Heider im Interview: "Im Derby wird viel Feuer stecken"

Im Interview mit liga3-online.de spricht Marc Heider vom VfL Osnabrück vor dem Derby gegen den SV Meppen über den gelungenen Saisonstart mit 14 Punkten, seine bisherige Bilanz als neuer Spielführer und eine mögliche Position nach seinem Karriereende.

"Spüre das Vertrauen"

liga3-online.de: 14 Punkte hat Ihre Mannschaft aus den ersten acht Partien geholt. Damit steht Platz drei zu Buche. Sind Sie zufrieden, Herr Heider?

Marc Heider: Grundsätzlich können wir mit der bisherigen Ausbeute zufrieden sein. Wenn man sich aber unsere ersten beiden Heimspiele anschaut, die wir zwar dominiert haben, aber gegen Wiesbaden und Duisburg jeweils 0:1 unterlagen, dann hätten es noch ein paar Punkte mehr sein können. Vor allem an der Chancenauswertung haben wir aber gearbeitet und es danach besser in den Griff bekommen.

Hätten Sie damit gerechnet, dass sich die Mannschaft nach dem Zweitliga-Abstieg so schnell in die Spur findet?

Es dauert nach einem größeren Umbruch immer etwas bis sich die Mannschaft findet. Wir haben aber gute Charaktere hinzubekommen. Außerdem haben wir einige hungrige, junge Spieler in den eigenen Reihen. Wir sind so breit aufgestellt, dass wir Formschwankungen auffangen können, ohne dass wir an Qualität verlieren. Von daher kommt es für mich nicht überraschend.

Mit fünf Toren und drei Assists sind Sie maßgeblich am Erfolg beteiligt. Damit haben Sie auch schon mehr Treffer erzielt als in der kompletten vergangenen Saison. Macht Sie die Kapitänsbinde so stark?

Ich bin natürlich stolz, wieder die Kapitänsbinde tragen zu dürfen. Entscheidender für die Leistung ist aber das Vertrauen, das ich vom Trainerteam spüre. Das gebe ich nun mit guten Leistungen und auch Toren wieder zurück. In dieser Saison kommt mir aber auch das Spielsystem von Trainer Daniel Scherning entgegen. Letztlich ist es sowohl für mich als auch für die Mannschaft eine win-win-Situation.

Zuletzt haben Sie in vier Spielen in Folge getroffen. Diese Serie wollen Sie im Derby am Samstag (14 Uhr) gegen den SV Meppen doch sicherlich fortsetzen, oder?

Es wäre mir lieber, wenn ich beim 2:2 bei Eintracht Braunschweig nicht getroffen und wir stattdessen den Platz als Sieger verlassen hätten. Natürlich ist jedes Tor wichtig und hilft mir auch weiter. Im Fokus steht aber der Erfolg der Mannschaft.

 

"Wissen, wie wichtig den Fans ein Derbysieg ist"

Der 1. FC Kaiserslautern und der SV Waldhof Mannheim haben am vergangenen Wochenende im Derby mit insgesamt vier Platzverweisen vorgelegt. Erwarten Sie ein ähnlich hitziges Duell?

Ich denke schon, dass in unserem Derby viel Feuer stecken wird. Dafür braucht es aber keine Platzverweise. Für uns ist es auf jeden Fall ein Pluspunkt, dass wir vor unseren Fans spielen. Ich erwarte aber ein schweres Spiel gegen einen unangenehmen Gegner. Gerade in solchen Derbys können Mannschaften über sich hinauswachsen, weil jeder das Derby gewinnen will. Ich kenne aber auch unsere Stärken und bin mir sicher, dass wir gewinnen können.

Das letzte Derby gegen Meppen liegt fast drei Jahre zurück. Welche Bedeutung hat die Partie für Sie?

Sowohl für uns als Mannschaft als auch die Fans und mich ganz persönlich ist es wichtig, solche Spiele zu gewinnen. Wir wissen, wie wichtig den Fans ein Derbysieg ist. Ich komme hier aus der Ecke, habe insgesamt sehr viele Jahre in Osnabrück gespielt. Man merkt vor solchen Duellen die Anspannung in der Stadt. In unserem engen Stadion machen unsere Zuschauer viel aus. Daher wollen wir uns bei unseren Anhängern mit einem Sieg im Derby für die Unterstützung bedanken. Allerdings ist es auch eines von 38 Spielen, dass genauso drei Punkte bringen kann, wie alle anderen Begegnungen auch.

Sie sind in Sacramento in Kalifornien geboren. Können Sie sich zum Abschluss Ihrer Karriere noch einen Abstecher in die USA vorstellen oder hängen Sie Ihre Schuhe beim VfL an den Nagel?

Soweit habe ich noch gar nicht gedacht. Ich fühle mich aktuell sehr gut, kann auf dem Niveau nach aktuellem Stand noch einige Jahre dranhängen. Was ich mir aber auf jeden Fall vorstellen kann, ist, dass ich auch nach meiner aktiven Laufbahn beim VfL in einer anderen Position tätig bin. Ob es dann eine Position als Trainer oder eher auf der Geschäftsstelle ist, kann ich derzeit noch gar nicht sagen. Wenn es soweit ist, muss ich abschätzen, was sich dann besser anfühlt und mit den Verantwortlichen beim VfL sprechen, wie die Vorstellungen des Klubs aussehen.

 

   
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