Herbstmeisterschaft winkt: VfL vor Gradmesser in Haching

Eine ganze Hinrunde ohne Auswärtsniederlage, dazu bereits 37 Punkte gesammelt und damit die Vorjahres-Punktzahl bereits egalisiert. Der VfL Osnabrück ist gerade mit großen Schritten auf dem Weg zur Herbstmeisterschaft: Für VfL-Trainer Daniel Thioune schon zu diesem Zeitpunkt ein tolles Zwischenzeugnis, doch "zufrieden" ist dadurch an der Bremer Brücke vor der schwierigen Aufgabe bei der SpVgg Unterhaching niemand. Ohnehin hat der ehgeizige Trainer andere Ziele.

"Am Ende der Schlacht werden die Toten gezählt"

"Zufriedenheit" – so betont es Daniel Thioune auf der Pressekonferenz im Bauch des VfL-Stadions an der Bremer Brücke – sei der falsche Ratgeber und fügt im Anschluss etwas martialisch hinzu: "Erst am Ende der Schlacht werden die Toten gezählt." Die Erklärung für diesen Ansatz liefert der VfL-Coach gleich mit, schließlich würde er jede Herbstmeisterschaft gegen einen direkten Aufstieg eintauschen und eine so positive Bilanz nach 19 Saisonspielen tauge – erst Recht wenn sie so überraschend kommt – zwar dazu, Selbstvertrauen zu entwickeln, aber dürfe kein Grund für Zufriedenheit sein. Dass der VfL dabei der einzige Club in der Drittliga-Historie ist, dem es trotz Herbstmeisterschaft nicht gelang aufzusteigen (2012/13), dürfte den Trainer in seiner These bestärken.

"Großer Respekt" vor Hachings Offensivpower

Darüber hinaus wartet auf den VfL am Samstag ein starker Gegner. Das letzte Heimspiel der Oberbayern ist nicht nur Daniel Thioune noch in bester Erinnerung. Haching fertigte einen bemitleidenswerten 1. FC Kaiserslautern deutlich mit 5:0 ab. Entsprechend großen Respekt hat der VfL-Coach vor der besten Offensive der Liga. Der Trainer zählt Unterhaching neben dem VfL "zur großen Überraschung der Saison" und betont, dass es "schwierig" sei "diese in der Offensive so variable Mannschaft zu verteidigen." Unterhaching verfüge über ein "tolles Positionsspiel" und viele spielerisch starke und torgefährliche Spieler. Diese Stärken gelte es dem Gegner zu nehmen. Anschauungsunterricht nahm der VfL-Coach am vergangenen Wochenende im benachbarten Lotte. Den Sportfreunden gelang es dem formstarken Angriff der Hachinger ein 0:0 abzutrotzen und damit ohne Gegentor zu bleiben. Ein Ziel, dass auch die Lila-Weißen, die bisher selbst nur 13 Gegentore zugelassen haben, verfolgen.

Ouahim fehlt dem VfL bis Jahresende

Personell müssen die Lila-Weißen neben dem an der Schulter verletzten Felix Schiller auch auf die Dienste von Mittelfeldspieler Anis Ouahim verzichten. Der 21-jährige Offensivallrounder zog sich im letzten Heimspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden eine Muskelverletzung zu und wird seiner Mannschaft auch gegen die Würzburger Kickers zum Jahresabschluss nicht helfen können. Sebastian Klaas und Konstantin Engel stehen dem VfL hingegen wieder zur Verfügung. Die Lila-Weißen streben einen positiven Jahresausklang an, vielleicht ist dann selbst Daniel Thioune bis Weihnachten mal kurz zufrieden.

 
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