Heidenheim verteidigt erstmals die Tabellenführung

Der 1. FC Heidenheim konnte mit einem 2:0 (0:0) über die Stuttgarter Kickers seine Tabellenführung weiter ausbauen. Vor 8.400 Zuschauern in der Voith-Arena sorgte Sven Sökler, mit einem strammen Schuss kurz nach der Halbzeit, für die Führung. Wenige Minuten später stellte Marc Schnatterer mit einem direkt verwandelten Freistoß den 2:0 Endstand her. Die Heidenheimer führen mit nun 19 Punkten die Tabelle an. Die Kickers warten dagegen immer noch auf ihren ersten Saisonsieg. Sollte der SV Wacker Burghausen gegen den VfB Stuttgart II gewinnen, so würden die Kickers auf den letzten Platz abrutschen.

Viele Chancen, keine Tore

Die Partie begann sehr schwungvoll. Die Gäste waren zunächst auf eine stabile Defensive fokussiert, versuchten mit Kontern aber immer für Gefahr zu sorgen. So verwundert es nicht, dass die erste große Chance den in grün gekleideten Gästen gehörte. Eine scharfe Hereingabe von Leutenecker ließ Braun klug durch die Beine laufen. Am langen Pfosten kam Milchraum angerauscht. Doch anstatt den Ball überlegt in ein Eck zu schieben, hämmerte er den Ball über den Querbalken (7.). Das war ein Weckruf für die Gastgeber, die nun das Heft in die Hand nahmen. Ein Kopfball von Wittek landete nur am Außennetz (14.). Nach einer schönen Kombination über rechts flankte Strauß in die Mitte. Dort stand Niederlechner und probierte mit einem Volley. Der Ball donnerte lediglich gegen die Latte und auch der Nachschuss von Sökler fand nicht den Weg ins Netz (18.). Das war aber nicht einmal die beste Chance in Durchgang eins. Nach einem Schnatterer-Eckball vernachlässigte die Kickers-Defensive Tim Göhlert. Dieser kam völlig frei zum Kopfball, aber Milchraum stand goldrichtig und konnten den Ball auf der Linie klären (26.). So ging es mit einem 0:0 in die Kabinen.

Sökler brachial, Schnatterer gefühlvoll

Für die erste Aufregung im zweiten Durchgang sorgte dann Bundesligareferee Zwayer. Heise drang mit einem feinen Solo in den Strafraum ein, Schmidt kam angerauscht und holte den Linksverteidiger klar von den Beinen. Doch statt des Elfmeterpfiffes gab es nur Eckball und eine gelbe Karte für Titsch-Rivero wegen Meckerns (49.). Die Kickers schienen gedanklich noch in der Kabine zu sein. Eine missglückte Abwehr landete vor den Füßen von Schnatterer, dieser bediente Sökler und der ließ Krauss mit einem Hammer aus 14 Metern keine Chance (52.). Es geht aber auch anders. Schnatterer schlenzte einen Freistoß aus knapp 30 Metern gefühlvoll über die Mauer. Krauss sah den Ball relativ spät und konnte deshalb den Einschlag nicht mehr verhindern (59.). Die Hausherren nahmen dann das Tempo etwas heraus. Die Gäste kamen besser ins Spiel, doch agierten vor dem Tor zu ideenlos. Erst mit der Einwechslung von Jatta kamen die Kickers zu besseren Chancen. Per Brust legte Jatta den Ball für Leutenecker auf. Dessen Schuss konnte Wittek jedoch blocken (75.). Fünf Minuten vor dem Ende kam Soriano nach einem missglückten Klärungsversuch an den Ball. Sein Schuss strich aber knapp am Pfosten vorbei und somit blieb es am Ende beim 2:0 für Heidenheim.

Die Heidenheimer spielten konzentriert gegen disziplinierte Gäste, welche mit Glück und Geschick im ersten Durchgang die Null halten konnten. Frank Schmidt änderte zur Halbzeit die Formation. Aus einem 4-3-2-1 wurde ein 4-4-2. Die Kickers agierten zu Beginn des zweiten Spielabschnitts viel zu zögerlich. Die Folge waren zwei sehenswerte Tore der Hausherren. Es blieb beim verdienten Heimerfolg, da Heidenheim das Ergebnis geschickt verwalten konnte, während den Kickers im Offensivspiel die Ideen fehlten. Die Heidenheimer reisen nächsten Samstag nach Halle, die Stuttgarter Kickers empfangen zeitgleich den SSV Jahn Regensburg.

 

Stimmen der Trainer

FCH-Cheftrainer Frank Schmidt: „Die ersten zwanzig, fünfundzwanzig Minuten haben mir sehr gut gefallen. Wir haben geduldig gespielt, der Gegner hat sich weit zurückgezogen. Wir haben es dennoch geschafft zwei, drei richtig gute Möglichkeiten herauszuspielen. Die größte war der Lattenknaller. Wenn wir da in Führung gehen, hilft uns das natürlich. So haben wir die falschen Mittel angewendet, als wir mit Bällen durch das Zentrum gespielt und uns das ein oder andere Mal festgerannt haben. Das hat mir vor der Halbzeit nicht so gefallen. Trotzdem muss man sagen, dass wir nun schon das dritte Spiel in Folge, zu Hause zu Null gespielt haben, dass wir ruhig sind und Geduld haben. Wir haben versucht das Spiel weiter in die Breite zu ziehen, um in der zweiten Halbzeit wieder mehr Offensivaktionen zu haben. Für uns war das erste Tor, mit dem schönen Pass von Marc Schnatterer auf Sven Sökler, sehr wichtig. Da musst du dann da sein und das Ding machen. Das hat Sven, mit seinem zweiten schönen Tor nacheinander, sehr gut gemacht. Die Entscheidung war dann das 2:0, durch den Freistoß von Marc Schnatterer. Außer ein paar Unkonzentriertheiten im Spielaufbau, haben wir dem Gegner nur noch wenige Situationen in der Schlussphase zugestanden. Das ist normal, das kann immer passieren. Unter dem Strich denke ich, dass der Sieg verdient war. Es freut uns unheimlich, dass wir aus der ‚englischen Woche‘ mit neun Punkten herausgekommen sind.“

Kickers-Coach- Massimo Morales: „Heidenheim hat heute verdient gewonnen, wobei meine Mannschaft ein gutes Defensivverhalten gezeigt hat – vor allem in der ersten Halbzeit. Wir haben uns die ersten zwanzig Minuten schwer getan, als der Gegner an die Latte geschossen hat und noch andere gute Chancen hatte. Danach hat der FCH gegen unsere Defensive keine Mittel mehr gefunden. In der zweiten Halbzeit hat der Gegner taktisch umgestellt. Dadurch hatten wir Schwierigkeiten, allerdings waren wir bis zum Abwehrfehler, der zum 1:0 führt, nicht so viele Torchancen zu sehen. Eine eingespielte Truppe wie der FCH hat das Spiel dann im Griff und schießt durch einen super Freistoß noch das zweite Tor. Dann kam die Phase, als wir durch ein Paar taktische Wechsel noch einmal das Gefühl bekommen haben, dass bei einem Tor von uns noch etwas gehen könnte. Die Mannschaft von Frank Schmidt hat die Partie aber souverän bis zum Ende über die Bühne gebracht und hätte eventuell auch nochmal nachlegen können. Deshalb ist das Resultat absolut verdient für den FCH, der dieses Jahr die beste Mannschaft in dieser Liga ist.“

FOTO: regensburg1889.de

 

   
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