Herber Rückschlag für den MSV: Lettieri wird deutlich

Geführt und dennoch verloren: Beim 1:2 im Kellerduell gegen den 1. FC Magdeburg musste der MSV Duisburg im Nachholspiel am Mittwochabend einen herben Rückschlag im Abstiegskampf hinnehmen. Trainer Gino Lettieri wurde nach der Partie deutlich.

Klare Kritik

Die Statistik sprach eigentlich für den MSV: In sieben Spielen hatten die Zebras noch nie gegen den FCM verloren. Und als Ahmet Engin die Meidericher nach 22 Minuten in Führung brachte, sprach nicht wenig dafür, dass die Bilanz bestehen bleiben wird. Zumal Lettieri, nachdem seine Mannschaft in den ersten 20 Minuten "nicht anwesend" war, ein gutes Spiel sah, wie er bei "MagentaSport" sagte: "Nach dem 1:0 haben wir mehr Kontrolle gehabt und haben aggressiver gespielt."

Doch im fortlaufender Spieldauer ärgerte sich der MSV-Coach vor allem über zwei Dinge: Da war zunächst die mangelhafte Chancenverwertung: "In der 47. und 49. Minute musst du das 2:0 machen – dann ist das Spiel durch." Auch Arne Sicker haderte: "Wir müssen über die Chancenverwertung reden." Doch statt das 2:0 zu machen, kassierte Duisburg nach 55 Minuten den Ausgleich, nachdem Dominik Schmidt einen schwachen Pass im Mittelfeld spielte und Dominic Volker den Zweikampf verlor. "Wir haben das Tor aufgelegt", ärgerte sich Lettieri über das Geschenk, das seine Mannschaft unfreiwillig verteilte. "Der Gegentreffer war unnötig. Wir haben den Ball und können ihn klären." Und auch mit der Entstehung des zweiten Gegentreffers nach 76 Minuten haderte Lettieri: "Da läuft einer unserer Innenverteidiger blind raus, obwohl er da nichts zu suchen hat." In der Tat sah die Hintermannschaft der Zebras in dieser Szene alles andere als gut aus.

"Wenn du deine Chancen nicht nutzt und zwei Geschenke verteilst, verlierst du eben", stellte der Duisburger Trainer enttäuscht fest. Sicker meinte: "Man muss hier nicht als Verlierer vom Platz gehen. Einen Punkt hätten wir verdient gehabt." Doch aus Sicht von Lettieri habe jemand gefehlt, "der den Ball mal über die Linie drückt". Für Abhilfe könnte künftig Neuzugang Federico Palacios sorgen, der nach seiner Verpflichtung am Mittwoch bereits im Kader stand und in den letzten 30 Minuten zum Einsatz kam. Durchaus möglich, dass noch weitere Neuzugänge den Weg nach Meiderich finden werden. Laut der "WAZ" soll in Kürze zunächst ein defensiver Mittelfeldspieler vorgestellt werden.

MSV muss sich deutlich steigern

Vorerst steht zum Ende der Hinrunde aber eine enttäuschende Bilanz zu Buche: Mit nur 18 Punkten aus 19 Spielen belegt Duisburg den vorletzten Rang und hat bereits drei Punkte Rückstand auf das rettende Ufer. Sollte Lübeck sein Nachholspiel gegen Rostock gewinnen, würden die Zebras die Hinrunde nachträglich sogar als Schlusslicht beenden. Und das, nachdem der MSV vor einem Jahr noch von der Tabellenspitze grüßte. Doch statt um den Aufstieg mitzuspielen geht es nun um den Verbleib in der 3. Liga.

In der Rückrunde wird sich Duisburg allerdings deutlich steigern müssen. Denn um die für den Klassenerhalt wohl notwendige Marke von 45 Zählern zu erreichen, benötigt Duisburg aus den kommenden 19 Partien nun mindestens 27 Zähler – also einen Punkteschnitt von 1,4. Zum Vergleich: Bisher holte der MSV im Schnitt 0,95 Zähler. Doch wie kann die Wende gelingen? "Wir müssen einfach die Tore schießen", hielt Lettieri fest. Die nächste Chance auf drei Punkte gibt es am Samstag im Heimspiel gegen Hansa Rostock. Dominik Schmidt wird nach seiner fünften gelben Karte dann gesperrt fehlen.

   
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