HFC-Coach Ziegner: "Wolfsburger sind keine Roboter“

Nur mit gebotenem Respekt und ohne Angst will der Hallesche FC in sein Erstrunden-Spiel im DFB-Pokal am Montag gegen Bundesligist VfL Wolfsburg gehen. Trainer Torsten Ziegner bereitet seine Elf auf das Pokal-Comeback nach zweijähriger Abstinenz wie auf ein Ligaspiel vor.

"Eine andere Welt“

Der 41-Jährige sieht in dem Duell mit dem Ex-Meister die klassische "David gegen Goliath“-Konstellation. "Wenn man Mannschaften wie eben auch Wolfsburg spielen sieht, ist es schon etwas komplett anderes und eine andere Welt“, sagte Ziegner auf der Pressekonferenz vor der Begegnung: "Es hat schon seine Gründe, warum diese Jungs in der ersten und nicht in der dritten Liga spielen.“

Trotz Wolfsburgs formaler Überlegenheit sollen die Saale-Städter nach den Vorstellungen des Ex-Profis mit dem Glauben an eine mögliche Sensation aufs Feld gehen. "Die Wolfsburger sind keine Roboter, es sind Menschen“, impfte Ziegner seinen Spielern ein: "Wir wollen sie auf unsere Art und Weise zwingen, Fehler zu machen, was aber sicher nicht einfach wird.“

Umso mehr Wert legt der Coach auf eine akribische Vorbereitung. Ziegner mutmaßt, "dass es sehr gut möglich ist, dass Wolfsburg mehr Ballbesitz haben und dominant sein wird. Trotzdem werden wir auch einmal an den Ball kommen, und dann müssen wir Lösungen parat haben".

Trotz Wolfsburgs noch nicht abgeschlossener Einstimmung auf die neue Saison will Ziegner bei den Niedersachsen bereits "ein taktisches Grundmuster wie bei jeder Mannschaft“ herausgearbeitet haben. Als eine besondere Stärke des Europa-League-Teilnehmers hat der HFC-Cheftrainer "gute Standards“ erkannt.

Personell kann der momentane Drittliga-Dritte weitgehend aus dem Vollen schöpfen. Laut Ziegner steht lediglich Kapitän Jan Washausen wegen seiner muskulären Probleme weiterhin nicht zur Verfügung.

"Träumen gehört nicht zum Trainer-Job“

Halle meldet sich gegen den Bundesliga-Sechsten der vergangenen Saison nach zwei Spielzeiten in der Zaungast-Rolle wieder im Pokal zurück. Bei seiner bislang letzten Teilnahme scheiterte der zweimalige DDR-Pokalgewinner 2016 in Runde zwei am damaligen Erstligisten Hamburger SV, nachdem die Hallenser im ersten Durchgang den seinerzeitigen Zweitligisten 1. FC Kaiserlautern aus dem Wettbewerb geworfen hatten. Insgesamt kam der HFC seit der Wiedervereinigung bei seinen zehn bisherigen Pokal-Teilnahmen dreimal bis in die zweite Runde.

Gedanken an den vierten Erfolg in einem Erstrunden-Spiel ließ Ziegner nicht erkennen. "Erst das Spiel wird zeigen, ob es erlaubt ist, anzufangen zu träumen. Vorher zu träumen, gehört nicht zum Trainer-Job.“

   
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