Herrlich kritisiert DFB für Geisterspiel: "Werden mitbestraft"

Jahn Regensburg startet mit einem Auswärtsspiel bei Hansa Rostock in die Rückrunde, in der die noch fehlenden Punkte zum Klassenerhalt möglichst schnell eingefahren werden sollen. Doch dass das Spiel an der Ostsee ohne Zuschauer ausgetragen wird, passt auch den Oberpfälzern nicht.

"Geisterspiel auch für uns ein Nachteil"

Platz elf, 27 Punkte. Die Hinrunde der Regensburger verlief im Großen und Ganzen zufriedenstellend. Auf dem Weg zum Klassenerhalt müssen voraussichtlich noch 18 Zähler eingefahren werden, und am besten möchte der Aufsteiger schon in Rostock damit anfangen. Neben einem verstärkten Hansa-Kader steht der Elf von Heiko Herrlich allerdings auch das Geisterspiel im Weg. "Es ist nicht nur für Rostock ein Nachteil, sondern auch für uns. Unsere Fans fehlen uns auch, da sollte der DFB mal überlegen, ob man nicht auch einen Verein mitbestraft, der gar nichts dafür kann“, kritisierte der Jahn-Trainer deutlich. Aber nicht nur, dass der SSV auf seine eigenen Fans verzichten muss, stört den 45-Jährigen: "Wir haben gezeigt, dass wir gerade in Auswärtsspielen vor vollem Haus, wie zum Beispiel in Osnabrück oder Chemnitz, besonders angespornt sind dagegen zu halten. Und da haben wir unsere Punkte auch geholt! In Bremen oder Mainz, wo die Stadien leer waren, hat uns ein bisschen dieser Kick gefehlt. Wir werden so mitbestraft, das ist nicht optimal."

Gute Erinnerungen an das Hinspiel

Dass die Jahnelf in "großen" Spielen deutlich stärker ist, als bei "kleinen", zog sich bereits durch die Regionalliga. Nichtsdestotrotz ist Herrlich davon überzeugt, dass sein Team (wie schon im Hinspiel) gegen Rostock was reißen kann: "Wir müssen das so hinnehmen, wir können es ja nicht ändern – wir werden trotzdem bestmöglich vorbereit sein, um etwas mitzunehmen. Am besten drei Punkte.“ Dass die Spendenaffäre, in der der Jahn derzeit ungewollt im Fokus steht, die Mannschaft hemmen könnte, glaubt der Ex-Nationalspier nicht: "Das Thema nervt mich, das nervt mich richtig. Aber ich habe den Spielern gesagt, dass sie sich auf das Sportliche konzentrieren sollen. Ich habe ihnen die WM 2006 vor Augen geführt: Der italienische Fußball in der Liga war ein absoluter Skandal, die Spiele sind verkauft und verschoben worden. Aber die Nationalspieler haben sich zusammengerauft und gesagt: ‚Wir wollen für Ehrlichkeit und sportlichen Erfolg stehen!‘ Und haben dann den Weltmeistertitel geholt. So sollen sich meine Spieler auch einfach auf das Sportliche konzentrieren."

Lazarett lichtet sich

Positiv dürfte Herrlich die Rückkehr einiger Spieler aus dem Lazarett stimmen. Mit Ausnahme von Markus Palionis, Patrik Dzalto und Marcel Hofrath sind mittlerweile alle Akteure wieder fit, was vor allem die Defensive entlasten dürfte. Zwar wird Ali Odabas beispielsweise, der in der Aufstiegssaison Stammspieler im defensiven Zentrum war, bevor er sich schwer verletzte, zunächst noch auf der Bank sitzen. Doch die Alternativen werden wieder mehr. "Schon gegen Ende der Hinrunde hat man gemerkt, dass es enger wird“, freut sich Herrlich über den gewachsenen Konkurrenzkampf. Zumindest das ist kein Nachteil für die Auswärtspartie bei Hansa Rostock. Und der Fakt, dass Jahn Regensburg jeden in der Liga schlagen kann – aller Einflüsse zum Trotz.

   
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