HFC im freien Fall: "So hast du kaum eine Chance, zu punkten"

Der Hallesche FC befindet sich im freien Fall: Beim 0:2 in Köln kassierten die Saalestädter am Sonntag bereits die dritte Niederlage in Folge und sind dadurch in der Tabelle auf Rang 14 abgerutscht – bei nur noch vier Punkten Vorsprung auf die Abstiegsplätze. Kapitän Jonas Nietfeld schlug im Anschluss Alarm.

"Sehr verdiente Niederlage"

Sichtlich bedient war Trainer Florian Schnorrenberg, als er nach Abpfiff zum Interview mit "MagentaSport" kam – und versuchte auch gar nicht erst, die Niederlage schön zu reden: "Das ist ein sehr gebrauchter Tag und eine sehr verdiente Niederlage. Die Viktoria musste für ihre Tore gar nicht viel tun." Was der HFC-Coach meinte: beide Gegentore waren vermeidbar – wären da nicht die individuellen Fehler, die den Halleschen FC schon seit Wochen begleiten.

Dieses Mal patzte Niklas Landgraf – und das gleich doppelt: Erst spielte er einen Freistoß direkt in die Füße der Viktoria und sorgte damit für den frühen Rückstand nach nur zwei Minuten, dann brachte er Torhüter Daniel Mesenhöler, der den Vorzug vor Tim Schreiber erhalten hatte, mit einem Rückpass in Bedrängnis, sodass dieser den Ball nicht zum Mitspieler bringen konnte. So lag Halle bereits nach 20 Minuten mit 0:2 hinten. "Wir geraten viel zu einfach in Rückstand und haben in der ersten Halbzeit überhaupt keinen Zugriff bekommen. Vorne fehlten die Ideen, um wirklich gefährlich zu werden. So hast du kaum eine Chance, zu punkten", schlug Kapitän Jonas Nietfeld Alarm.

Schnorrenberg selbstkritisch

Dabei lag der Ball nach acht Minuten zum vermeintlichen 1:1 eigentlich im Tor, doch Schiedsrichter Mario Hildenbrand entschied nach einem Kopfball-Treffer von Nietfeld auf Abseits, weil Jannes Vollert den Ball am zweiten Pfosten noch berührt haben soll. Eine Fehlentscheidung, wie die TV-Bilder zeigten. "Das ist sehr ärgerlich, das 1:1 hätte uns gutgetan. Aber heute kommt viel zusammen", so Schnorrenberg. Der nicht gegebene Treffer passte ins Bild eines gebrauchten Tages – ebenso die rote Karte gegen Jan Löhmannsröben in Minute 84 aufgrund einer Notbremse. "Das ist sehr bitter für uns", sagte Halles Coach. Gerade erst aus einer längeren Verletzung zurückgekehrt, fällt Löhmannsröben nun erneut aus.

Lamentieren helfe nun aber nichts, wie Nietfeld betonte: "Wir müssen die Fehler klar ansprechen, aufarbeiten und weitermachen." In der Tat dürfte es einiges zu besprechen geben, die Krise lässt sich nicht mehr wegdiskutieren. "Das ist auf jeden Fall eine Delle", meinte Schnorrenberg und zeigte sich selbstkritisch: "Vielleicht war die eine oder andere Umstellung zu viel für meine Mannschaft." Gleich drei Änderungen hatte der 44-Jährige in der Startelf vorgenommen, zudem stellte er hinten auf Dreierkette um. Darüber hinaus rückte Nietfeld aus der Innenverteidigung ins offensive Mittelfeld, wo er Michael Eberwein ersetzte, der wiederum für den verletzten Terrence Boyd im Sturmzentrum auflief. "Wir werden uns wieder aufrichten und dann am Samstag zu Hause gegen Würzburg ein anderes Gesicht zeigen", kündigte Schnorrenberg an.

   
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