Holstein Kiel auf dem Weg zu alter Stärke

Am dritten Spieltag stellte Holstein Kiel im Heimspiel gegen Werder Bremen II erneut aufsteigende Form unter Beweis.  Vor heimischem Publikum sorgten Marc Heider (9.), Neuzugang Steven Lewerenz (58.) und der wieder nur eingewechselte Manuel Schäffler (90. +2) für den zweiten Saisonsieg der Störche. liga3-online.de zeigt an drei Punkten auf, wieso es für Holstein beim Wiedersehen mit Ex-Kapitän Rafael Kazior und seinen Bremern zum 3:0-Sieg reichte.

Umstellungen fruchten, defensive Stabilität ist zurück

„Ich bin ganz froh, dass er heute nicht getroffen hat“, erklärte Holstein-Coach Karsten Neitzel nach Schlusspfiff schmunzelnd in Richtung der Fernsehmikrofone. Gemeint war natürlich Kiels Ex-Kapitän Rafael Kazior, der erstmals nach seinem Wechsel zu Werder II gegen die alten Kollegen antrat – und bei der Innenverteidigung der Störche in guten Händen war. Marlon Krause und Hauke Wahl machten dort ein gutes Spiel, im defensiven Mittelfeld zeigte Denis Weidlich deutlich, warum Neitzel so große Stücke auf ihn hält. Die Folge: Die Offensivspieler von Werder um Kazior und die beiden Profi-Leihgaben Melvyn Lorenzen und Levent Aycicek kam nicht entscheidend in Position. Abgesehen von einem Abschluss von Lorenzen (3.) und einem Aycicek-Freistoß (45.), den Niklas Jakusch parierte, brannte wenig an rund um das Kieler Tor.

Als Kazior in der 72. Minute beim Stand von 0:2 das Feld verließ, stand er dann aber doch noch einmal an diesem Nachmittag im Mittelpunkt. Die KSV-Anhänger verabschiedeten den 32-Jährigen mit wohlwollendem Applaus – zumindest in dieser Hinsicht war es eine gelungene Rückkehr für Kazior.

Im Stile einer Spitzenmannschaft

Am Samstag zeigte sich die Stärke der Störche vor allem daran, dass diese immer im richtigen Moment die nötigen Ausrufezeichen setzten. Bei der frühen Führung lief Torschütze Marc Heider Raphael Wolf, Werders Profi-Leihgabe im Tor,  so beherzt an, dass Wolf „Heidi“ anschoss, von dessen Rücken dann prallte der Ball ins verwaiste Tor – 0:1 (9.). Zu Beginn der zweiten Halbzeit dann zog Werder doch einmal das Tempo an – wieder aber zeigte Holstein die passende Reaktion. Neuzugang Steven Lewerenz fand nach einem langen Ball die Lücke zwischen drei Werder-Verteidigern und vollendete trocken (58.). Fortan schien der Wille der Gäste von der Weser gebrochen, doch der eingewechselte Manuel Schäffler (64.) und Heider (66.) verpassten es zunächst noch, für die endgültige Entscheidung zu sorgen. Bis Schäffler in der Nachspielzeit doch noch seinen Auftritt hatte.

Joker Schäffler? Absoluter Luxus!

Dass sich Neitzel um seine Offensivabteilung ohnehin keine Sorgen machen muss, war auch eine Erkenntnis dieses Spiels. Die quirligen Lewerenz, Heider und Fabian Schnellhardt sorgten vorne für ordentlich Alarm, ehe Neitzel mit dem zuletzt verletzten Saliou Sané und eben Schäffler zwei Angreifer aufs Feld schickte, die wohl bei jedem anderen Drittligisten gesetzt wären. Vor allem Schäffler nutzte die knappe halbe Stunde auf dem Feld und setzte mit seinem zweiten Joker-Tor der neuen Spielzeit den Schlusspunkt der Partie (90. +2). Überhaupt Schäffler: Dass der Mittelstürmer derzeit nicht zur Startelf gehört, dürfte einzig und allein an der gelungenen mannschaftlichen Reaktion auf die Auftaktpleite gegen Mainz II liegen. Dort stand der 26-Jährige von Beginn an auf dem Platz – und enttäuschte wie die gesamte Kieler Mannschaft. In der Folge sah sich Neitzel zu personellen Änderungen gezwungen und Schäffler fand sich zunächst auf der Bank wieder.

Solange Kiel mit dieser Startelf weiter fleißig Punkte sammelt, muss Schäffler wohl mit dem Job als Joker vorlieb nehmen. Stellt er sich aber weiter so uneigennützig in den Dienst der Mannschaft, dann wird Neitzel nicht mehr lange auf ihn verzichten wollen. Seinen Wert für das Team hat Schäffler schließlich schon unter Beweis gestellt.

 

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