Holstein Kiel reist mit personellen Sorgen nach Aalen

Das Positive mitnehmen, an den Schwächen arbeiten – unter diesem Motto tritt Holstein Kiel die lange Reise zum ersten Auswärtsspiel der Saison beim VfR Aalen an. Das Positive: Die Störche hatten beim Heimauftakt den FSV Frankfurt über weite Strecken dominiert und sich zahlreiche Einschussmöglichkeiten erspielt. Am Ende stand allerdings nur ein 1:1-Unentschieden, weil die Kieler ihre großen Chancen in der zweiten Halbzeit allesamt liegen ließen.

Viele Zuschauer fühlten sich nach dem Schlusspfiff an die enttäuschende letzte Saison erinnert, als Holstein ebenfalls häufig spielüberlegen war, ohne dass die Ergebnisse stimmten. „Es ist völlig normal, dass die Fans das so sehen“, reagiert Trainer Karsten Neitzel auf das Murren im Holstein-Stadion. Sein Team habe aber ein „sehr gutes Drittliga-Spiel abgeliefert“. Und er schließt eine optimistische Prognose an: „Wenn wir diese Leistung bestätigen können, dann sind wir in der Lage, viele Spiele zu gewinnen.“

Salem fällt aus, Bielers Einsatz ist gefährdet

Vor dem Auftritt im Schwabenland plagen die KSV Holstein allerdings erhebliche Personalsorgen. So erhält der Langzeitverletzte Dominik Peitz, der seinen Innenbandriss im Knie auskuriert, in der Reha Gesellschaft von Milad Salem. Der afghanische Nationalspieler hatte sich nach einjähriger Zwangspause wegen eines Kreuzbandrisses in die Startelf gekämpft, musste gegen den FSV allerdings schon nach einer Viertelstunde verletzt die Segel streichen. Die Diagnose: Muskelfaserriss im Oberschenkel, schätzungsweise sechs Wochen Pause.

Zudem hat Innenverteidiger Dominik Schmidt Rückenprobleme, und Ersatz-Linksverteidiger Arne Sicker ist unter der Woche im Training umgeknickt. Der gegen die Frankfurter starke Mittelfeldregisseur Alexander Bieler konnte wegen Magenproblemen nicht trainieren, und Mittelfeldmotor Tim Siedschlag hat nach überstandener Blessur erst eine Trainingseinheit absolviert. „Die personelle Situation könnte besser sein“, merkt Neitzel an: „Aber wir jammern nicht.“

Die Statistik spricht für Holstein

In Aalen kommt es am Sonnabend zu mehreren Begegnungen mit alten Bekannten. VfR-Trainer Peter Vollmann war bereits zweimal Chefcoach bei Holstein Kiel und fungierte zudem eine Zeit lang als sportlicher Leiter. Im Kader der Schwaben steht mit Torge Paetow zudem ein Kieler Eigengewächs. Der Innenverteidiger schaffte über die A- und B-Jugend von Holstein und über den Viertligisten Weiche Flensburg den Sprung nach Aalen. Den umgekehrten Weg ging Dominick Drexler. Der Stürmer kam zur neuen Saison vom VfR zur KSV und hofft nun gegen sein altes Team auf seinen ersten Punktspieltreffer im Holstein-Trikot.

Die Statistik spricht für Holstein. Die Störche haben saisonübergreifend von ihren zehn letzten Punktspielern nur eines verloren. Und: Gegen Aalen hat Holstein noch nie verloren und noch nicht einmal ein Gegentor kassiert. Denn die zwei Partien der letzten Saison (0:0 und 1:0 für Kiel) waren die ersten direkten Begegnungen in der Geschichte der beiden Vereine. Bei solch positiven Zahlen „soll es bleiben“, so Neitzel.

 

 
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