Heidrich: "Punktuell mit Neuzugängen Qualität hinzufügen"

Im Interview mit liga3-online.de spricht Matthias Heidrich, Geschäftsführer Sport beim FC Erzgebirge Aue, über die gefährliche Lage der Veilchen, die Suche nach Verstärkungen und die Zusammenarbeit mit Trainer-Rückkehrer Pavel Dotchev.

"Suchen nach Spielern, die uns auf Anhieb weiterhelfen können"

liga3-online.de: Der FC Erzgebirge Aue überwintert auf einem Abstiegsplatz. Was sind Ihrer Meinung nach die Gründe, dass Aue sich nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga so schwertut, Herr Heidrich?

Matthias Heidrich: Die Erwartungshaltung im Verein und bei den Spielern, welche Rolle sie in der Saison in der neuen Saison spielen würden, war nicht realistisch. Diesem Anspruchsdenken konnte die Mannschaft lange nicht gerecht werden. Das war auch der Grund der wachsenden Enttäuschung nach den ersten Begegnungen. Diese Spirale hat sich dann nach und nach immer mehr ins Negative gedreht.

Für Sie liegt sicherlich derzeit viel Arbeit auf dem Schreibtisch. Was haben Sie sich für die Winterpause vorgenommen?

Der Fokus lag in den letzten Tagen und Wochen vor allem darauf, alles abzuarbeiten, was sich in dieser Zeit angestaut hat. Wir wollten für einen flüssigen Jahreswechsel sorgen. Unter anderem sollten alle Jungs mit Plänen versorgt werden, die sie während der Winterpause einhalten. Allerdings ist es auch wichtig, dass während der Pause auch Ruhezeiten eingehalten werden und die Jungs ein paar Tage den Kopf abschalten können.

Mit Kilian Jakob wurde kürzlich der erste Wintertransfer für die Mannschaft getätigt. Liegt der Fokus bei den Neuzugängen in der Defensive?

Nicht zwingend. Im Laufe der bisherigen Spielzeit mussten wir in der Verteidigung immer wieder umstellen, weil uns kein zweiter gelernter Linksverteidiger zur Verfügung stand. Es wurden Spieler eingesetzt, die dort bisher nicht zum Zug gekommen waren. Mit Kilian Jakob haben wir diese Stellen nun besetzen können. Es geht allerdings nicht nur darum, eine bestimmte Position neu zu bekleiden, sondern wollen wir punktuell mit Neuzugängen Qualität zum bestehenden Team hinzufügen. Daher suchen wir nach Spielern, die uns auf Anhieb weiterhelfen können.

Mit Pavel Dotchev kehrt ein alter Bekannter zu den Veilchen zurück. Ist es ein Versuch, die Zeit zurück zum sportlichen Erfolg zu drehen?

Definitiv! Mit der Entscheidung, auf einen neuen Trainer zu setzen, wollen wir einen neuen Impuls geben. Unser Ziel ist es, die Mannschaft mit neuen Inhalten zu versorgen und vor allem in der aktuellen Vorbereitungszeit gemeinschaftlich wieder auf den richtigen Weg zu führen. Wir stecken in einer gefährlichen Situation und haben einen spannenden Januar vor uns, der nach dem Auswärtsspiel beim FC Ingolstadt mit zwei darauffolgenden Begegnungen vor heimischer Kulisse gegen Bayreuth und Freiburg II eine gute Möglichkeit bietet, hoffentlich gut in die restliche Spielzeit zu starten.

Pavel Dotchev hatte zuvor in Aue auch die Rolle des Sportdirektors bekleidet. Wie eng wird nun Ihre Zusammenarbeit mit dem neuen Chefcoach laufen?

Es war von vorneherein klar, dass es eine enge Zusammenarbeit mit dem neuen Trainer geben wird. Schon bei der Verpflichtung von Kilian Jakob haben wir uns zusammengesetzt und waren uns schnell einig, dass Jakob für uns eine Verstärkung darstellt. Auch die nächsten Personalentscheidungen werden wir gemeinsam treffen. Alles andere macht am Ende auch gar keinen Sinn.

 

"Eine Menge Potenzial in den eigenen Reihen"

Kommt es Ihnen als Geschäftsführer Sport gelegen, dass in dieser Saison die Winterpause deutlich länger ist?

Nein, tatsächlich nicht. Ich hätte lieber eine ganz normale Saison absolviert. Alles, was in der aktuellen Phase geschieht, ist irgendwie zusammengebastelt und von einer schwierigen Planbarkeit geprägt. Ich hätte es lieber, wenn wir bis Dezember durchgespielt hätten und hätte von mir aus eine kurze Winterpause in Kauf genommen. So fühlt es sich etwas seltsam an, weil die ganze Vorbereitungszeit ein wenig auseinandergerissen ist. Ehrlich gesagt bin ich froh, wenn wir wieder im Spielbetrieb sind.

Das Weihnachtsfest steht vor der Tür. Schaffen Sie es überhaupt, ein paar Tage vom Fußball abzuschalten?

So ganz vom Fußball abzuschalten, ist irgendwie unmöglich (lacht). Dafür bestimmt die Sportart unser ganzes Leben doch zu sehr. Aber dennoch wird das Handy über die Feiertage sicherlich auch mal ausgeschaltet sein. Nach den Weihnachtstagen geht es dann aber auch schnell wieder zur Sache. Dafür gibt es im Tagesgeschäft Fußball zu viele Themen, die kurzfristig auf den Tisch kommen. So ganz abschalten kann man also dann doch nicht.

Was macht Sie zuversichtlich, dass der FC Erzgebirge Aue in der restlichen Spielzeit noch die Wende schafft?

Wir haben ein gutes Team beisammen und eine Menge Potenzial in den eigenen Reihen. Die spannende Aufgabe in der restlichen Saison wird es sein, dieses Potenzial aus jedem einzelnen Spieler herauszuholen. Mich stimmt aber vor allem zuversichtlich, dass wir noch genügend Begegnungen vor der Brust haben. Wir gehen mit der klaren Erwartungshaltung ins neue Jahr, besonders vor heimischer Kulisse wieder eine Macht zu werden. Dann bin ich auch guter Dinge, dass wir am Ende auch über dem Strich stehen werden und den Klassenerhalt schaffen.

 

   
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