SC Paderborn: Erst 3.600 Karten für HFC-Heimspiel verkauft

Wenn der SC Paderborn am Freitagabend unter Flutlicht auf den Halleschen FC tritt, wollen die Ostwestfalen den Abschluss einer überragenden Hinrunde feiern und zeitgleich Wintermeister werden. Das Interesse an der Partie des Herbstmeisters ist bisher jedoch überaus gering – der Grund liegt aber auf der Hand.

Verein erwartet nur 6.500 Zuschauer

Gerade einmal 3.627 Karten hat der SCP bisher abgesetzt – die knapp 2.000 Dauerkarten sind bereits mit eingerechnet. Ein enttäuschender Wert für den Tabellenführer, der in der heimischen Benteler-Arena bisher doch so furios auftrat: 13 Pflichtspiele, zwölf Siege und 36 Tore – darunter zwei Kantersiege gegen Großaspach (5:0) und Bremen II (7:1) und die Pokalerfolge gegen die Zweitligisten St. Pauli und Bochum. Zwar rechnet der SCP am Freitagabend immerhin mit rund 6.500 Zuschauern, der bisherige Schnitt von 7.700 (Platz 5 in der Zuschauertabelle) würde damit aber relativ deutlich verfehlt werden. Sind die Paderborner nach der furiosen Hinrunde satt? Vermutlich nicht. Der Grund für die schwache Nachfrage lässt sich mit einem Blick in den Terminkalender begründen.

Das Paderborner Phänomen

So treten die Blau-Schwarzen inklusive der Pokalpartie gegen den FC Ingolstadt am kommenden Dienstag innerhalb von elf Tagen gleich drei Mal in der heimischen Benteler-Arena an. Wohl zu oft für die Gelegenheitszuschauer, die sich aus dieser Serie nur eine Partie herausgepickt haben. Und das ist das Pokalspiel. Genau so war es auch beim Duell der zweiten Runde gegen den VfL Bochum im Oktober, das ebenfalls im Anschluss an zwei direkt aufeinanderfolgende Liga-Spiele stattfand. Während die Partie gegen Bochum mit 15.000 Zuschauern restlos ausverkauft war, fanden sich zu den Spielen gegen Bremen II und Aalen zuvor lediglich 6.600 und 6.400 Zuschauer ein – und verpassten dabei neun Tore des SCP. Schon das nächste Heimspiel gegen Osnabrück lockte dann wenig überraschend wieder 9.300 Fans an, obwohl das Spiel in Jena zuvor sogar verloren ging.

14.500 SCP-Fans gegen Ingolstadt im Stadion

Dieses Phänomen scheint sich nun zu wiederholen. Am vergangenen Mittwoch, als der freie Vorverkauf für das Ingolstadt-Spiel startete, bildeten sich vor dem Ticketshop an der Benteler-Arena lange Schlangen. Innerhalb von nur zwei Stunden verkaufte der SCP 4.000 Karten. Und damit mehr als bisher für die Partie gegen Halle. Die Nachfrage für das Duell mit Ingolstadt war sogar so groß, dass Paderborn – in Abstimmung mit dem Zweitligisten – Teile des Gästeblocks für die eigenen Anhänger freigab. Auch diese Karten gingen schnell weg, aktuell sind nur noch knapp 100 Tickets erhältlich. Der Heimbereich wird mit 14.500 Zuschauern – also mehr als doppelt so viele wie wohl am Freitag gegen Halle – restlos ausverkauft sein wird. So viele Paderborner kamen zuletzt im Mai 2014 ins Stadion – beim Aufstieg in die Bundesliga.

Sportlich ist der SC Paderborn kurz vor der Winterpause klar auf Zweitliga-Kurs. Was den Zuspruch der Fans angeht (Dauerkarten-Besitzer ausgeklammert), bisher allerdings noch nicht durchgehend. Und das trotz der im Liga-Vergleich moderaten Ticketpreise.

   
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