Heidenheim hält Kontakt zur Spitzengruppe

7.300 Zuschauer sahen gestern in der Heidenheimer Voith-Arena eine sehr unterhaltsame Partie mit drei Toren und vielen weiteren guten Chancen. Die erste Möglichkeit konnten die Gäste für sich verbuchen, doch ein Freistoß ging knapp über das Gehäuse von Sabanov (5.). Nur eine Minute später nutzte Bagceci eine Unaufmerksamkeit in der Hintermannschaft von Wacker, doch sein Linksschuss ging am langen Pfosten vorbei. Auch der Versuch von Krebs aus der Distanz verfehlte sein Ziel (15.). Danach folgte eine Mokhtari-Ecke, die durch den 5m-Raum flog, doch weder Freund noch Feind konnten den Ball erreichen. Danach waren wieder die Heidenheimer am Drücker. Ein Fernschuss von Niederlechner war für Wacker-Keeper Vollath kein Problem (18.).

Malura machts besser

Einen Eckball konnte der SV Wacker nur unzureichend klären, Bagceci versuchte es per Direktabnahme aus 25 Metern und sein Mut sollte belohnt werden. Der Ball fand zwar nicht den Weg ins Tor, sondern zum freien Malura der den Ball mit Links an Vollath vorbeispitzelte (22.). Der 1. FCH ließ nicht locker, der für den gesperrten Schnatterer eingesetzte Bagceci eroberte sich an der Mittellinie den Ball, nach einer schönen Kombination probierte er es mit einem Schuss, den Vollath jedoch parieren konnte (29.). Nur zwei Minuten später versuchte es Senesie auf der Gegenseite, doch auch der Versuch ging deutlich über den Kasten. Danach gönnten sich beide Teams eine kleine Pause, so spielte sich vieles überwiegend im Mittelfeld ab. Burghausen mit einem leichten Übergewicht, und zahlreichen Flanken, die jedoch allesamt keinen Abnehmer fanden. Völlig aus dem nichts kam dann der Ausgleich nicht, aber eine regelrechte Druckphase hatten die Gäste aus Oberbayern auch nicht, so nutzte Mokhtari eine Nachlässigkeit in der Heidenheimer Hintermannschaft. Überlegt und mit viel Gefühle legte er den Ball in die lange Ecke und ließ so Sabanov keine Chance (42.). Heidenheim probierte es weiter und vor der Halbzeit hatte Thurk noch eine Möglichkeit, doch auch sein Schuss ging am Tor vorbei (45.).

Mokhtari geht vorzeitig zum Duschen

Beide Mannschaften kamen ziemlich ausgeruht aus der Halbzeit, sodass sich in der zweiten Hälfte für beide Teams noch bessere Chancen ergaben als in Durchgang eins. Die erste 100%ige Chance hatte Niederlechner, welcher jedoch freistehend an Vollath scheiterte (54.). Dank Kraus war die vergebene Möglichkeit jedoch schnell vergessen. Denn der anschließen Eckball kam gefährlich in den Strafraum, am langen Pfosten traf Malura zunächst nur die Latte, doch Göhlert stand richtig, behielt die Übersicht und passte zu Kraus, der nur noch einschieben musste (55.). Nur wenige Minuten später musste der auffälligste Akteur der Gäste vom Platz. Zunächst sah Mokhtari nach einem Handspiel den gelben Karton, doch danach verlor er die Nerven und sah nach einer Beleidung des Schiedsrichters direkt Rot (57.). Die endgültige Entscheidung hatte dann wieder Niederlechner auf dem Fuß. Nach schönem Ballgewinn von Titsch-Rivero war wieder Niederlechner frei durch, doch auch in dieser Eins-gegen-Eins Situation konnte er den starken Gästetorhüter nicht überwinden (66.). Plötzlich hatte dann Burghausen die Chance auf den Ausgleich. Göhlert verlor gegen Senesie den Ball, dieser setzte Thiel in Szene, doch diesem versprang der Ball und so verpuffte eine wirklich gute Möglichkeit.

Der Pfosten steht den Burghäusern im Weg 

Auf Seiten der Heidenheimer kam dann Deutsche für Niederlechner ins Spiel und dieser Deutsche hatte kurz nach seiner Einwechslung eine große Möglichkeit. Auch er lief allein Richtung Vollath, der ihm versprang der Ball und so mussten die Heidenheimer weiter zittern. Nach einem schönen Zuspiel vom starken Bagceci durfte es Malura frei vor Vollath versuchen, doch auch Malura konnten den Ball nicht im Tor unterbringen (82.). Dies hätte der eingewechselte Luz fast ausgenutzt, aber sein Schuss flog knapp über den Querbalken (84.). Auf der anderen Seite versuchte es Titsch-Rivero mit einem Distanzschuss, der jedoch recht deutlich am Tor vorbei ging (88.). Trotz Unterzahl gaben sich die Gäste nicht auf und versuchten es weiter. In der Nachspielzeit klärte erst Sabanov mit einer Faust, doch die Gefahr war noch nicht bereinigt. Senesie holte sich den Ball und flankte in den Strafraum, dort stand Felix Luz sechs Meter vor dem Tor völlig blank, doch von so viel Freiraum war er wohl selbst überrascht und setzte seinen Kopfball nur gegen den Pfosten (90. +3). Schiedsrichter Siewer pfiff die Partie gar nicht erst wieder an und so stand am Ende ein 2:1 für die Hausherren. Tapfer kämpfende Burghäuser hätten bei konsequenter Chancenverwertung der Heidenheimer regelrecht abgeschossen werden können, doch dies war nicht der Fall und so kam Burghausen trotz Unterzahl zu einigen guten Chancen für den Ausgleich, welcher jedoch nicht fallen wollte. So freuen sich die Heidenheimer über einen verdienten, aber auch sehr hart erarbeitenden Sieg gegen die Oberbayern.

Trainerstimmen 

FCH-Cheftrainer Frank Schmidt: "In der ersten Halbzeit war es ein ausgeglichenes Spiel – ohne, dass es hochklassig war. Wir haben eine Standardsituation nutzen können, um in Führung zu gehen. Dann haben wir noch in der ersten Halbzeit den Ausgleich bekommen. Ich kann nicht einverstanden sein damit, wie wir den Treffer kassiert haben. Wir hatten Einwurf und 15 Sekunden später lag der Ball in unserem Tor. Das ist uns nicht zum ersten Mal passiert. Dass das Spiel in der zweiten Halbzeit spannend geworden ist, lag letztendlich nur an uns. Wir haben vier Freiläufe auf den Torwart nicht genutzt, um für klare Verhältnisse zu sorgen. Dann wäre der Drops gelutscht gewesen. So stand es 2:1 und wir haben den Gegner am Leben gehalten. Selbst wenn du ein Mann weniger bist, kannst du auf diese Weise zum Schluss noch einen Punkt mitnehmen. Da hätten wir uns nicht beschweren dürfen, wenn das Gegentor noch gefallen wäre. Wir hätten es einfacher haben können. Ich musste einen Spieler wieder runternehmen, den ich zuvor eingewechselt hatte. Da trägt auch die Mannschaft die Verantwortung dafür. Denn: Wenn man in der zweiten Halbzeit solche Chancen bekommt, muss man den Deckel drauf machen, damit man nicht mehr in diese Probleme gerät. Deswegen habe ich der Mannschaft gesagt: Es könnte sein, dass ich am Ende der Saison mit dem Ergebnis zufrieden bin. Dann wird mir auch die Art und Weise egal sein. Wie wir uns aber heute angestellt haben, war fahrlässig und daraus sollten wir schnell lernen."

SVW-Coach Georgi Donkov: "Das waren richtig spannende 90 Minuten heute. Natürlich kann ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein. Wir hatten uns vorgenommen gegen einen Aufstiegsfavoriten zu bestehen und um die drei Punkte zu spielen. Das haben wir auf dem Platz versucht umzusetzen, was uns zu 70 bis 80 Prozent auch gelungen ist. Heidenheim ist durch eine Standardsituation in Führung gegangen. Das war für mich kein berechtigtes Tor und klares Abseits. Danach ist uns in der ersten Halbzeit noch der Treffer zum 1:1 geglückt. Im zweiten Durchgang sind auch viele unglückliche Schiedsrichterentscheidungen gegen uns getroffen worden, die für mich nicht nachvollziehbar waren. Ich bin nicht einverstanden mit der Leistung der Schiedsrichter gewesen. Zum Schluss waren wir nur noch zu zehnt, aber wir haben trotzdem noch probiert das 2:2 zu machen. Wenn wir in den letzten Sekunden noch das notwendige Glück auf unserer Seite gehabt hätten, wäre das Spiel unentschieden ausgegangen. Dennoch: Glückwunsch an meinen Trainerkollegen Frank Schmidt und den 1. FC Heidenheim 1846."

   

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