete besser ins das Kalenderjahr. Wird der Aufstieg ein konkretes Ziel? "Jeder darf sagen, was er möchte. Jeder darf träumen. Wir bleiben aber dabei, dass wir uns auf das nächste Spiel fokussieren. Wir haben immer die gleiche Marschroute", so Hirsch.