HFC weiter im freien Fall: "Keiner will, dass Halle runtergeht"

Trotz 30-minütiger Überzahl stand der Hallesche FC auch beim 1. FC Kaiserslautern mit leeren Händen da, kassierte beim 1:3 die vierte Pleite in den letzten fünf Spielen, befindet sich somit weiter im freien Fall und hat nur noch drei Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone. Zudem gibt es Sorgen um Kapitän Jonas Nietfeld.

"Jetzt war wieder alles umsonst"

Muss der Hallesche FC wie in der letzten Saison erneut bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt bangen? Nach nur zwei Siegen aus den letzten 14 Spielen spricht derzeit vieles dafür. Selbst eine 30-minütige Überzahl reichte dem HFC nicht, um wenigstens einen Punkt mitzunehmen. "Es ist traurig, dass wir das Spiel so hergeben", ärgerte sich Terrence Boyd im "Telekom"-Interview im Anschluss an die Partie. Der US-Amerikaner war es, der zwei Minuten nach seiner Einwechslung den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielte – doch der reichte nicht, weil Kaiserslautern in der Schlussphasen noch zweimal traf. "Worüber reden wir hier? So darfst du nicht verlieren."

Einen Grund für die erneute Niederlage hatte Boyd unmittelbar nach Spielende bereits ausgemacht: "Wir sind nicht eiskalt genug." Denn Chancen auf mehr als einen Treffer waren vorhanden, allein zweimal traf Halle die Latte. "Jetzt war wieder alles umsonst", zeigte sich der Stürmer sichtlich enttäuscht. Auch Trainer Florian Schnorrenberg sprach von einer "sehr, sehr bitteren" Niederlage. "Es hätte uns unglaublich gut getan, dreifach zu punkten." Genau wie Boyd bemängelte auch der Coach die fehlende Genauigkeit vor dem Tor und meinte zudem: "Wir hätten mehr Ruhe am Ball gebraucht."

Boyd hat keine Angst

Mit nur noch drei Punkten Vorsprung auf die rote Zone steckt der HFC nun mitten im Abstiegskampf. Entsprechend groß sind die Sorgen der Fans, die die Mannschaft bei der Abreise mit Bannern und Pyrotechnik gepusht hatten – letztlich ohne Erfolg. Auch an der Mannschaft geht die aktuelle Lage natürlich nicht vorbei: "Klar machen wir uns Sorgen. Aber Angst habe ich nicht", sagte Boyd. "Wenn du mit Angst ins Spiel gehst, dann verkrampfst du." Entsprechend sei Angst in der momentanen Situation fehl am Platz. Klar sei aber: "Es muss von jedem mehr kommen, auch von mir. Keiner will, dass Halle runtergeht. Wir müssen punkten, egal wie."

Am besten schon im Sechs-Punkte-Spiel gegen den KFC Uerdingen am kommenden Freitag. Mit einem Sieg gegen die Krefelder, die derzeit den ersten Abstiegsplatz belegen, könnte Halle die Abstiegszone vorerst auf sechs Zähler distanzieren. Im Falle einer erneuten Pleite würde Uerdingen allerdings an den Saalestädtern vorbeiziehen. Spätestens dann dürften auch die Diskussionen um Schnorrenberg zunehmen. "Uns fehlt dringend ein Erfolgserlebnis", schätzte der HFC-Coach die Lage ein. "Nicht nur für die Tabelle, sondern auch für die Köpfe."

Sorgen um Nietfeld

Ob Kapitän Jonas Nietfeld dabei sein wird, ist noch offen. Der 27-Jährige musste bereits nach zwölf Minuten ausgewechselt und in ein Krankenhaus gebracht werden. "Ich hoffe, dass keine Rippe gebrochen ist", war Schnorrenberg in Sorge um seinen Spielführer. Ein Ausfall Nietfelds käme zur Unzeit für die Saalestädter, zumal Michael Eberwein und Marcel Titsch-Rivero am Freitag gelb-gesperrt fehlen werden. Immerhin dürfte Boyd bis dahin wieder vollständig fit werden, zudem besteht die Hoffnung auf ein Comeback von Braydon Manu. Doch dass die Treffer von Boyd allein nicht reichen werden, hat sich am Samstag gezeigt.

   
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