Heidenheim trifft bei der Niederlage gegen den VfB II das Tor nicht

„Gute Frage“, so die Antwort von Kapitän Marc Schnatterer auf die Frage nach dem Spiel, warum der Ball heute einfach nicht rein wollte. Chancen waren genügend vorhanden. Doch das erste Spiel, nachdem nun feststeht, dass der 1. FC Heidenheim künftig in der zweiten Liga spielen wird, ging mit 0:1 gegen den VfB Stuttgart II verloren. Wenn man die Spieler anschaute, blickte man in fragende und ratlose Gesichter. Man wusste nicht genau, wieso dieses Spiel verloren wurde. Nur FCH-Coach Frank Schmidt wusste woran es lag. „Für mich war er zu wenig Wille das Spiel zu gewinnen. Ich bin enttäuscht und kann diese Enttäuschung auch nicht verbergen.“

Überlegenheit ohne Ertrag

Nach nicht einmal drei Minuten ergab sich für die Hausherren die größte Chance auf einen Torerfolg. Im eins gegen eins scheiterte Schnatterer zwar noch an VfB-Keeper Vlachodimos, doch er bekam eine zweite Chance. Fünf Meter vor dem leeren Tor ließ Schnatterer einen Stuttgarter ins leere Grätschen, schob anschließend aber den Ball knapp am Pfosten vorbei. Es folgten weitere und teils hochkarätige Chancen, die bei Leibe nicht aus irgendwelchen zufälligen Aktionen entstanden sind. Die Heidenheimer zeigten schönen Kombinationsfußball und bewiesen, dass sie nächste Saison mit Recht eine Etage höher spielen dürfen. Neben Schnatterer, der noch einen Volley nur ans Außennetz schoss, hatte Göhlert beinahe die Führung erzielt. Sein Kopfball nach einer Schnatterer-Ecke wurde jedoch von Geyer auf der Linie geklärt. „Ich weiß nicht was wir verbrochen haben, dass der Ball nicht rein wollte. Wir haben alles investiert und viele Chancen kreiert, doch heute war es einfach wie verhext“, so Schnatterer.

Sabanov auf gewohntem Terrain, aber mit ungewöhnlichen Mitteln

Viele Standardsituationen, aber die Hausherren konnten dadurch kein Kapital schlagen. Bezeichnend für die Partie, dass den Stuttgarter Amateuren ausgerechnet nach einem Freistoß das 0:1 gelang. Im Heidenheim Strafraum schaltete der junge Baumgartl am schnellsten und stocherte den Ball über die Linie. Schmidt wies darauf hin, dass anschließend „die klare Linie etwas verloren ging“, aber weiterhin waren die Brenzstädter das spielbestimmende Team. Zuerst klärte ein Stuttgarter vor dem einschussbereiten Strauß in höchster Not. Dann setzte Morabit einen Kopfball nach schöner Flanke von Malura nur an die Latte. In der letzten Spielminute fiel dann fast noch das Tor des Monats. Wieder war ein Standard der Ausgangspunkt. Der nur 1,83m große Torhüter Erol Sabanov ging mit nach vorne. „Bei der letzten Situation war mir klar, dass ich mit rein geh. Und plötzlich kam der Ball auf mich zu und da blieb mir nichts anderes übrig als hochzusteigen und den Ball versuchen einzunicken“, beschrieb Torhüter und neuerdings auch Kopfballungeheuer Sabanov die Szene. So blieb es beim letztlich etwas glücklichen 0:1 für die Gäste. „Wir haben leidenschaftlich verteidigt und haben den Sieg zu 100% gewollt und haben ihn dann auch bekommen“, sagte der sichtlich erleichterte VfB-Trainer Jürgen Krammny. Mit diesem Sieg haben die Stuttgarter nun fünf Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Heidenheims Vorsprung auf Verfolger Leipzig schmolz auf drei Punkte. Somit bleibt der Kampf um die Meisterschaft weiterhin offen.

FOTO: Marcel Junghanns / Klettermaxe Photographie / Fototifosi

 
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