Herbstmeister Heidenheim: Fokussiert wie nie

Knapp vier Monate sind seit dem Saisonstart dieser Saison vergangen. Den ersten inoffiziellen Titel konnten sich der 1. FC Heidenheim sichern und darf sich seit Samstag "Herbstmeister" nennen. Nach 17 Spieltagen stehen die Ostwürttemberger mit 39 Punkten an der Tabellenspitze. Der Vorsprung auf den Verfolger aus Leipzig beträgt inzwischen schon neun Punkte. In der vergangenen Saison verspielte der 1.FCH am letzten Spieltag noch den Relegationsplatz, in dieser Saison scheinen sie aber ernst zu machen. Im Folgenden erklärt liga3-online.de die Gründe für den Erfolg.

Die Stürmer sind die ersten Verteidiger 

Ein Blick auf die Tabelle reicht, um zu erkennen, weshalb der 1. FCH sich den Herbstmeistertitel sichern konnte. Für ihre offensive Spielweise und die Torgefahr, die sie in jedem Spiel ausstrahlen sind sie schon seit Jahren bekannt. Auch in dieser Saison gelangen ihnen bisher 28 Treffer (zweitbester Wert der Liga). Doch im Unterschied zu den Vorjahren scheint man nun auch verstärkt auf die Defensive zu achten. Nur elf Gegentreffer sind mit Abstand die wenigsten aller Teams bisher. In der vergangenen Saison musste man zum gleichen Zeitpunkt bereits 26 Gegentreffer hinnehmen. Dabei gelang es den Heidenheimern in dieser Saison zehnmal ohne Gegentreffer zu bleiben (seit vier Spielen in Folge).

Wenig Glanz, viel Erfahrung, noch mehr Ertrag 

Es ist keineswegs „Hurra-Fußball“, den das Team von Frank Schmidt über die gesamte Saison zeigt. Entscheidend ist aber, dass selbst bei schwächeren Auftritten wie bei den Spielen gegen die Stuttgarter Kickers, in Halle oder auch gegen Münster am Ende ein Sieg zu Buche stand. Heidenheim konnte Konstanz in seine Ergebnisse bringen. Das Team scheint gereift zu sein und kann auch wichtige und enge Spiele für sich entscheiden. Führungen wurden in der Vergangenheit oftmals noch in den Schlussminuten verspielt, aber auch hier hat sich das Team weiterentwickelt. Nur gegen Regensburg und in Burghausen musste das Team von Frank Schmidt ein Tor in den letzten fünf Spielminuten hinnehmen.

Sinnvolle Transfers im Sommer 

Diese Erfahrung ist sicher auch den Neuzugängen zu verdanken. Mit Julius Reinhardt, Sven Sökler, Philipp Heise und Smail Morabit konnte man Spieler gewinnen, die auf ihren jeweiligen Positionen dem Team zusätzlich Stabilität und Sicherheit verleihen. Eine extra Bewertung hat sich der junge Sebastian Griesbeck verdient. Vom Regionalligisten Ulm verpflichtet, entpuppte sich der defensive Mittelfeldspieler als echter Glücksgriff. Er profitierte zwar von der Verletzung von Timo Beermann, zeigt aber seit Beginn der Saison herausragende Leistungen. Den Verantwortlichen des 1.FCH gelang es die Schwächen im Team zu erkennen und durch intelligente Transfers, ohne dabei die eigene Philosophie zu vergessen, die Mannschaft zu verstärken.

Das Ziel fest im Blick

In Heidenheim scheint man für den nächsten Schritt bereit zu sein. In der vergangenen Rückrunde eignete man sich die Fußballfloskel an, dass nur „von Spiel zu Spiel gedacht wird“. Diese Einstellung wird von den Verantwortlichen vorgegeben und vorgelebt und die Spieler scheinen sie verinnerlicht zu haben. Der Blick auf die Tabelle ist nicht mehr als eine schöne Momentaufnahme. Auch dem Herbstmeistertitel wird keine Beachtung geschenkt. Für den 1. FCH ist es entscheidend, wo man nach 38 Spieltagen in der Tabelle steht. Und dafür wird jedes Wochenende mit voller Konzentration angegangen. Nach den knapp gescheiterten Versuchen in der Vergangenheit in die 2. Liga aufzusteigen, scheint der gesamte Verein fokussiert wie bisher noch nie zu sein. Es ist zwar noch nicht einmal die Hälfte der Saison gespielt, aber es deutet vieles darauf hin, dass die Saison 2013/2014 nur über den 1. FC Heidenheim gehen wird.

FOTO: Sebastian Ahrens / rostock-fotos.de 

   
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