Herrmann: "Sehe keinen Grund, warum wir uns verstecken sollten"

Im Interview mit liga3-online.de spricht Robert Herrmann, Neuzugang des FSV Zwickau, über seinen Wechsel vom Drittliga-Absteiger Würzburger Kickers, das erste Sachsen-Derby gegen seinen Ex-Klub FC Erzgebirge Aue seit 22 Jahren, alte Bekanntschaften bei den Veilchen und seine Zielsetzungen mit dem FSV.

"Haben sehr viel Qualität"

liga3-online.de: Sieben Spieltage sind in der 3. Liga absolviert. Lediglich zehn Minuten haben Sie in der bisherigen Spielzeit verpasst. Wie bewerten Sie Ihre Anfangszeit beim FSV Zwickau, Herr Herrmann?

Robert Herrmann: Ich bin sehr gut beim FSV Zwickau reingekommen. Zudem habe ich zügigen Anschluss ans Team gefunden. Ich muss aber auch betonen, dass es mir die Mannschaft sehr leicht gemacht hat, mich im Team zurechtzufinden. Von mir wird gefordert, dass ich beim FSV Verantwortung übernehme. Daher will ich mit meiner Erfahrung voranschreiten. Ich weiß aber auch, dass ich mich in Sachen Toren und Assists noch deutlich steigern kann. Bislang blieb mir eine Torbeteiligung noch verwehrt.

Sie wurden bislang sowohl im linken Mittelfeld als auch auf der Linksverteidigerposition aufgestellt. Wo fühlen Sie sich wohler?

Im Endeffekt entscheidet der Trainer, wo ich benötigt werde. Egal ob hinten oder in der Offensive: Ich gebe immer mein Bestes, um der Mannschaft zu helfen. Um meine Stärken so gut wie möglich einzusetzen, spiele ich aber lieber etwas weiter vorne.

Welchen Eindruck haben Sie vom FSV Zwickau seit Ihrem Wechsel?

Nicht erst bei der 0:7-Niederlage mit meinem Ex-Klub Würzburger Kickers zum Abschluss der vergangenen Saison ist mir bewusst geworden, dass sich der FSV Zwickau spielerisch sehr gut entwickelt hat. Die Mannschaft verfügt über sehr viel Qualität in den eigenen Reihen. Auch die Bedingungen rund um den Verein werden immer besser. Ich finde es schade und kann es auch nicht nachvollziehen, warum so viele Leute den FSV Zwickau immer als ersten Absteiger abstempeln. Die Mannschaft hat in den vergangenen Jahren immer wieder bewiesen, dass sie sich in der 3. Liga nicht verstecken muss.

Für Sie persönlich steht am Sonntag (ab 14 Uhr) eine ganz besondere Begegnung auf dem Programm. Zwickau ist beim FC Erzgebirge Aue zu Gast, für den Sie 14 Mal in der 2. Bundesliga im Einsatz waren. Welche Erinnerung haben Sie an Ihre Zeit bei den Veilchen?

Ich hatte ein gutes Jahr im Erzgebirge, das mich in meiner Entwicklung ein ganzes Stück weitergebracht hat. Dennoch war es eine schwierige Situation, weil wir in der 2. Bundesliga gegen den Abstieg gespielt haben.

 

"Eine ganz andere Brisanz"

Der FC Erzgebirge wartet nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga noch immer auf den ersten Saisonsieg. Macht es die Aufgabe am Wochenende nur umso schwieriger für den FSV?

Aue steht auf jeden Fall unter Druck und hat den Sieg dringend nötig. Es ist aber ein Duell, das eine ganz andere Brisanz mit sich bringt. Es ist ein Derby. Da ist Feuer drin. Es spielt keine Rolle in welcher Verfassung sich die Mannschaften befinden.

Gerade einmal rund 20 Kilometer trennen die beiden Klubs voneinander. Was für eine Atmosphäre erwarten Sie bei dem Spiel, schließlich standen sich die beiden Vereine letztmalig in der Saison 1999/2000 in einem Ligaspiel in der damaligen Regionalliga Nord/Nordost gegenüber?

Wir sind uns bewusst, dass es ein ganz hitziges Spiel erwartet. Unter der Woche war es schon deutlich zu spüren, dass wir auf ein Derby zusteuern. Die Gästetickets waren innerhalb kürzester Zeit vergriffen. Wir hoffen auf eine lautstarke Unterstützung unserer Anhänger.

Mit einigen Spielern – unter anderem Martin Männel und Dimitrij Nazarov – standen Sie in Aue noch selbst auf dem Platz. Wie gut sind Ihre Beziehungen noch?

Dadurch, dass ich nur eine Spielzeit für Aue am Ball war, hat sich nie so etwas wie eine stärkere Bindung zu meinen damaligen Mitspielern aufgebaut. Dennoch hatte ich immer ein gutes Verhältnis zu den Jungs. Sicherlich werden wir uns vor der Begegnung grüßen und miteinander reden. Während der 90 Minuten ist für Freundschaften auf dem Rasen dann aber kein Platz.

Worauf wird es ankommen, dass Zwickau das Sachsen-Derby für sich entscheidet?

In erster Linie ist es wichtig, dass wir defensiv gut stehen. Wir müssen es hinbekommen, dass wir aus einer geordneten Hintermannschaft aus angreifen können. Unser Ziel muss es sein, die Null hinten zu halten. In der Offensive sind wir immer für einen Treffer gut. Wenn wir es zusätzlich schaffen, mutig den Weg nach vorne zu suchen, dann bin ich davon überzeugt, dass wir das Derby für uns entscheiden können. Ich sehe keinen Grund, warum wir uns verstecken sollten.

Was ist mit dem FSV in dieser Saison möglich?

Unser Ziel lautet Klassenverbleib. Das hat erst einmal Priorität. Ich bin aber von der Stärke unserer Mannschaft überzeugt. Wir brauchen uns vor keinem Gegner der 3. Liga zu verstecken. Wichtig wird es sein, dass wir unsere Leistungen konstant abrufen. Dann sind wir auch in der Lage, in dieser Saison eine gute Rolle zu spielen.

 

   
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