Holstein mit Abwehrsorgen – Anfang dämpft die Erwartungen

Die Spannung wächst – aber auch die Personalsorgen. Im drittletzten Heimspiel der Saison gegen den Chemnitzer FC will Holstein Kiel am Sonnabend seinen Kurs Richtung Zweitliga-Aufstieg fortsetzen, muss aber möglicherweise die zuletzt so sattelfeste Abwehr umbauen.

Das Team spürt den Druck der Öffentlichkeit

Denn mit Kapitän Rafael Czichos und Außenverteidiger Christopher Lenz steht die gesamte linke Hälfte der defensiven Viererkette auf der Kippe. Czichos plagen Rückenprobleme, und Lenz laboriert nach Angaben des Vereins an einem grippalen Infekt. Als erste Alternative für die Innenverteidigung stünde Niklas Hoheneder bereit. Der isländische Abwehrmann Eidur Sigurbjörnsson, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft, bekam zuletzt kaum noch Einsatzzeiten.

Auf der linken Seite wäre das Eigengewächs Arne Sicker, wenige Tage nach seinem 20. Geburtstag, der wahrscheinliche Ersatz für Lenz. Sicker hatte auf dem Linksverteidigerposten in der Hinrunde mehrfach gute Leistungen angeboten. Zuletzt war er allerdings vor allem im offensiven Bereich zum Einsatz gekommen. Oder aber Trainer Markus Anfang gibt dem langjährigen Stammspieler auf dieser Position, Patrick Kohlmann, eine Chance. Der Routinier hatte ein halbes Jahr lang mit einem Bandscheibenvorfall zu kämpfen, kam zuletzt aber wieder in der zweiten Holstein-Mannschaft in der fünftklassigen Schleswig-Holstein-Liga zum Einsatz.

Vor den entscheidenden Wochen bemüht sich Anfang, die großen Hoffnungen in der Stadt zu dämpfen. "Es ist zu spüren, dass angesichts unseres Tabellenplatzes in der Öffentlichkeit die Erwartungen steigen“, so der Coach. Davon bleibe auch sein Team nicht unberührt, so der 42-Jährige mit Blick auf das holprige 1:1 bei Rot-Weiß Erfurt am vergangenen Wochenende: "Vielleicht hatte auch die Mannschaft zu hohe Erwartungen an sich, als sie vor dem Spiel erstmals Tabellenzweiter gewesen war.“

Hilft der Sturm an der Ostsee den Störchen?

Sein Appell an das Team: "Für uns kann es nur darum gehen, uns auf das nächste Spiel zu konzentrieren. Und das wollen wir gewinnen.“ Gegen den CFC könnten die Störche ihre Serie von zuletzt acht Spielen ohne Niederlage fortsetzen (vier Siege, vier Unentschieden). Dafür spricht die bislang überzeugende Kieler Heimbilanz mit neun Siegen bei nur zwei Niederlagen auf heimischem Geläuf. Dafür könnte auch die Extra-Belastung der Sachsen am vergangenen Mittwoch sprechen, als Chemnitz 120 Minuten brauchte, um den FSV Zwickau aus dem Landespokal zu werfen.

Allerdings warnt Anfang vor den Himmelblauen: "In dieser Mannschaft steht richtig viel Potenzial, der Kader gehört zu den stärksten der Liga.“ Die Sachsen sind in dieser Saison auswärtsstark und belegen mit 22 Punkten auf fremdem Platz Rang sechs im Auswärtsranking. Hinzu kommt: Holstein hat in dieser Spielzeit einen Ost-Komplex. Von neun Begegnungen gegen ehemalige DDR-Oberligisten konnte die KSV nur zwei gewinnen. Vielleicht bereitet das Kieler Wetter den Sachsen ja Probleme. Vorhergesagt sind Sturmböen ab Windstärke 8.

 

 

 
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