Hemmerich im Interview: "Ziehe vor der Mannschaft den Hut"

Im Interview mit liga3-online.de spricht Luke Hemmerich von der SpVgg Bayreuth über den Sieg als Underdog gegen den TSV 1860 München, die "Baustellen" innerhalb der Mannschaft, seine Rückkehr in die Heimat und warum, die SpVgg am Ende über dem Strich stehen wird.

"Schritt in die richtige Richtung gemacht"

liga3-online.de: Als so gut wie keiner damit gerechnet hat, konnte die SpVgg gegen den TSV 1860 München zuschlagen. Wie befreiend war der Dreier gegen die Löwen, Herr Hemmerich?

Luke Hemmerich: Gerade nach den zwei vorherigen Niederlagen, als wir gegen die direkten Konkurrenten SC Verl und den Halleschen FC leer ausgingen, war es nun ein hervorragendes Gefühl, wieder die drei Punkte einzufahren. Wir sind mit dem klaren Ziel in die Partie gegangen, unser Spiel durchzuziehen und dabei vor allem in der Defensive kompakt zu stehen. Das ist uns eindrucksvoll gelungen. Von der Leistung der Mannschaft ziehe ich den Hut vor.

Kam es Ihrer Mannschaft gelegen, als absoluter Underdog in die Partie zu gehen?

Für uns spielt es eigentlich gar keine Rolle, da wir in so gut wie allen Begegnungen als Underdog starten. Vielmehr hat uns die hervorragende Kulisse nach vorne gepeitscht. Wir haben vor ausverkauftem Haus gespielt. Es herrschte eine tolle Atmosphäre. Das hat uns noch einige Prozentpunkte beschert.

Mit neun Toren stellt die SpVgg die schwächste Offensive. Hinzu kommt, dass Ihre Mannschaft mit 25 Gegentreffern die schlechteste Defensive vorweist. Was ist die größere "Baustelle" aus Ihrer Sicht?

Puh, das ist eine schwierige Frage (lacht). Ich denke schon, dass wir in fast allen Spielen unsere Torchancen hatten. Leider haben wir unsere Gelegenheiten nicht konsequent zu Ende gebracht. Daran müssen wir noch arbeiten. Aber auch in der Defensive ist es in den kommenden Partien unsere Aufgabe, noch sauberer zu arbeiten. Es sind also beides wichtige Punkte, an denen wir in unseren Trainingseinheiten arbeiten. Mit unserer Leistung im Spiel gegen 1860 München haben wir aber einen Schritt in die richtige Richtung gemacht.

Worauf kommt es nun an, dass der Aufwärtstrend auch in die Partie beim MSV Duisburg übertragen wird?

Wir gehen voller Selbstvertrauen in das nächste Duell. Wir wissen zwar, dass wir innerhalb von acht Tagen dreimal im Einsatz sein werden. Wir haben es uns aber als Ziel gesetzt, vor der längeren Winterpause noch so viele Punkte wie möglich zu holen.

 

"Immer ein besonderes Gefühl"

Genau wie Bayreuth konnten auch die Zebras zuletzt Ihren Negativlauf beenden. Was für ein Spiel erwarten Sie?

Wir sind uns bewusst, dass der MSV derzeit nicht vor Selbstvertrauen strotzt. Aus meiner Sicht laufen die Zebras in der Tabelle nicht dort, wo sie eigentlich hingehören. Wir werden aber dennoch nicht den Fehler machen, die Duisburger zu unterschätzen. Die Mannschaft ist gespickt mit tollen Einzelspielern, die im Alleingang den Unterschied ausmachen können.  Ich freue mich vor allem auf eine weitere Begegnung vor einer hervorragenden Kulisse. Das sind die Partien, auf die man sich in der 3. Liga freut.

Sie sind in Hattingen – nur wenige Kilometer von Duisburg entfernt – geboren, verbrachten große Teile Ihrer Jugendzeit bei den Revierklubs Rot-Weiss Essen, FC Schalke 04 und VfL Bochum. Ist es für Sie ein besonderes Duell in der Heimat?

Es ist immer ein besonderes Gefühl, dort zu spielen, wo man groß geworden ist. Ich habe im Ruhrgebiet noch viele Freunde und Verwandte, von denen sicherlich auch der eine oder andere mit im Stadion sein wird. Ich freue mich auf das Wiedersehen mit bekannten Gesichtern.

Apropos Ruhrgebiet: Beim VfL Bochum hatten Sie Ihren Durchbruch im Herrenfußball, kamen unter anderem auf sieben Spiele in der 2. Bundesliga. Welche Erinnerungen haben Sie an die Zeit beim VfL und dem Unterhaus der Bundesliga?

Das erste Jahr im Seniorenbereich vergisst man nicht so leicht. In dieser Zeit gab es allerdings einige Trainerwechsel. Für einen jungen Spieler wie mich zu diesem Zeitpunkt war es aber vor allem eine lehrreiche Zeit. Diese Erfahrungen – vor allem die negativen – haben mich als Fußballer extrem weitergebracht. Mein Ziel ist es, eines Tages wieder als Spieler in die 2. Bundesliga zurückzukehren.

Durch den Sieg gegen den 1860 München hat die SpVgg Bayreuth gezeigt, was in ihr steckt. Was ist in dieser Saison noch möglich?

In erster Linie ist es wichtig, dass wir uns einzig und allein auf uns fokussieren. Es spielt keine Rolle, welcher Verein vor oder hinter uns steht und wie groß der Abstand zueinander ist. Die Liga ist so eng getaktet, dass man mit einem Positivlauf schnell große Schritte machen kann. Anders herum ist es aber auch so, dass wenn mal die Ergebnisse ausbleiben, man schnell auch wieder unten feststeckt. Für uns als Aufsteiger ist es nun mal so, dass wir immer etwas mehr marschieren müssen. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir am Ende die Klasse halten werden.

   
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