Heinz Mörschel im Interview: "Aufstieg muss der Anspruch sein"

Im Interview mit liga3-online.de spricht Dresdens Heinz Mörschel über die ersten Wochen bei seinem neuen Verein, sein Siegtor beim Derby in Magdeburg, Ex-Klub KFC Uerdingen und Ziele mit der SG Dynamo.

"Jeder wartet auf einen Ausrutscher von uns"

liga3-online.de: Vier Einsätze, drei Siege, ein Tor: Ihre ersten Wochen in Dresden verliefen erfolgreich. Wie haben Sie sich eingelebt, Herr Mörschel?

Heinz Mörschel: Sehr gut. Ich wurde im Team hervorragend aufgenommen. Die Jungs haben es mir aber auch einfach gemacht, Anschluss zu finden. Dass mit Leroy Kwadwo fast zeitgleich ein weiterer neuer Spieler zur Mannschaft gestoßen ist, hatte auch einen positiven Effekt. Wir hatten von Beginn an einen guten Draht zueinander. Insgesamt fühle ich mich in Dresden bereits sehr wohl.

Beim prestigeträchtigen Duell in Magdeburg spielten Sie erstmals von Beginn an – und erzielten prompt das 1:0-Siegtor. Wie haben Sie den Treffer und das Spiel erlebt?

Es war kein leichtes Spiel für uns. Wir mussten geduldig sein und kompakt verteidigen, um die Null zu halten. Dann fiel mir irgendwann der Ball vor die Füße und wir holten einen dreckigen 1:0-Sieg. Auch das muss mal sein. (lacht) Der Dreier hat dem gesamten Team nach dem vorherigen 0:1 in Mannheim gut getan – das hat man auch bei unserem jüngsten 3:1-Erfolg gegen Lübeck gemerkt. Diesen Aufwärtstrend wollen wir nun fortsetzen.

Sie unterschrieben bei der SG Dynamo einen Vertrag bis Juni 2022. Ihr Ziel mit Ihrem neuen Verein ist klar, oder?

Definitiv. Bei der Qualität, die unser Kader auch in der Breite hat, muss der Anspruch der Aufstieg sein. Wenn wir genauso weitermachen und uns nicht von unserem Weg abbringen lassen, bin ich davon überzeugt, dass wir unsere Spitzenposition festigen.

Fünf Zähler beträgt der Vorsprung auf Relegationsplatz drei. Wie bewerten Sie den Tabellenstand nach dem 22. Spieltag?

Natürlich schaut man hin und wieder auf die Tabelle. Aber besonders in der aktuellen Situation, in der viele Nachholspiele anstehen und die Tabelle dadurch wenig Aussagekraft hat, sollte man sich nur auf sich selbst konzentrieren. Jeder wartet auf einen Ausrutscher von uns. Aber wir sind gut drauf und haben vor, weiter abzuliefern.

 

"Jetzt ist meine Zeit gekommen"

Zuletzt waren Sie für den KFC Uerdingen am Ball, nach nur einem halben Jahr trennten sich die Wege. Was waren die Gründe für Ihren Wechsel?

Erst einmal sei dazu gesagt, dass ich bereits im Sommer nach Dresden wechseln wollte. Weil das leider nicht geklappt hat, ging ich nach Uerdingen. Unser Team beim KFC war – und das will ich betonen – absolut top. Es hat auch jetzt noch eine riesige Qualität. Das Problem ist aber die Situation im Gesamtverein. Die Bedingungen dort sind nicht profifußballtauglich, mehr möchte ich dazu gar nicht sagen. Deshalb bin ich froh, dass ich nun im zweiten Anlauf in Dresden gelandet bin.

Dresden ist nun nach dem FSV Mainz 05 II, Preußen Münster und Uerdingen Ihre vierte Drittligastation – und das mit nur 23 Jahren. Welche Ziele verfolgen Sie in den nächsten Jahren?

Wie wohl jeder andere Spieler auch möchte ich so hoch wie möglich spielen. Ich denke, dass ich mittlerweile viele Erfahrungen gesammelt und einiges dazugelernt habe. Als junger Spieler hat mir noch ein wenig die Spielpraxis gefehlt. Deshalb war es schwierig, mich optimal weiterzuentwickeln. Mittlerweile ist das anders. Ich komme regelmäßig zum Einsatz und fühle mich besser denn je. Jetzt ist meine Zeit gekommen – und das will ich in Dresden beweisen.

Mit der SGD gastieren Sie am Samstag beim FSV Zwickau, der durchaus stark ins neue Jahr gestartet ist. Was erwarten Sie für eine Partie?

Ein körperbetontes und insgesamt intensives Spiel, in dem es wohl viel um zweite Bälle gehen wird. Entscheidend wird sein, kompakt zu stehen und dem Spiel dennoch unseren Stempel aufzudrücken. Wir möchten natürlich den dritten Sieg in Folge einfahren.

   
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