Holstein vor richtungsweisendem Spiel mit Personalsorgen im Angriff

Ein intensives Trainingslager in Spanien, erfolgreiche Spiele in der Vorbereitung, dazu namhafte Neuzugänge – Holstein Kiel will in der Rückrunde angreifen. Ob das Team das Zeug hat, um ganz oben mitzuspielen, muss sich im ersten Heimspiel des Jahres am Sonnabend gegen den VfR Aalen zeigen.

Ducksch und Gerezgiher fallen aus

Das Spiel wird zum ersten Gradmesser für die Kieler Ambitionen, denn der Rückrundenauftakt, ein 0:0 beim FSV Frankfurt, war ein Muster ohne Wert. Nach der gelb-roten Karte für Kingsley Schindler in der 35. Minute spielten die Störche fast eine Stunde in Unterzahl. Folge: Statt des von Trainer Markus Anfang geforderten Offensivfußballs stand eine Abwehrschlacht auf der Tagesordnung. Mit dem Auftritt seiner Elf in der ersten halben Stunde zeigte sich Anfang äußerst unzufrieden. "Das war das schlechteste Spiel, das meine Mannschaft in meiner bisherigen Amtszeit abgeliefert hat“, schimpfte der seit vergangenem August amtierende Trainer auf der Pressekonferenz: "In den ersten 35 Minuten haben wir alles vermissen lassen, was uns bisher ausgezeichnet hat.“ Das soll gegen die Schwaben anders werden: "Meine Mannschaft brennt darauf, zeigen zu können, dass sie es im Vergleich zum Frankfurt-Spiel viel besser kann“, kündigte Anfang an.

Allerdings: Ausgerechnet In der Offensive hat Holstein Personalsorgen. Zwar hat Sportchef Ralf Becker vor allem im vorderen Bereich auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Aber: Sowohl der bundesligaerfahrene Mittelstürmer Marvin Ducksch (zuletzt beim FC St. Pauli) als auch Flügelspieler Joel Gerezgiher (kam von Eintracht Frankfurt) fallen aus. Ducksch muss wegen eines Muskelfaserrisses wohl noch einige Wochen aussetzen, Gerezgiher zog sich gleich beim ersten Training mit den neuen Mitspielern einen Außenband- und Kapselriss im linken Knöchel zu. Der Verein geht von einer mindestens sechswöchigen Zwangspause aus. Zudem müssen die Kieler auf Rechtsaußen Kingsley Schindler verzichten, der seine Geld-Rot-Sperre absitzt.

Holstein ist gewarnt vor der Aalener Auswärtsstärke

Offensiv-Neuling Nummer drei, der Ex-Fürther Ilir Azemi, wird wohl ebenfalls nicht zum Einsatz kommen. "Ilir ist in einer ordentlichen Verfassung zu uns gekommen, aber erst einmal sollten die Spieler zum Einsatz kommen, die sich das auch erarbeitet haben“, so Anfang. Das sind nicht mehr allzu viele, denn drei Akteure für das vordere Mittelfeld und den Angriff haben den Verein in der Winterpause verlassen: Tammo Harder (Saarbrücken), Milad Salem (FSV Frankfurt) sowie der bereits vorher aus dem Ligakader gestrichene Saliou Sané (SF Lotte).

Die Kieler sind vor der Defensivstärke der Aalener gewarnt. Denn deren Trainer Peter Vollmann hat bereits in seinen beiden Amtszeiten als Holstein-Coach gezeigt, wo er die fußballerischen Schwerpunkte setzt: taktische Disziplin, eine starke Abwehr, eine robuste Zweikampfführung. Die bisherigen Ergebnisse sprechen für Vollmanns Marschroute: Der VfR hat erst zwei Auswärtspartien in dieser Saison verloren. Vor dem Anpfiff gibt es zudem ein weiteres Wiedersehen mit einem Ex-Holsteiner: Der langjährige Torhüter und gebürtige Kieler Niklas Jakusch, der vor der Saison zum FC Homburg wechselte, ist auf Stippvisite in der alten Heimat und wird offiziell verabschiedet.

 
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