Im "Worst-Case": SV Waldhof befürchtet Millionen-Schaden

Die anstehenden Geisterspiele im November treffen die Drittligisten hart. Sollte auch darüber hinaus, möglicherweise sogar bis zum Saisonende, ohne Fans gespielt werden müssen, wäre das für viele Klubs wohl existenzbedrohend. Der SV Waldhof Mannheim befürchtet für diesen Fall einen Schaden von bis zu fünf Millionen Euro.

"Katastrophe"

Immerhin zweimal durfte der Waldhof in der bisherigen Drittliga-Saison vor Fans spielen, mindestens in den Heimspielen gegen Ingolstadt und Zwickau sind nun jedoch keine Zuschauer zugelassen. Angesprochen auf die bevorstehenden Geisterspiele spricht Geschäftsführer Markus Kompp im "Mannheimer Morgen" von einer "Katastrophe" und betont: "Ohne Zuschauereinnahmen sind wir auf Dauer nicht überlebensfähig."

Doch was passiert, wenn es bis zum Ende der Saison ausschließlich Geisterspiele geben sollte? "Ich sehe den Schaden in diesem 'Worst-Case'-Fall bei bis zu fünf Millionen Euro – das wären etwas mehr als 50 Prozent der Gesamteinnahmen." Dramatische Aussichten, die auch auf andere Klubs zukommen könnten. Entsprechend hofft Kompp darauf, dass ab Dezember wenigstens wieder 500 Fans zugelassen werden. Dann könnten immerhin die Sponsoren und VIPs wieder ins Stadion, was einen nicht unwesentlichen Anteil an den Spieltagseinnahmen ausmacht.

Hilfe vom Bund gefordert

Falls jedoch über den November hinaus vor leeren Rängen gespielt werden sollte, "muss auf jeden Fall eine neue Corona-Hilfe vom Bund kommen", so Kompp. Zu Beginn der Pandemie hatte der Bund ein Hilfspaket für den Sport geschnürt, aus dem jeder Klub bis Ende Oktober 800.000 Euro abrufen konnte. Auch der Waldhof hatte entsprechende Unterstützung beantragt: "Es wurde bewilligt, ist aber noch nicht angekommen", berichtet Kompp, der im Falle von länger anhaltenden Geisterspielen mit Klub-Pleiten rechnet: "Wenn es über den Dezember hinaus ohne Zuschauer weitergeht, werden die ersten Insolvenzen kommen."

Die Mannheimer wären im beschriebenen "Worst-Case"-Szenario auf Fremdkapital angewiesen. Mit Zuschauern ab Dezember "müssten wir es aus eigener Kraft schaffen", so Kompp. Der Waldhof und die anderen Drittliga-Klubs werden also mit bangen Blicken auf die Entwicklung der Corona-Zahlen in den nächsten Tagen und Wochen blicken.

   
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  • Luzifer98

    Der Kompp soll sich mal nicht so anstellen, die Barackler haben doch mit Beetz einen stinkreichen Präsident und Mäzen, der die Verluste locker ausgleichen kann.

    • Matthias

      Kompp spricht hier nur aus, was wohl auch für viele Vereine gilt. Außerdem geht es ihm in erster Linie darum, es ohne Fremdkapital zu schaffen.

    • Günther1987

      Man kann vom Kompp halten was man will, aber die Finanzen hat er im Blick
      Er versucht alles damit der Verein auf Gesunden Füssen steht und scheut sich nicht dies durchzusetzten, egal ob gg den DFB vor Gericht oder in der Öffentlichkeit.
      Selbst ich fand nie alles toll was er gemact hat aber der Erfolg und der ist da seit Kompp da ist gibt Ihm recht.
      Hoffe andere Manager schliessen sich Kompp und Marien (FC Hansa) an, damit da mehr vom DFB und vom Bund kommen muss.

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