Herber Rückschlag für Dynamo: "Ein kollektives Versagen"

Das hatte vorher kaum jemand erwartet: Ausgerechnet beim abgeschlagenen Schlusslicht Unterhaching ließ Tabellenführer Dynamo Dresden die Chance aus, sich etwas abzusetzen. Das sorgte für Ärger und deutliche Reaktionen – zumal die Leistung zu wünschen übrig ließ.

Offensiv zu harmlos

Anstatt die Patzer der Konkurrenz aus Rostock und Ingolstadt zu nutzen, setzte es gegen die SpVgg Unterhaching eine verdiente 0:2-Niederlage. "Das ist unfassbar ärgerlich", sagte Kapitän Sebastian Mai nach Speielende bei "MagentaSport". Im fünften Auswärtsspiel in Bayern kassierte Dynamo die fünfte Niederlage in dieser Saison – bei null Toren! Bis auf 20 druckvolle Minuten zu Beginn zeigte der Tabellenführer eine schwache Leistung. "Wir haben dann immer mehr nachgelassen und leichtfertig die Bälle verloren", so Mai weiter. "Wir kriegen dann ein Gegentor, das bringt uns komplett aus der Fassung."

Er sprach das 1:0 der Gastgeber in der 40. Minute an, als Stephan Hain eine maßgenaue Flanke von Markus Schwabl per Kopf verwertete. Bis zur Pause fand Dresden keine Antwort mehr. In der zweiten Halbzeit wurde es trotz mehrerer Wechsel auch nicht besser. Im Gegenteil: Ransford Königsdörffer verursachte einen Elfmeter, den Christoph Greger in der 57. Minute zum zweiten Tor für Unterhaching nutzte.

Dabei hatte Marvin Stefaniak in der Anfangsphase zwei dicke Möglichkeiten, die Sachsen in Führung zu bringen. Beide Male scheiterte er jedoch an Hachings Torwart Jo Coppens. "Was danach kam, war auf gut Deutsch ein kollektives Versagen", wurde Niklas Kreuzer deutlich. "Wir haben es nicht mehr geschafft, die Angriffe zu Ende zu spielen und dem Gegner zu viele Räume gegeben." Besonders mit dem aggressiven Pressing der Spielvereinigung hatte Dresden so seine Probleme und kam kaum vor das gegnerische Tor. "Das war insgesamt zu wenig", sagte Yannick Stark beim Vereins-TV. "Wir konnten nicht unser wahres Gesicht zeigen."

"Nicht aufgetreten wie ein Spitzenreiter"

Auch Trainer Markus Kauczinski analysierte: "Wir haben schnell und überhastet gespielt. Uns ist eine spielerische Linie abhandengekommen, außerdem waren wir nicht konsequent genug. Viele kommen derzeit nicht an ihr Limit." Dennoch wollte der Trainer nicht alles schlechtreden: "In der zweiten Halbzeit haben wir gekämpft, da lag es dann an der spielerischen Linie und vielen kleinen Entscheidungen. Ich hatte nicht das Gefühl, dass die Jungs nicht wollen."

Trotzdem kann eine solche Leistung gegen eine Mannschaft, die nur eines der letzten 15 Spiele gewinnen konnte, nicht der Anspruch der Dresdner sein, die mittlerweile auch schon 348 Minuten ohne eigenen Torerfolg sind und nur einen Punkt aus den vergangenen drei Partien holten. "Wir sind nicht aufgetreten wie ein Spitzenreiter. Wir haben nicht mehr so viel Power. In der kommenden Woche müssen wir an ganz, ganz viel arbeiten", blickte Mai voraus. Der 27-Jährige selbst muss am Samstag gegen den MSV Duisburg aussetzen, er sah seine fünfte gelbe Karte.

Entsprechend wird Kauczinski seine Elf erneut umbauen müssen, nachdem er schon gegen Unterhaching viermal getauscht hatte. "Immer kommst du mit der gleichen Elf nicht durch", begründete er, warum Julius Kade, Marvin Stefaniak und Agyemang Diawusie für die eigentlich gesetzten Paul Will, Heinz Mörschel und Philipp Hosiner spielten. Für den verletzten Jonathan Meier durfte Niklas Kreuzer ran. Zur Pause musste zudem Topscorer Daferner vom Platz. "Ich war mit seinem Spiel nicht so zufrieden", erklärte Dynamo-Coach.

Es wird stürmischer

Die Situation an der Tabellenspitze wird derweil immer brisanter: Dresden zwar bleibt mit 59 Punkten Erster, die Verfolger Rostock und Ingolstadt haben allerdings jeweils nur einen Zähler weniger auf dem Konto. Das lange Zeit deutlich in Führung liegende Trio bekommt nun aber von 1860 München Konkurrenz. Die Giesinger gehen als großer Gewinner aus dem 31. Spieltag und haben nur noch fünf Punkte Rückstand auf Dynamo. "Es wird stürmischer für uns", blickte Kauczinski dem Saisonendspurt voraus.

   
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